Sommerakademie des "Friedensratschlags" beendet, 24.07.2007 (Friedensratschlag)
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"Gegen den Terror des Krieges" - "Bundeswehr raus aus Afghanistan"

Sommerakademie des "Friedensratschlags" beendet

Im Folgenden dokumentieren wir eine Pressemitteilung aus der Friedensbewegung anlässlich der zu Ende gegangenen "Sommerakademie".



Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratsachlag

Unter dem Motto "Gegen den Terror des Krieges" hat der Bundesausschuss Friedensratschlag am Wochenende in Oberhof (Thüringen) seine erste Sommerakademie veranstaltet. Mehr als 100 Teilnehmer/innen aus allen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland diskutierten vier Tage lang über Kriegsursachen und suchten nach Alternativen zur vorherrschenden Gewaltpolitik.

Gegenstand der Vorträge und Workshops waren u.a. der vorgebliche "Krieg gegen den Terror", die Ablehnung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, die sich zuspitzende Kriegsgefahr durch den Kampf der Großmächte um die knapper werdenden fossilen Energieressourcen und das offenkundige Scheitern der Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten. Hoffnungen auf mögliche Veränderungen der militarisierten Weltpolitik sahen die Teilnehmer/innen in den neuesten Entwicklungen Lateinamerikas. Auch in einer durchzusetzenden alternativen Energiepolitik und in der strikten Achtung des geltenden Völkerrechts sahen die Friedensaktivisten wichtige Ansatzpunkte für die Entwicklung einer friedenspolitischen Widerstandskultur.

Einen großen Raum nahm die Vorbereitung einer bundesweiten Demonstration gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan ein. Diese Demonstration, die von einem breiten Bündnis aus Friedensbewegung und anderen sozialen Bewegungen getragen wird, soll am 15. September in Berlin stattfinden und den Druck auf den Bundestag erhöhen, das Mandat für die drei Militäreinsätze (ISAF, Tornados, Opperation Enduring Freedom) nicht mehr zu verlängern. Die Teilnehmer/innen plädierten stattdessen für die Erhöhung der Mittel zum zivilen Wiederaufbau des vom Krieg heimgesuchten Landes. Der tödliche Anschlag auf eine Bundeswehreinheit am 19. Mai sowie das jüngste Geiseldrama hätten erneut gezeigt, dass Krieg und Besatzung kein Mittel zur Lösung der Probleme des Landes und der Region sind, sondern die Gewaltkonflikte nur weiter verschärfen. In einer abschließenden Diskussionsrunde mit Vertretern von Jugendorganisationen zeigte sich auch deren Bereitschaft, die Kampagne der Friedensbewegung zum Ausstieg aus dem Afghanistankrieg tatkräftig zu unterstützen.

Die Sommerakademie war der geglückte Versuch der Friedensbewegung, in einem zwanglosen Rahmen sowohl mit den Ergebnissen der Friedensforschung vertraut zu machen und friedenspolitische Strategien zu diskutieren, als auch diverse Freizeitangebote inmitten des Thüringer Waldes wahrzunehmen. Das Programm enthielt außerdem Exkursionen in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald und in das Biosphärenreservat Rhön.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)


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