Guernica - Geschichte eines Luftangriffs

Von Gerhard Piper

Am 26. April 1937 bombardierten deutsche Soldaten der "Legion Condor" die spanische Stadt Guernica. Es war der erste Auslandseinsatz der neuen NS-Reichsluftwaffe und der erste vernichtende Luftangriff auf ein ziviles Flächenziel in der Militärgeschichte. Wieviele Flugzeuge an diesem Angriff beteiligt und wieviele Opfer zu beklagen waren, konnte bis heute nicht geklärt werden. Bis Mitte der siebziger Jahre wurde - sowohl in Spanien als auch in Deutschland - dieser Luftangriff verdrängt und vertuscht. Zu einer Versöhnung mit dem früheren Feind war die Bundesregierung bis heute nicht bereit. In diesem Jahr eröffnete das Friedensmuseum in Guernica ein Dokumentationszentrum, das alle Veröffentlichungen zu der Bombardierung sammelt und dabei insbesondere auf Hilfe aus Deutschland angewiesen ist. Noch immer ist der Name "Guernica" ein Symbol für militärische Zerstörung und militaristisches Verbrechen. Dies zeigte sich zuletzt am 5. Februar 2003 im UN-Sicherheitsrat in New York. Bevor US-Außenminister Colin Powell seine Falschmeldungen über das irakische ABC-Potential weltweit verkündete, ließ er die dort befindliche Kopie des Anti-Kriegsgemäldes "Guernica" von Pablo Picasso zuhängen.(1)

Deutsches Expeditionskorps Legion Condor

Am 18. Juli 1936 putschten die spanischen Faschisten unter Führung von Generalmajor Francisco Franco Bahamonde gegen die linksgerichtete Koalitionsregierung aus Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten in Madrid. Dies war der Beginn eines dreijährigen Bürgerkrieges zwischen regierungstreuen Republikanern und rechten Nationalisten, der mindestens 500.000 Todesopfer forderte und das Land verwüstete. Schließlich siegten die Faschisten und marschierten am 28. März 1938 in Madrid ein. Fortan beherrschte General Franco Spanien bis zu seinem Tod im Jahre 1975. Kirche, Knast und Kasernen waren die Stützen seiner Macht.(2) Zum Erfolg der faschistischen Truppen trug die Militärhilfe der Nazis bei. Dazu hatte die Wehrmacht ein spezielles Expeditionskorps aufgestellt, die Legion Condor.

Der Entschluß zur deutschen Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg und zum ersten Auslandseinsatz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde auf einem Opernball getroffen: Am 26. Juli 1936 empfing Adolf Hitler bei den Wagnerfestspielen in Bayreuth den Abgesandten seines spanischen Gesinnungsgenossen General Francisco Arranz, der ihm die Bitte Francos zum Kauf von zehn Transportflugzeugen vortrug. Adolf Hitler sagte nicht nur diese Flugzeuge zu, sondern entsandte ein ganzes Kampfgeschwader mit 6.500 Soldaten und einem ersten Kontingent von 78 Maschinen.(3) Der Einsatz erhielt den Codenamen "Operation Feuerzauber". Die ersten "Freiwilligen" wurden bereits am nächsten Tag in Marsch gesetzt.(4) Ohne Genehmigung durchflogen die deutschen Militärmaschinen den französischen Luftraum. In Deutschland wurde der Spanieneinsatz u.a. damit "gerechtfertigt", man müsse sich den Zugriff auf die spanischen Erzvorkommen (Blei, Eisen, Kupfer, etc.) sichern, schließlich lief die Aufrüstung der Wehrmacht gerade auf Hochtouren.(5)

So hatten die Nazis erst ein Jahr zuvor, am 1. März 1935, eigenmächtig die Reichsluftwaffe gegründet, obwohl die alliierten Siegermächte nach dem Ersten Weltkrieg Deutschland den Besitz einer eigenen Luftwaffe verboten hatten. Schon vor der NS-Machtergreifung war die Zivilluftfahrt in Deutschland so organisiert gewesen, daß jederzeit der Aufbau einer Luftwaffe möglich war. Als Kern der neuen Luftstreitkräfte diente die "zivile" Lufthansa,(6) deren Direktor, Erhard Milch, als Generaloberst zum Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium aufstieg. Standard-Passagierflugzeug der Lufthansa war die Ju 52/3m "Tante Ju", die von vornherein als militärischer Behelfsbomber konzipiert worden war. Der Einsatz in Spanien sollte den Aufbau der neuen Reichsluftwaffe beschleunigen und die dabei zu gewinnenden Erfahrungen in die weiteren Planungen einfließen. Er wurde unter größter Geheimhaltung vom militärischen Geheimdienst, dem Amt Abwehr/Ausland unter Admiral Wilhelm Canaris, vorbereitet. Obwohl sich Deutschland offiziell dem internationalen Waffenembargo gegen Spanien ab dem 29. August 1936 angeschlossen hatte, erklärte Reichsluftmarschall a. D. Hermann Göring im Nürnberger Prozeß: "Ich sandte mit Genehmigung des Führers einen großen Teil meiner Transportflotte und sandte eine Reihe von Erprobungskommandos meiner Jäger, Bomber und Flakgeschütze hinunter und hatte auf diese Weise Gelegenheit, im scharfen Schuß zu erproben, ob das Material zweckentsprechend entwickelt wurde."(7)

