Sechzig Wege, wie die Vereinten Nationen etwas bewirken können

Herausgegeben von UNRIC-Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNRIC)

Im Folgenden dokumentieren wir eine acht-seitige Informationsbroschüre, die zum 60. Jahrestag des UNO-Bestehens vom Regionalen Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNRIC) in Westeuropa (www.unric.org herausgegeben wurde. Aus ihr werden die Vielfalt der Aufgaben und die tatsächlichen Leistungen und Erfolge deutlich, welche die Vereinten Nationen trotz aller Probleme und allen Reformbedarfs vorweisen können.



Sechzig Wege, wie die Vereinten Nationen etwas bewirken können

Die Vereinten Nationen wurden nach dem Ende eines verheerenden Krieges gegründet, um einen Beitrag zur Stabilisierung der internationalen Beziehungen zu leisten und eine sicherere Grundlage für den Frieden zu schaffen.

Vor dem Hintergrund der Gefahr eines Atomkriegs und der schier endlosen Folge regionaler Konflikte wurde die Friedenssicherung zu einem der vordringlichsten Anliegen der Vereinten Nationen. Als sichtbarstes Zeichen dieser Bemühungen entstanden die „Blauhelme“ der Vereinten Nationen.

Aber die Vereinten Nationen sind viel mehr als nur Friedenssoldaten oder ein Forum zur Beilegung von Konflikten. Oft ohne besondere öffentliche Aufmerksamkeit engagieren sich die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen in einer Vielzahl von Tätigkeiten, die alle nur ein Ziel haben: das Leben der Menschen in aller Welt zu verbessern.

Das Überleben und die Entwicklung der Kinder. Umweltschutz. Menschenrechte. Gesundheit und medizinische Forschung. Linderung der Armut und wirtschaftliche Entwicklung. Landwirtschaftliche Entwicklung und Fischerei. Bildung. Die Förderung der Frau. Not- und Katastrophenhilfe. Luft- und Seetransport. Friedliche Nutzung der Kernenergie. Arbeit und die Rechte der Arbeiter. Und vieles mehr. Im Folgenden einige kurze Beispiele dafür, was die Vereinten Nationen und ihre Teilorganisationen seit 1945 erreicht haben:
  1. Förderung der Entwicklung – Die Vereinten Nationen haben ihre Aufmerksamkeit und Mittel in besonderem Maße der Verbesserung des Lebensstandards und der Förderung der Fähigkeiten und Potenziale der Menschen in allen Teilen der Welt zugewandt. Seit dem Jahr 2000 stand diese Arbeit vor allem im Zeichen der Millenniums-Entwicklungsziele. Die Entwicklungsausgaben des Systems der Vereinten Nationen (ohne Einrechnung der internationalen Finanzinstitutionen) belaufen sich jährlich auf mehr als US$ 10 Milliarden. So führt z.B. das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) mit seinen Mitarbeitern in 166 Ländern die Arbeit der Vereinten Nationen zur Beseitigung der extremen Armut und zur Förderung guter Regierungsform in den Entwicklungsländern an. UNICEF ist in 157 Ländern tätig und gibt dort jährlich über US$ 1,2 Milliarden vor allem für den Schutz der Kinder, für Impfprogramme, die Bekämpfung von HIV/Aids und die Bildung für Mädchen aus. UNCTAD hilft den Ländern bei der bestmöglichen Nutzung ihrer Handelschancen für ihre Entwicklung. Die Weltbank vergibt Kredite und Zuschüsse in einer Größenordnung von jährlich US$ 18-20 Milliarden an die Entwicklungsländer und hat seit 1947 mehr als 9.500 Entwicklungsprojekte unterstützt. Praktisch alle Mittel der Entwicklungshilfe kommen aus Beiträgen der Mitgliedsländer.
  2. Förderung der Demokratie – Die Vereinten Nationen haben zur Förderung und Stärkung demokratischer Einrichtungen und Verfahren in aller Welt beigetragen. Sie haben Menschen in vielen Ländern ermöglicht, an freien und fairen Wahlen teilzunehmen, z.B. in Kambodscha, Namibia, El Salvador, Eritrea, Mosambik, Nicaragua, Südafrika, Kosovo und Ost-Timor. In mehr als 90 Ländern standen die Vereinten Nationen bei Wahlen mit Rat und Tat zur Seite, etwa durch Wahlbeobachtungen. Oft fand diese Hilfe in entscheidenden Augenblicken der Geschichte dieser Länder statt, wie in Afghanistan, Irak oder Burundi.
  3. Förderung der Menschenrechte – Seit der Annahme der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung 1948 haben die Vereinten Nationen bei der Verabschiedung Dutzender umfassender Abkommen über politische, bürgerliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte geholfen. Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen haben Beschwerden von Einzelpersonen über Menschenrechtsverletzungen untersucht und damit weltweit Aufmerksamkeit auf Fälle von Folter, das Verschwinden von Personen und willkürliche Festnahmen gelenkt und internationalen Druck auf Regierungen zur Verbesserung der Menschenrechtslage in ihren Ländern erzeugt.
  4. Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit - Durch die Entsendung von insgesamt 60 Friedenssicherungs- und Beobachtermission in die Krisenherde der Welt (Stand: 2005) konnten die Vereinten Nationen für ausreichend Ruhe in den Konfliktgebieten sorgen, um den Verhandlungsprozess anlaufen zu lassen. Sie haben damit Millionen Menschen davor bewahrt, zu weiteren Kriegsopfern zu werden. Derzeit laufen 16 Friedenssicherungseinsätze in allen Teilen der Welt.
