Ostermarsch 2002, München, Aufruf, Terror, Krieg, Gewalt, Friedensbewegung (Friedensratschlag)
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Krieg ist kein Mittel gegen Terror - Krieg ist Terror

Aufruf zum Ostermarsch München 30. März 2002

Solidarität mit den Opfern von Gewalt -
für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung

Warum gibt es Krieg?

Seit der "Wende" von 1989/90 führen die USA und ihre Nato-Verbündeten immer häufiger Krieg außerhalb des Bündnisgebietes ("out of area"). Angeblich handelt es sich dabei um "humanitäre Interventionen" unter dem Vorwand, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit schützen zu wollen.
In Wirklichkeit geht es um Öl, Erdgas und Rohstoffe, um die Neuordnung der Welt. Es wird interveniert, im Irak (1991); im ehemaligen Jugoslawien (1996, 1999), in Afghanistan (2001), um die wirtschaftlichen und strategischen Interessen der USA und ihrer Verbündeten weltweit durchzusetzen und abzusichern.

Krieg hat katastrophale Folgen

In Afghanistan sind durch die Bomben der USA Tausende getötet worden. Millionen von Menschen sind verletzt oder auf der Flucht. Blindgänger und Minen machen ganze Regionen unbewohnbar. Mit der nun vollständigen Zerstörung von Infrastruktur und Wirtschaft wurden dem Land die letzten Existenzgrundlagen genommen.
Krieg bedeutet - Zerstörung und Tod, Elend und Flucht
Krieg bedeutet - stets auch Vernichtung von Umwelt und Natur mit Langzeitfolgen auch für angrenzende Regionen

Krieg löst keine Probleme

Hass und Gewalt werden durch Krieg nicht beendet. Gewalt erzeugt nur neue Gewalt (wie zwischen Israel und Palästina). Die Probleme werden äußerlich befriedet, zugedeckt, aber nicht gelöst. Darunter schwelen die Konflikte weiter (wie in Jugoslawien/Nordirland).
Auch die Nato-Interventionen seit 1990 haben kein einziges Problem ursächlich gelöst. Diese Kriege kosten sehr viel Geld, so der Krieg der Nato gegen Afghanistan bisher 30 Mrd. Dollar. An diesen Kriegen wird kräftig verdient: von der Rüstungslobby, von den Waffenexporteuren, von den Großfirmen der "Geberländer", die sich nach dem Kriegswerk der Zerstörung am scheinbar wohltätigen Wiederaufbau des bombardierten Landes beteiligen.

"Allianz gegen den Terror" bedroht die Bürgerrechte

Die Reaktionen auf die Terroranschläge in den USA haben das Völkerrecht geschwächt. In den Ländern der "Allianz" sind die mühsam erkämpften Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger bedroht, bei uns durch das sogenannte "Sicherheitspaket". In Deutschland sind u.a. das Zuwanderungsgesetz, die Flüchtlingsgesetzgebung und die Passgesetze verschärft. Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz erheben und speichern Daten nach Belieben. Observiert wird bald überall.
Wenn jede/ jeder staatlichem Misstrauen ausgesetzt ist, ist auch der innere Frieden bedroht.

  • Nicht neue Kriege benötigt unsere Welt,
  • nicht neue Rüstungsprogramme.
  • unsere Welt braucht wirklichen Frieden!

Politik für die Interessen der Menschen

Ziel des politischen Handelns kann nur die Sicherung des Rechts auf Leben sein: wirtschaftlich und sozial, in Bildung und Gesundheitswesen. Ein schonender Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen ist notwendig. Wirtschaft und Wohlstand für viele können nicht endlos wachsen.
Weltweit ist die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer geworden. Wie von den Reichen über die Ressourcen verfügt wird, wie diese weltweit Finanzgeschehen, Produktion und Märkte beherrschen, zeigt die zunehmende Ungerechtigkeit.
Eine friedliche Welt kann nur bei einer gerechten Weltwirtschaftsordnung aufgebaut werden.

Politik für den Frieden mit anderen Völkern

Überall wünschen die Menschen, sofern sie nicht aufgehetzt und in ihrer Meinungsbildung manipuliert sind, Frieden, gleich, ob in Nordirland, Nahost oder Pakistan und Indien. In den internationalen Beziehungen darf nicht der Ungeist von Rache und Machtanmaßung triumphieren. Politik muss vielmehr präventiv, vorausschauend operieren. Konflikte sind nach der völkerrechtlichen Grundlage der UN-Charta gewaltfrei zu lösen. Zivile Lösungsansätze fördern am besten unsere Zivilisation.

Eine Zivilisierung der Politik ist dringend geboten !

Seit der "Wende" versteht sich das größer gewordene Deutschland mehr und mehr als Großmacht, nun auch im militärischen Bereich. Damit soll ein Stück mehr an "Normalität" erreicht werden. Hochrüstung, ständige Kriegsbereitschaft und Ausbeutung fremder Ressourcen gelten also als "normal".

  • Geben wir uns mit dieser selbstherrlichen und menschenverachtenden Politik nicht zufrieden!
  • Fordern wir ein verantwortungsvolles Handeln der gewählten Politiker, im Dienst der Menschen und verpflichtet gegenüber dem Erhalt von Natur und Umwelt!
  • Fördern wir selbst in Solidarität mit den Ausgegrenzten den partnerschaftlichen Dialog mit demokratischen Gruppen besonders in Krisengebieten!
  • Für Krieg gibt es keine Berechtigung! Für einen Angriffskrieg darf es kein Mandat geben. Eine breite und starke Bewegung ist nötig!
    Verstärkt den Widerstand gegen Krieg, Verarmung und Demokratieabbau!
    Beteiligt Euch am Münchner Ostermarsch 2002!



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