Kommandeur der Auslandstruppe wurde zunächst Generalmajor Hugo Sperrle, als Stabschef fungierte Oberstleutnant Freiherr Wolfram von Richthofen. Die Legion gliederte sich ursprünglich in eine Jagdgruppe mit 27 Heinkel He 51, eine Kampfgruppe mit 30 Behelfsbombern Junkers Ju 52, eine Aufklärergruppe mit 6 He 45 und 12 He 70 und eine Seefliegertruppe mit 9 He 59 und 1 He 60, die von Mallorca aus operierten. Zur Bewaffnung der Flugzeuge gehörten Sprengbomben SC-50 Ida und SC-250 Irma (50 kg bzw. 250 kg) von Rheinmetall-Borsig,(8) Splitterbomben (10 kg) und Streubrandbomben B 1 E (1 kg) des Rüstungskonzerns IG-Farben. Letztere hatten eine Bombenhülle aus Magnesium mit einer Thermitladung, die bei 2400 Grad abbrannte und mit Wasser nicht gelöscht werden konnte. Die Masse der Flugzeugbesatzungen stellte das damalige "Kampfgeschwader 154 Oswald Boelcke", das in Wunstorf und in Langenhagen bei Hannover stationiert war. Zu den Fliegerkräften kam ein kleines Heereskontingent; die Reichsmarine übernahm die Versorgung der Truppe von See her. Auch das Deutsche Rote Kreuz beteiligte sich an der Aggression und schickte mehrere Krankenschwestern.(9)

Im Rahmen der Erprobung neuer Waffensysteme kamen später noch 48 moderne Jagdflugzeuge Messerschmitt Bf 109 B/C, mehrere Sturzkampfbomber Henschel Hs 123 und Junkers Ju 87A/B, sowie einige Bomber He 111B/E, Junker Ju 86D und 15 Dornier Do 17E/P hinzu. Mehrere Rüstungsingenieure der Herstellerfirmen unterstützten den Testeinsatz unter Kriegsbedingungen. Mit den modernen Flugzeugen wurden zugleich neue Einsatztaktiken entwickelt. Die von dem damaligen Oberleutnant Werner Mölders ersonnene Jagdformation des "Schwarms", der aus zwei Rotten mit jeweils zwei Flugzeugen besteht, wurde im 2. Weltkrieg von allen Luftkriegsmächten übernommen und ist noch heute die übliche Kampfformation für Jagdflieger.(19) Die deutschen Militärs hatten eine Erprobung der Streubrandbomben B 1 E schon gegen Ende des Ersten Weltkrieges vorgehabt, um erstmals in einer feindlichen Stadt einen Feuersturm zu entfachen, aber dies war durch Kaiser Wilhelm II 1918 ausdrücklich untersagt worden.(11)

Am 14. August 1936 flog die Legion Condor ihren ersten Luftangriff gegen Málaga. Es folgten Attacken auf Alicante, Cartagena, Madrid und Toledo. Die faschistischen Bodentruppen stießen weiter nach Norden vor, konnten aber zunächst die Landeshauptstadt Madrid nicht einnehmen. Im Frühjahr 1937 erreichten die Nationalisten Nordspanien. Die autonome Provinzregierung des Baskenlandes in Bilbao wurde von den Truppen unter dem Kommando des Generals Emilio Mola umzingelt.