  5. Friedensstiftung – Seit 1945 haben die Vereinen Nationen bei Verhandlungen über mehr als 170 Friedensregelungen zur Beendigung regionaler Konflikte beigetragen. Dazu zählten die Beendigung des Iran-Irak-Kriegs, ihr Beitrag zum Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan oder die Beendigung der Bürgerkriege in El Salvador und Guatemala. Mit Hilfe „stiller Diplomatie“ konnten die Vereinten Nationen den unmittelbaren Ausbruch von Kriegen verhindern.
  6. Umweltschutz – Die Vereinten Nationen arbeiten auch an der Lösung globaler Umweltprobleme. Als internationales Forum zur Konsensbildung und Verhandlung von Übereinkommen, haben die Vereinten Nationen Maßnahmen gegen Klimaveränderungen, den Abbau der Ozonschicht, toxische Abfälle, den Verlust an Regenwäldern und sowie an Tier- und Pflanzenarten, oder die Luft- und Wasserverschmutzung ergriffen. Wenn diese Probleme nicht angegangen werden, kann es langfristig keine nachhaltigen Märkte und Volkswirtschaften geben, weil die ökologischen Verluste das natürliche „Kapital“ aufzehren, auf dem alles Wachstum und das Überleben der Menschheit beruhen.
  7. Verhinderung der nuklearen Weiterverbreitung – Über die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) leisten die Vereinten Nationen ihren Beitrag, um sicher zu stellen, dass Länder mit Kerntechnologie keine Kernwaffen heimlich entwickeln. Hunderte kerntechnische Anlagen in mehr als 70 Ländern werden von der IAEO gesichert. Zur Zeit sind 237 Sicherheitsüberprüfungsabkommen mit 152 Ländern in Kraft.
  8. Förderung von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit – Bei der Gründung der Vereinten Nationen 1945 lebten 750 Millionen Menschen – damals fast ein Drittel der Weltbevölkerung – in Gebieten ohne Selbstregierung, die von Kolonialmächten abhängig waren. Die Vereinten Nationen spielten eine wichtige Rolle dabei, mehr als 80 Länder, die heute souveräne Staaten sind, in die Unabhängigkeit zu führen.
  9. Verfolgung von Kriegsverbrechern - Gerichtshöfe der Vereinten Nationen für das ehemalige Jugoslawien und für Ruanda haben Kriegsverbrecher verurteilt und hinter Gitter gebracht, wichtiges Präzedenzrecht zum Völkermord und den Menschenrechten entwickelt und für ein Maß an Gerechtigkeit gesorgt, das von den Menschen in den betroffenen Regionen sehr ernst genommen wird.
  10. Beendigung der Apartheid in Südafrika – Durch verschiedene Maßnahmen, die von der Verhängung eines Waffenembargos bis zur Annahme einer Konvention gegen Rassentrennung bei Sportereignissen reichten, wirkten die Vereinten Nationen als entscheidender Faktor dabei mit, das Apartheidsystem zu Fall zu bringen. 1994 konnten alle Südafrikaner gleichberechtigt an Wahlen teilnehmen, die zur Bildung einer multi-ethnischen Regierung führten.
  11. Stärkung des Völkerrechts – Mehr als 500 multilaterale Verträge – über Menschenrechte, Terrorismus, internationale Kriminalität, Flüchtlinge, Abrüstung, Rohstoffe, oder die Meere – konnten aufgrund der Bemühungen der Vereinten Nationen abgeschlossen werden.
  12. Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge – Mehr als 50 Millionen Flüchtlinge, die vor Kriegen, Hungersnöten oder Verfolgung flohen, haben seit 1951 vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge Hilfe erhalten. Dabei wirkten oft auch andere Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen mit. Die Organisation bemüht sich um langfristige oder „dauerhafte“ Lösungen, indem sie Flüchtlingen bei der Rückkehr in ihre Heimatländer hilft – falls die Umstände dies erlauben – oder indem sie bei ihrer Integration in den Asylländern bzw. bei ihrer Wiederansiedlung in Drittländern hilft. Zur Zeit erhalten mehr als 19 Millionen Flüchtlinge, Asylwerber und Binnenvertriebene – zum großen Teil Frauen und Kinder – Nahrungsmittel, Unterkünfte, medizinische Versorgung, Schulunterricht und Repatriierungshilfe von den Vereinten Nationen.
  13. Linderung von ländlicher Armut in den Entwicklungsländern – Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) hat ein Kreditvergabesystem entwickelt, das oft mit kleinen Beträgen der armen Landbevölkerung hilft, ihre Armut zu überwinden. Seit der Aufnahme seiner Tätigkeit 1978 hat IFAD mehr als US$ 8,5 Milliarden in 676 Projekte und Programme investiert, die mehr als 250 Millionen Menschen zu Gute kamen. Alle IFAD-Mittel kommen aus freiwilligen Beiträgen der Mitgliedstaaten.
  14. Hilfe für Palästinaflüchtlinge – Während sich die internationale Gemeinschaft um einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern bemüht, hat das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), eine Hilfs- und Entwicklungsbehörde, vier Generationen von Palästinaflüchtlingen mit Schulunterricht, Gesundheitsfürsorge, Sozialdiensten, Mikrokrediten und Nothilfe versorgt. Mehr als vier Millionen Flüchtlinge im Nahen Osten sind heute bei der UNRWA registriert.
  15. Schwerpunkt: Entwicklung Afrikas – Afrika bildet nach wie vor eine hohe Priorität für die Vereinten Nationen. 1986 beriefen die Vereinten Nationen eine Sondertagung ein, um internationale Unterstützung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die Entwicklung Afrikas zu mobilisieren. 2001 verabschiedeten die afrikanischen Staatschefs einen eigenen Plan für ihren Kontinent – die Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas (NEPAD). 2002 wurde dieser Plan von der Generalversammlung als wichtigster Rahmen für die Bereitstellung internationaler Hilfe an Afrika bestätigt. Afrika erhält 33 Prozent der gesamten Entwicklungsausgaben des Systems der Vereinten Nationen – und damit den größten Anteil aller Regionen. Alle Sonderorganisationen der Vereinten Nationen führen Sonderprogramme für Afrika durch.
  16. Förderung der Wohlfahrt der Frauen – Die Vereinten Nationen haben dazu beigetragen, die Gleichstellung und das Wohlergehen der Frauen zu fördern. Der Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für die Frau (UNIVEM) und das Internationale Forschungs- und Ausbildungsinstitut für die Förderung der Frau (INSTRAW) haben ihren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Frauen und zur Förderung der Frauenrechte in mehr als 100 Ländern geleistet. INSTRAW führt Forschungs- und Ausbildungsvorhaben durch, während UNIFEM Projekte unterstützt, die sich um die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, die Eindämmung der weiteren Verbreitung von HIV/Aids und die Förderung der wirtschaftlichen Sicherheit von Frauen bemühen, z.B. durch besseren Zugang zum Arbeitsmarkt und den Ausbau ihrer Rechte auf Landbesitz oder des Erbrechtes. Alle Sonderorganisationen der Vereinten Nationen müssen den besonderen Bedürfnissen der Frauen Rechnung tragen.
  17. Förderung der Frauenrechte – Ein seit langem bestehendes Ziel der Vereinten Nationen ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen und ihre Stärkung, die ihnen mehr Kontrolle über ihr eigenes Leben verleihen soll. Die Vereinten Nationen organisierten 1975 erstmals eine Weltfrauenkonferenz (Mexico City), die zusammen mit anderen Konferenzen, die während des Internationalen Frauenjahrzehnts der Vereinten Nationen abgehalten wurden, die Agenda zur Förderung der Frauenrechte festlegte. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau wurde von 180 Ländern ratifiziert und hat maßgeblich zur Förderung der Rechte der Frau weltweit beigetragen.
  18. Versorgung mit sauberem Trinkwasser – Während des ersten Wasserjahrzehnts der Vereinten Nationen (1981-1990) erhielt eine Milliarde Menschen erstmals in ihrem Leben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für weitere 1,1 Milliarden Menschen konnte dieser Zugang in den Jahren 1990 bis 2002 gesichert werden. Das Internationale Jahr des Trinkwassers (2003) hat das Bewusstsein dafür geschärft, dass diese wertvolle Ressource geschützt werden muss. Das zweite Internationale Wasserjahrzehnt (2005-2015) hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Menschen, die noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, zu halbieren.
  19. Ausrottung der Kinderlähmung – Poliomyelitis konnte in allen bis auf sechs Ländern (Afghanistan, Ägypten, Indien, Niger, Nigeria und Pakistan) beseitigt werden – ein Erfolg der Weltweiten Initiative zur Ausrottung von Polio, der größten internationalen Gesundheitskampagne aller Zeiten. Dank dieser Initiative, an deren Spitze die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF, Rotary International und die US-Zentren für Krankheitskontrolle und – vorbeugung standen, können heute fast fünf Millionen Kinder gehen, die sonst aufgrund dieser Krankheit gelähmt gewesen wären. Eine Krankheit, die einst Kinder in 125 Ländern verkrüppelte, steht heute vor ihrer endgültigen Ausrottung.
  20. Reaktion auf HIV/Aids – Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) koordiniert die weltweiten Maßnahmen gegen eine Epidemie, die bereits fast 40 Millionen Menschen erfasst hat. Das Programm ist in mehr als 130 Ländern tätig und sorgt für allgemeinen Zugang zur HIV-Vorbeugung und Behandlung. Außerdem will das Programm die Anfälligkeit von einzelnen Personen und Gemeinden reduzieren und die Auswirkungen der Epidemie lindern. UNAIDS bündelt die Erfahrungen von zehn Teilorganisationen der Vereinten Nationen, die als Ko-Sponsoren des Programms fungieren.
  21. Beseitigung der Pocken – 13jährige Bemühungen der Weltgesundheitsorganisation führten 1980 weltweit zur vollständigen Beseitigung der Pocken. Mit diesem Erfolg konnte rund US$ 1 Milliarde jährlich für Impfungen und Überwachungsmaßnahmen eingespart werden – das Dreifache des Betrages, den die Beseitigung der Krankheit selbst gekostet hatte.
  22. Bekämpfung parasitärer Krankheiten – Ein Programm der Weltgesundheitsorganisation in elf westafrikanischen Ländern hat die Flussblindheit (Onchozerkose) praktisch ausgerottet. Dadurch wurden 11 Millionen Kinder vor dem Erblinden gerettet und 25 Millionen Hektar fruchtbaren Ackerbodens gewonnen. Programme der UN-Organisationen in Nordafrika führten 1991 zur Beseitigung des gefürchteten Schraubwurms, eines Parasiten, der Mensch und Tier befällt. Weitere Programme haben viele Menschen vor dem Guineawurm und anderen Tropenkrankheiten bewahrt.