Der Luftangriff auf Guernica

Guernica liegt 33 km östlich von Bilbao am Ufer des Flusses Oca, der weiter nördlich in den Atlantik mündet. Die Kleinstadt hatte damals rund 6000 Einwohner, zudem hielt sich eine unbekannte Zahl von Kriegsflüchtlingen in der Gemeinde auf. In der Stadt gab es mindestens zwei kleine Rüstungsfabriken. Unceta & Cía. produzierte die Heerespistolen der Marke Astra und die Werkzeugfabrik Talleres de Guernica S.A. stellte während des Bürgerkrieges vorrübergehend Munition her.(12) Am Stadtrand befand sich mindestens eine alte Kaserne. Am Tag des Luftangriffs waren mehrere hundert Soldaten versprengter Truppenteile in der Stadt stationiert, die auf ihrer Flucht vor allem im Kloster La Merced Unterschlupf fanden. Diese verfügten nur über zwei brauchbare Maschinengewehre,(13) so daß die Masse der Soldaten während des Luftangriffs desertierte. Obwohl der Ort an sich keine militärische Bedeutung hatte, war die politische Bedeutung der Stadt um so größer: In Guernica befindet sich oberhalb der Stadtmitte das "heilige" Nationalsymbol der Basken, der Stumpf eines alten Eichenbaumes, wo bis 1876 die Ältestensräte aus dem ganzen Baskenland jährlich zusammenkamen, um eine Form von direkter Demokratie auszuüben. Im Jahre 1826 war ein Versammlungsgebäude, die Casa de Juntas, errichtet worden. "Guernica wurde nicht berühmt, weil es bombardiert wurde; Guernica wurde bombardiert, weil es berühmt war," sagte der frühere Bürgermeister von Guernica, Eduardo Vallejo.(14)

Am 26. April 1937 bombardierte die Legion Condor Guernica. Über die Anzahl und Typen der beteiligten Flugzeuge und Bomben gibt es unterschiedliche Detaildarstellungen. Der "Arbeitskreis Regionalgeschichte" aus dem Raum Wunstorf berichtete: "Die Kampfflieger, vermutlich 3 He 111 und 18 bis 23 Ju 52 mit maximal 40 Tonnen Bomben beladen, starteten von Burgos und Vitoria, flogen zunächst nach Norden über den Golf von Biskaya, schwenkten nach Süden über die Gezeitenmündung des Rio Oca und folgten dem Flußlauf bis Guernica. (..) Der Angriff begann um 16.30 Uhr mit einer einzelnen He 111, der bald darauf zwei weitere Maschinen dieses Typs von der VB/88 (VB = Versuchsbomberstaffel = vierte Staffel der Bombergruppe K 88, G.P.) folgten, die ihre Bomben in der Nähe des Bahnhofs abwarfen. Etwa 15 Minuten später erreichte die erste Kette Ju 52 die Stadt, die noch nicht brannte, aber in eine dichte Staubwolke gehüllt war, die die ersten explodierenden Bomben aufgewirbelt hatten. Ziele konnten nicht mehr erkannt werden, so daß die Besatzungen der Ju 52 ihre 250 und 50 kg Sprengbomben sowie Brandbomben ziel- und planlos auf die Stadt abwarfen. (..) Die Angriffswellen folgten in zwanzigminütigem Abstand aufeinander, Ju 52 wechselten sich mit Jagdflugzeugen ab, die mit ihren Bordwaffen flüchtende Männer, Frauen und Kinder auf den Straßen und den umliegenden Wäldern unter Beschuß nahmen. Der Angriff auf Guernica dauerte fast dreieinhalb Stunden, erst gegen 19.45Uhr verschwand das letzte Flugzeug (..)."(15) Dagegen nennt der amerikanische Journalist Mark Kurlansky eine andere Angriffsformation: "Eine einzelne Heinkel 111, ein neuer Bomber, den die Deutschen unter den Gesichtspunkten Geschwindigkeit und Nutzlast entwickelt hatten, flog in geringer Höhe vom Gebirge heran. (..) Dann folgte eine Art von tödlicher Luftfahrtschau, bei der alles vorgeführt wurde, was im deutschen und italienischen Kriegsflugzeugbau neu war. Dreiundzwanzig Junkers Ju 52 tauchten auf (..), daneben die vier Heinkel 111, drei Savoia-Marchetti S81, eine neue, sehr schnelle Dornier Do 17 (ein Bomber, der so schlank war, daß die Deutschen ihn "fliegender Bleistift" nannten), zwölf Fiat CR32 sowie, einigen Berichten zufolge, die erste überhaupt je eingesetzte Messerschmitt BF 109. Dieses neue Kampfflugzeug war ein Wunder der modernen Kriegführung: Es erreichte bis zu 560 Stundenkilometer, hatte kugelsichere Treibstofftanks und eine Reichweite von 640 Kilometern."(16)

Augenzeuge Juan Guezureya berichtete über den Einsatz der Tiefflieger He 51: "In einer Höhe von etwa 30 Meter flogen die beiden Maschinen hin und her wie fliegende Schäferhunde, die eine Menschenherde zum Schlachten zusammentreiben."(17) Der verantwortliche Stabschef der Legion Condor, Wolfram von Richthofen, faßte seine Eindrücke später in einer Tagebuchnotiz zusammen: "Die 250er warfen eine Anzahl Häuser um und zerstörten die Wasserleitung. Die Brandbomben hatten nun Zeit, sich zu entfalten und zu wirken. Die Bauart der Häuser: Ziegeldächer, Holzgalerie und Holzfachwerkhäuser, führte zur völligen Vernichtung. (..) Bombenlöcher auf Straßen noch zu sehen, einfach toll."(18) Noch am Abend des 26. April 1937, als absehbar wurde, daß die Folgen des Angriffes erheblich waren, erhielten die deutschen Flugzeugbesatzungen einen "Maulkorb" verpasst, wie der beteiligte Staffelführer, von Beust, berichtete.(19)