  23. Eindämmung von Epidemien – Die Weltgesundheitsorganisation hat dazu beigetragen, die weitere Ausbreitung des Schweren Akuten Atmungssyndroms (SARS) zu unterbinden, bevor es zehntausende Menschen töten konnte. Nach dem weltweiten Alarm der WHO und der dringenden Reisewarnung im März 2003, waren so gut wie alle Länder, in denen diese Krankheit aufgetreten war, in der Lage, entweder ihre weitere Verbreitung zu unterbinden oder die Anzahl der zusätzlichen Erkrankungen sehr gering zu halten. Die WHO hat jedes Jahr den Ausbruch von 200 bis 250 SARSErkrankungen genau untersucht. Durchschnittlich erfordern 5-15 dieser jährlichen Krankheitsfälle eine umfassende internationale Reaktion.
  24. Einsatz für weltweite Schutzimpfungen – Schutzimpfungen haben in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als 20 Millionen Menschenleben gerettet. Dank der Bemühungen von UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation ist die Zahl der gegen die sechs wichtigsten verhinderbaren Krankheiten (Polio, Tetanus, Masern, Keuchhusten, Diphterie und Tuberkulose) geimpften Kinder von unter 5 Prozent in den frühen 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf heute 76 Prozent angestiegen. Die Zahl der Todesfälle bei Masern ging von 1999 bis 2005 um rund 50 Prozent zurück. Schutzimpfungen gegen Tetanus haben hunderttausenden Müttern und Neugeborenen das Leben gerettet. In 104 Entwicklungsländern konnte diese Krankheit ganz beseitigt werden.
  25. Senkung der Kindersterblichkeit – Zu Beginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts starb nahezu jedes fünfte Kind bevor es fünf Jahre alt wurde. Durch orale Rehydrierungstherapien, Trinkwasser- und Kanalisationsprojekte sowie andere Gesundheits- und Ernährungsmaßnahmen der UN-Organisationen, ist die Kindersterblichkeitsrate in den Entwicklungsländern bis zum Jahr 2002 auf 1:12 zurückgegangen. Jetzt ist das Ziel, die Sterblichkeitsrate der unter fünfjährigen Kinder des Jahres 1990 bis zum Jahr 2015 um zwei Drittel zu senken.
  26. Grundlagen für die Wirtschaft schaffen – Die Vereinten Nationen sind gut für die Wirtschaft. Durch die Aushandlung allgemein akzeptierter technischer Standards – etwa in den Bereichen Statistik, Handelsrecht, Zollwesen, geistiges Eigentum, Luft- und Seefahrt, Fernmeldewesen, Erleichterung des Wirtschaftsverkehrs und Senkung der Transaktionskosten – haben die Vereinten Nationen für die „weiche Infrastruktur“ der Weltwirtschaft gesorgt. Durch die Förderung politischer Stabilität und guter Regierungsform, die Bekämpfung der Korruption und ihren Einsatz für eine vernünftige Wirtschaftspolitik und eine wirtschaftsfreundliche Gesetzgebung haben sie in den Entwicklungsländern auch die Voraussetzungen für Investitionen verbessert.
  27. Unterstützung der Industrie in den Entwicklungsländern – Durch die Bemühungen ihrer Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO) haben die Vereinten Nationen auch als Vermittler für die industrielle Zusammenarbeit zwischen Nord-Süd und Süd-Süd fungiert und Unternehmertum, Investitionen, Technologietransfer und eine kostengünstige und nachhaltige industrielle Entwicklung gefördert. Sie haben vielen Ländern dabei geholfen, den Globalisierungsprozess reibungslos zu bewältigen und die Armut systematisch abzubauen.
  28. Hilfe für Katastrophenopfer – Bei Naturkatastrophen oder umfassenden Notstandssituationen koordinieren und mobilisieren die Vereinten Nationen die erforderlichen Hilfsmaßnahmen für die Katastrophenopfer. Die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen arbeiten dabei eng mit dem Roten Kreuz/Roten Halbmond sowie mit den wichtigsten anderen Hilfsorganisationen und Geberländern zusammen und leisten dringend benötigte humanitäre Hilfe. Mit ihren Hilfsappellen bringen die Vereinten Nationen jährlich mehr als US$ 2 Milliarden an Notstandshilfe auf.
  29. Reduzierung der Auswirkungen von Naturkatastrophen – Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat dazu beigetragen, Millionen Menschen vor verheerenden Folgen von Katastrophen (der Natur, wie der vom Menschen hervorgerufenen) zu bewahren. Das Frühwarnsystem der Organisation mit seinen tausenden Bodenbeobachtungsstellen und zahlreichen Satelliten ermöglicht eine genauere Vorhersage wetterbedingter Katastrophen. Daneben liefert es Informationen über das Auslaufen von Öl, sowie den Austritt von chemischen und nuklearen Substanzen und hat anhaltende Dürreperioden vorhergesagt. Gleichzeitig hat das Frühwarnsystem auch die wirksame Verteilung von Nahrungsmittelhilfe in den Dürregebieten ermöglicht.
  30. Hilfe für Tsunami-Opfer – Nach der Tsunamikatastrophe, die am 26. Dezember 2004 weite Teile des Indischen Ozeans heimsuchte, haben die Vereinten Nationen binnen 24 Stunden Katastrophenbewertungs- und -koordinationsteams in die am schwersten betroffenen Gebiete entsandt. Die Vereinten Nationen wurden schlagartig aktiv, halfen den Überlebenden, verteilten Nahrungsmittel an mehr als 1,7 Millionen Menschen, brachten Notunterkünfte für mehr als 1,1 Millionen Obdachlose, stellten Trinkwasser für eine Million Menschen bereit und impften mehr als 1,2 Millionen Kinder gegen Masern – alles innerhalb der ersten sechs Monate des Hilfseinsatzes. Die rasche und wirksame humanitäre Hilfe konnte weitere Verluste an Menschenleben nach den großen Verheerungen der Katastrophe sowie den Ausbruch von Massenkrankheiten und Seuchen verhindern.
  31. Schutz der Ozonschicht – Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) haben in entscheidender Weise auf die Schäden hingewiesen, die an der Ozonschicht der Erde angerichtet wurden. Als Folge des Protokolls von Montreal sorgen die Regierungen jetzt für ein Auslaufen der Verwendung von Chemikalien, die eine Verdünnung der Ozonschicht hervorgerufen haben und ersetzen diese mit weniger schädlichen Substanzen. Dadurch werden Millionen Menschen vor einem erhöhten Hautkrebsrisiko infolge der stärkeren Aussetzung ultravioletter Strahlen bewahrt. ´
  32. Maßnahmen gegen Klimaveränderungen – Die Globale Umweltförderung (GEF) finanziert Projekte, die den Entwicklungsländern dabei helfen sollen, die Risiken des Klimawandels zu senken. Die 1991 geschaffene GEF ist die größte Finanzquelle für weltweiten Umweltschutz. Sie unterstützt auch Vorhaben zur Erhaltung der Artenvielfalt, zum Schutz der Ozonschicht, zur Reinigung internationaler Gewässer, zur Bekämpfung der Bodenerosion und zur Verringerung toxischer organischer Schadstoffe. Seit 1991 hat die GEF US$ 5,7 Milliarden an Zuschüssen vergeben – darunter mehr als 6.000 Kleinkredite an Nichtregierungsorganisationen und kommunale Gruppen – und hat weitere US$ 18,8 Milliarden an Kofinanzierungsmitteln von anderen Partnern aufgebracht. Für die Umsetzung der GEF-Projekte sorgen das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und die Weltbank.
  33. Minenräumung – Die Vereinten Nationen stehen an der Spitze der internationalen Bemühungen zur Räumung von Landminen in rund 30 Ländern, darunter in Afghanistan, Angola, Bosnien-Herzegowina, Irak, Mosambik und Sudan, die jedes Jahr nach wie vor tausende unschuldige Menschen töten oder verstümmeln. Die Vereinten Nationen schützen vor den Gefahren dieser Minen, helfen Minenopfern ein selbständiges Leben zu führen und unterstützen Länder bei der Zerstörung von Minenlagern.
  34. Nahrungsmittel für die Bedürftigsten – Das Welternährungsprogramm, das größte humanitäre Hilfswerk der Welt, erreicht jedes Jahr durchschnittlich 90 Millionen hungrige Menschen in 80 Ländern. Dazu zählen die meisten Flüchtlinge und Binnenvertriebenen. Die Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms ist auch auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Kindern ausgerichtet, die am häufigsten von Hunger betroffen sind. Mehr als 17 Millionen Schulkinder erhalten ein kostenloses Mittagessen in Form von Schulspeisungen oder der Verteilung von mitnehmbarem Essen. Die Kosten pro Mahlzeit belaufen sich dabei auf rund 19 US Cent. Die logistischen Kapazitäten des Hilfswerkes decken das volle technologische Spektrum ab – von der Verladung der Lebensmittel auf Esel und Ochsen bis zur Einrichtung von Luftbrücken und der Satellitenüberwachung der Nahrungsmittelverteilung. In den letzten vier Jahrzehnten hat das Welternährungsprogramm 78,3 Millionen Tonnen an Lebensmittelhilfe für rund 1,4 Milliarden Menschen in den ärmsten Ländern der Welt mit einem Kostenaufwand von US$ 33,5 Milliarden zur Verfügung gestellt.
  35. Bekämpfung des Hungers – Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) führt langfristige, weltweite Bemühungen zur Bekämpfung des Hungers an. Die FAO dient sowohl den Industriestaaten wie auch den Entwicklungsländern als neutrales Forum, in dem alle Nationen gleichberechtigt zu Verhandlungen über Abkommen und zur Erörterung politischer Richtlinien zusammentreffen. Die FAO hilft den Entwicklungsländern bei der Modernisierung und Verbesserung ihrer Land- und Forstwirtschaft sowie ihrer Fischerei, um eine gute Ernährung für alle Menschen zu gewährleisten.
  36. Verhinderung der Überfischung – 16 Prozent der weltweiten Fischbestände sind bereits erschöpft und 8 Prozent wurden bereits entscheidend dezimiert oder erholen sich von weitgehender Überfischung. Die FAO überwacht die Meeresfischerei und veröffentlicht Warnungen, um weitere Schäden durch Überfischung zu verhindern. Zur Bewältigung dieses Problems haben die FAO und ihre Mitgliedstaaten 1995 gemeinsam einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Fischen ausgearbeitet.
  37. Verbot toxischer Chemikalien – Die Stockholmer Konvention über schwer abbaubare organische Schadstoffe versucht, die Welt vor einigen der gefährlichsten Chemikalien zu schützen, die jemals geschaffen wurden. Das UNOÜbereinkommen zielt auf 12 schädliche Pestizide und Industriechemikalien, die Menschen töten, das Nerven- und Immunsystem schädigen, Krebs verursachen, Reproduktionsstörungen hervorrufen sowie schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern haben können. Andere Übereinkommen und Aktionspläne der Vereinten Nationen schützen die Artenvielfalt, befassen sich mit dem Klimawandel, schützen gefährdete Tier- und Pflanzenarten, bekämpfen das weitere Vordringen der Wüsten, sorgen für die Reinigung der Meere und schränken den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle ein.
  38. Schutz der Konsumentengesundheit – Um die Sicherheit der auf den Märkten verkauften Lebensmittel zu gewährleisten, haben die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation gemeinsam mit den Mitgliedstaaten Normen für mehr als 200 Lebensmittelrohstoffe ausgearbeitet, Sicherheitsgrenzen für mehr als 3.000 Lebensmittelbehälter festgelegt und Regeln für die Verarbeitung, die Lagerung und den Transport von Lebensmitteln aufgestellt. Auch Normen für die Beschriftung und Beschreibung der Lebensmittel tragen zum Schutz der Konsumenten bei.
  39. Bekämpfung des Terrorismus – Die Vereinten Nationen haben die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus geschaffen. 13 globale Rechtsinstrumente wurden unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen ausgehandelt, darunter Verträge gegen Geiselnahme, Flugzeugentführungen, terroristische Bombenanschläge, die Finanzierung des Terrorismus und – erst vor kurzem – gegen Nuklearterrorismus. Bis Juni 2005 hatten 63 Länder alle Verträge ratifiziert. Eine neue umfassende Konvention gegen den Terrorismus ist in Ausarbeitung. Der Ausschuss der Vereinten Nationen gegen Terrorismus überwacht die Einhaltung der nach den Terroranschlägen vom 11.September eingegangenen Verpflichtungen der Länder und koordiniert die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung und andere Teilorganisationen der Vereinten Nationen haben mehr als 100 Länder bei ihren Bemühungen zur Bekämpfung des Terrorismus unterstützt.
  40. Förderung der reproduktiven Gesundheit und der Gesundheit der Mütter – Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) fördert das Recht der Menschen, selbst darüber zu entscheiden, wann sie und wie viele Kinder sie haben wollen. Dazu unterstützt der Fonds freiwillige Familienplanungsprogramme, die ihnen eine informierte Wahlfreiheit geben und den Familien – insbesondere den Frauen – mehr Kontrolle über ihr Leben einräumen. Als Ergebnis dieser Bemühungen bekommen Frauen in den Entwicklungsländern heute weniger Kinder – in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts waren es noch durchschnittlich sechs, heute sind es drei – und das Weltbevölkerungswachstum wird langsamer. Als der Fonds 1969 seine Arbeit aufnahm, praktizierten weniger als 20 Prozent aller Paare Familienplanung; heute liegt diese Zahl bei rund 61 Prozent. UNFPA und verschiedene Partner helfen auch bei der Bereitstellung erfahrener Geburtshelfer, beim Zugang zu Geburtshilfe-Notversorgungen und bei erweiterten Familienplanungsprogrammen zur Senkung der Müttersterblichkeit.
  41. Beilegung großer internationaler Streitfälle durch Gerichtsurteile – Mit seinen Urteilen und Rechtsgutachten hat der Internationale Gerichtshof dazu beigetragen, internationale Streitfälle beizulegen. Dabei ging es u.a. über Territorialansprüche, diplomatische Beziehungen, Geiselnahmen, das Asylrecht oder wirtschaftliche Rechte.
  42. Verbesserung globaler Handelsbeziehungen – Die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) hat den Entwicklungsländern bei den Verhandlungen über Handelsabkommen und der Einräumung von Vorzugsbehandlungen für deren Exporte geholfen. UNCTAD hat internationale Rohstoffabkommen ausgehandelt, um faire Preise für die Entwicklungsländer sicherzustellen. Die Konferenz hat auch für eine wirksamere Handelsinfrastruktur dieser Länder gesorgt und sie dabei unterstützt, ihre Produkte zu diversifizieren und sich in die Weltwirtschaft zu integrieren.
  43. Förderung von Wirtschaftsreformen – Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds haben viele Länder dabei unterstützt, ihr Wirtschaftsmanagement zu verbessern. Vorübergehende Finanzhilfen haben beim Ausgleich von Zahlungsbilanzschwierigkeiten geholfen und für Finanzbeamte aus Entwicklungsländern wurden Ausbildungsprogramme durchgeführt.
  44. Förderung von Stabilität und Ordnung auf den Weltmeeren – Die Vereinten Nationen standen in vorderster Linie bei den internationalen Bemühungen, die Nutzung der Ozeane in einem einzigen Übereinkommen zu regeln. Die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen aus 1982, die praktisch von allen Staaten angenommen wurde, sieht erstmals ein allgemein gültiges rechtliches Rahmenwerk für alle Tätigkeiten auf und unter den Weltmeeren vor. Die Konvention enthält Regeln für die Schaffung von Meereszonen, die Festlegung von Bereichen der nationalen Jurisdiktion, die Schifffahrt auf hoher See, die Rechte und Pflichten der Küstenstaaten und anderer Länder, die Verpflichtung zum Schutz und zur Erhaltung der marinen Umwelt, die Zusammenarbeit bei der wissenschaftlichen Meeresforschung sowie für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der lebenden Meeresressourcen.
  45. Verbesserungen bei der Luft- und Seefahrt – Sonderorganisationen der Vereinten Nationen zeichnen verantwortlich für die Festlegung von Sicherheitsstandards bei der Luft- und Seefahrt. Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) hat dazu beigetragen, dass der Flugverkehr heute der sicherste Transportbereich ist. Im Jahr 1947 reisten 9 Millionen Menschen mit dem Flugzeug; in diesem Jahr kamen 590 Menschen bei Flugzeugabstürzen ums Leben. 2004 lag die Zahl der Toten bei 420 von insgesamt 3,3 Milliarden Flugpassagieren. Die Internationale Seeschifffahrts- Organisation (IMO) hat dazu beigetragen, die Schifffahrt sicherer zu machen. Nach vorliegenden Statistiken wird die Schifffahrt immer sicherer und auch die Umweltbelange werden immer stärker berücksichtigt. Die Zahl der Verluste an Schiffen ist rückläufig, die Zahl der Todesfälle nimmt ab, die Verschmutzung geht zurück – auch die durch austretendes Öl – und die Luftverschmutzung und die Verschmutzung durch Abwässer werden ernsthaft in Angriff genommen. Gleichzeitig nimmt der Umfang an Seefrachten ständig zu.
  46. Maßnahmen gegen illegale Drogen – Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) setzt sich auf der Grundlage von drei Konventionen der Vereinten Nationen über Drogenkontrolle für die Reduzierung von Angebot und Nachfrage für illegale Drogen ein und befasst sich mit den sozialen und gesundheitlichen Folgen des Drogenmissbrauchs, darunter auch mit der Verbreitung von HIV/Aids als Nebenerscheinung des Drogenmissbrauchs. Das Büro unterstützt Exekutivorgane der Länder sowie Drogenvorbeugungs- und – behandlungsprogramme auf kommunaler Ebene und Initiativen, die armen Landwirten dabei helfen, ihre Abhängigkeit vom Anbau illegaler Suchtstoffpflanzen zu reduzieren und legale und nachhaltige Lebensgrundlagen zu schaffen.
  47. Bekämpfung der internationalen Kriminalität – Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) arbeitet mit Ländern und anderen Organisationen gegen das grenzüberschreitende organisierte Verbrechen und versucht mit rechtlicher und technischer Hilfe gegen Korruption, Geldwäsche, Drogen- und Menschenhandel, sowie gegen den Schmuggel von Migranten vorzugehen. Gleichzeitig setzt sich das Büro für die Stärkung des Strafrechtswesens ein. Das Büro hat auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und praktischen Umsetzung einschlägiger internationaler Verträge gespielt.
  48. Förderung menschenwürdiger Arbeit – Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat Standards sowie fundamentale Grundsätze und Rechte am Arbeitsplatz in die Praxis umgesetzt. Dazu zählen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, die Beseitigung jeder Form von Zwangsarbeit, die Abschaffung der Kinderarbeit und die Beseitigung der Diskriminierung am Arbeitsplatz. Beschäftigungsförderung, Sozialversicherungsschutz für alle und ein starker sozialer Dialog zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden sowie den Regierungen stehen im Mittelpunkt aller Tätigkeiten der ILO.
  49. Verbesserung der Alphabetisierung und der Bildung in den Entwicklungsländern – 76 Prozent der Erwachsenen in den Entwicklungsländern können jetzt lesen und schreiben und 84 Prozent der Kinder besuchen eine Grundschule. Jetzt ist das Ziel, dafür Sorge zu tragen, dass bis zum Jahr 2015 alle Kinder einen vollständigen Abschluss der Grundschulausbildung erlangen können. Programme zur Förderung der Bildung und des Fortschritts der Frau haben den Anteil der Frauen in den Entwicklungsländern, die lesen und schreiben können, von 36 Prozent (1970) auf 70 Prozent (2000) angehoben. Das Ziel ist jetzt, dafür Sorge zu tragen, dass alle Mädchen bis zum Jahr 2015 die Grund- und Mittelschulausbildung abschließen können.
  50. Mobilisierung weltweiter Unterstützung für die Kinder – Von El Salvador bis Libanon und vom Sudan bis zum ehemaligen Jugoslawien hat UNICEF Pionierarbeit bei der Einführung von „Tagen der Ruhe“ und der Schaffung von „Friedenskorridoren“ geleistet, um Impfstoffe und andere dringend benötigte Hilfe zu den Kindern in bewaffneten Konflikten bringen zu können. Die Konvention über die Rechte des Kindes hat in 192 Ländern Gesetzeskraft. Nach der Sondertagung der Vereinten Nationen über Kinder 2002 haben sich 190 Regierungen verpflichtet, Ziele auf dem Gebiet der Gesundheit, der Bildung, des Schutzes vor Missbrauch, Ausbeutung und Gewalt, sowie des Kampfes gegen HIV/Aids mit konkreten Fristen umzusetzen.
  51. Erhaltung von Denkmälern der Geschichte, Kultur, Architektur oder der Natur – Die UNESCO hat 137 Staaten dabei geholfen, alte Monumente sowie historische und kulturelle Denkmäler und Plätze der Natur zu schützen und sie hat internationale Konventionen ausgehandelt, um kulturelles Eigentum und besondere Schönheiten der Natur zu erhalten.
  52. Erleichterung des akademischen und kulturellen Austausches – Durch die UNESCO und die Universität der Vereinten Nationen (UNU) haben die Vereinten Nationen die akademische und wissenschaftliche Zusammenarbeit angeregt, Netzwerke zwischen den Institutionen unterstützt und sich für die Förderung des kulturellen Ausdrucks – vor allem von Minderheiten und indigenen Bevölkerungen – eingesetzt.
  53. Schutz des geistigen Eigentums – Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) schützt die Rechte der Schöpfer und Eigentümer geistiger Werke weltweit und stellt sicher, dass Erfinder und Autoren anerkannt und ihre geistigen Leistungen vergütet werden. Der gewerbliche Rechtsschutz wie das Urheberrecht sind ein Ansporn für die menschliche Kreativität, stoßen die Grenzen der Wissenschaft und Technik auf und bereichern die Welt der Literatur und der Künste. Durch die Schaffung eines stabilen Umfeldes für die Vermarktung von Produkten des geistigen Eigentums können sich auch die Räder des Welthandels schneller drehen.
  54. Förderung der Pressefreiheit und der freien Meinungsäußerung – Um allen Menschen zu ermöglichen, Informationen zu erhalten, die frei von Zensur sind und ein breites kulturelles Spektrum abdecken, hat die UNESCO bei der Entwicklung und Stärkung der Medien geholfen und unabhängige Zeitungen und Rundfunkanstalten unterstützt. Die UNESCO wacht auch über die Pressefreiheit und kritisiert öffentlich schwerwiegende Verletzungen der Pressefreiheit wie die Ermordung und Festnahme von Journalisten.
  55. Aus den Slums menschenwürdige Wohngebiete machen – Die Hälfte der Menschheit lebt heute in Städten. Sie sind das Zentrum eines Großteils der nationalen Produktion und des Konsums, also jener wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozesse, die Wohlstand und Chancen schaffen. Aber sie sind auch ein Hort für Krankheiten, Kriminalität, Umweltverschmutzung und Armut. In vielen Städten, vor allem in den Entwicklungsländern, leben mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in Slums und haben wenig oder gar keinen Zugang zu ordentlichen Unterkünften, Trinkwasser oder sanitären Anlagen. Mit seinen mehr als 150 technischen Programmen und Projekten in 61 Ländern in aller Welt arbeitet UN-HABITAT mit Regierungen, Kommunalverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen an innovativen Lösungen für Großstädte. Dazu zählt etwa die Sicherung des Wohnrechts für die städtischen Armen, die wiederum als Katalysator für die Aufbringung von Investitionen für die Wohnraumbeschaffung und die Versorgung der Armen mit grundlegenden Dienstleistungen dient.
  56. Verbesserung der weltweiten Postdienste – Der Weltpostverein (UPU) ist das wichtigste Forum der Zusammenarbeit zwischen den Postdiensten in aller Welt. Er trägt dazu bei, ein wirklich weltweites Netzwerk von Produkten und Dienstleistungen auf dem neuesten technischen Stand zu gewährleisten. Er legt die Regeln für den internationalen Austausch von Postsendungen fest und empfiehlt Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums des Volumens der Postsendungen und zur Verbesserung der Kundendienstleistungen. Die Postdienste der 190 Mitgliedsländer des Weltpostvereins bilden das größte Verteilernetz der Welt, über das jährlich rund 430 Milliarden Postsendungen abgewickelt werden.
  57. Einführung besserer landwirtschaftlicher Techniken und Kostensenkungen – Mit Hilfe der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen für bessere Ernteerträge, eine Reform der Agrarpolitik und eine stärkere lokale Teilhabe konnten Reisbauern in Asien mehr als US$ 50 Millionen jährlich an Ausgaben für Pestizide einsparen. Gleichzeitig sparten ihre Regierungen mehr als US$ 150 Millionen jährlich an Subventionen für Schädlingsbekämpfungsmittel. Die Vorteile für Umwelt und Gesundheit, die durch den geringeren Einsatz von Pestiziden erzielt wurden, sollen sich auf mehr als US$ 10 Millionen jährlich belaufen.
  58. Förderung der Rechte der Behinderten – Die Vereinten Nationen haben sich in vorderster Linie für die volle Gleichberechtigung von Personen mit Behinderungen eingesetzt und deren Teilnahme am sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben gefordert. Die Vereinten Nationen haben gezeigt, dass Behinderte eine wichtige Ressource für die Gesellschaft darstellen. Erstmals ist eine Konvention zur weltweiten Förderung der Rechte und Würde der Behinderten in Ausarbeitung.
  59. Verbesserung des globalen Fernmeldewesens – Die Internationale Fernmelde-Union (ITU) führt Regierungen und Industrie bei der Entwicklung und Koordination des Betriebes globaler Fernmeldenetze und –dienstleistungen zusammen. Sie hat die gemeinsame Nutzung des Spektrums der Radiofrequenzen koordiniert, die internationale Zusammenarbeit bei der Zuteilung von Satelliten-Umlaufbahnen gefördert, an der Verbesserung der Telekommunikationsinfrastruktur in den Entwicklungsländern mitgewirkt und die weltweiten Standards ausgehandelt, die für die nahtlose Verbindung einer Vielzahl von Kommunikationssystemen erforderlich sind. Vom Breitband-Internet bis zu den jüngsten Entwicklungen der drahtlosen Technologien, von der Flugzeug- und Schifffahrtsnavigation zur Radioastronomie und Satellitengestützter Meteorologie, von den Telefon- und Faxdiensten bis zur Ausstrahlung von Fernsehsendungen und Netzwerken der nächsten Generation, hilft die ITU der ganzen Welt zu kommunizieren. Mit ihrer Tätigkeit hat die ITU dazu beigetragen, dass sich die Telekommunikation zur einer Weltindustrie mit Umsätzen von mehr als US$ 1 Billion entwickelt hat.
  60. Verbesserung der Lage indigener Völker – Die Vereinten Nationen haben auf die Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht, die 370 Millionen Menschen erleiden müssen. Indigene Völker leben in 70 Ländern der Welt und gehören zu den am meisten benachteiligten und besonders verwundbaren Bevölkerungsgruppen. Das 16 Mitglieder zählende Ständige Forum für indigene Fragen, das im Jahr 2000 eingesetzt wurde, arbeitet an einer Verbesserung der Lage für die indigenen Bevölkerungen in allen Teilen der Welt auf den Gebieten der Entwicklung, der Kultur, der Menschenrechte, der Umwelt, der Bildung und der Gesundheit.
Quelle: Deutschsprachige Website der UNO in Europa; www.runic-europe.org


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