Da unbekannt ist, wieviele Menschen (Einwohner, Pendler, Flüchtlinge) sich am Tag des Angriffs in Guernica aufhielten, konnte nicht exakt geklärt werden, wieviele Tote und Verwundete es bei der Bombardierung gegeben hat. Die Agentur United Press verbreitete in einer ersten Meldung, es habe über 100 Opfer gegeben.(20) Nach Angaben der Jungen Freiheit, einem rechtsradikalen Blatt, sprach ein amtlicher Polizeibericht von 266 getöteten Zivilisten und mehreren Hundert Verletzten. Wahrscheinlich sind rund 300 Personen verbrannt, zerfetzt oder erschossen worden.(21) Angaben, es habe über 1654 Tote und 889 Verletzte gegeben,(22) gelten heute als übertrieben. Die höchsten Schätzungen sprechen von 2000 Todesopfern.(23) Von den rund 400 Häusern waren 71% völlig zerstört, 7% schwer beschädigt und 21% leicht beschädigt. Der gesamte Ortskern der 1000 Jahre alten Stadt zwischen den Straßen San Juan, Adolfo Urioste und Don Tello wurde vernichtet.(24) Drei Tage nach dem Luftangriff besetzten faschistische Truppen die Stadt.

Guernica gilt als das erste zivile Flächenziel, das durch einen Luftangriff völlig zerstört wurde.(25) George Lowther Steer, Korrespondent der britischen Tageszeitung Times, berichtete: "Die ganze Stadt wurde systematisch vernichtet. Die Taktik der Angreifer war ganz klar: zuerst schwere Bomben und Handgranaten, um die Bevölkerung zu sinnlosen Fluchtversuchen zu veranlassen, dann Maschinengewehrfeuer, um sie in unterirdische Verstecke zu treiben und dann schließlich Zerstörung dieser Unterstände mit schweren Feuerbomben."(26) Da die zwölf provisorischen Luftschutzkeller wegen der Erstickungsgefahr nur bedingt brauchbar waren, flüchteten hunderte Einwohner zur Höhle von Santimamine, um sich vor den Gefahren der "modernen Kriegführung" in Sicherheit zu bringen. Die Höhle hatte schon den Steinzeitmenschen Schutz geboten, wie bekannte Höhlenmalereien bekunden.

Bis heute ist nicht geklärt, aus welchem militärischen Grund die Legion Condor die Stadt überhaupt bombardierte. In einer Umfrage unter den Überlebenden im Jahre 1992 äußerten 38 Prozent der Befragten, sie wüßten auch nach 45 Jahren noch nicht, warum man sie angegriffen hatte.(27) Wahrscheinlich wird dies nie geklärt werden; bisher wurden fünf Gründe genannt:
  1. Von deutscher Seite wird in der Regel behauptet, das Hauptziel des Angriffs sei die rund 10 Meter lange Brücke über den Fluß Oca am Stadtrand gewesen, die den Stadtkern mit dem Ortsteil Rentería verbindet, um so den Nachschub für die gegnerischen Fronttruppen zu unterbinden. Allerdings ist die Brücke beim Angriff gar nicht getroffen worden. Stattdessen wurde in Guernica fast alles - eben außer der Brücke - zerstört. Da die republikanischen Truppen überall auf dem Rückzug waren, hätte eine Zerstörung der Brücke nur die Absetzbewegungen unterbunden und so die Kämpfe entlang des Frontverlaufs eher verschärft. Da Guernica rund zwölf Kilometer vom Atlantik entfernt ist, war nicht zu erwarten, daß aus den Fischerdörfern an der Küste (Mudaca, Bermeo) nennenswerte Verstärkungen der republikanischen Seite hätten aufgebracht werden können.(28)
  2. Das Ziel des Angriffs konnte auch die Waffenfabrik Unceta südlich der Brücke gewesen sein. Aber deren Gebäude wurden nicht beschädigt. Da Guernica wenige Tage nach dem Luftangriff von den faschistischen Bodentruppen - die über die Rentería-Brücke kamen - eingenommen wurde, wäre eine Zerstörung der Fabrik militärisch kontraproduktiv gewesen. So aber konnten die Nationalisten die Fabrik besetzen und die Waffenproduktion für die eigene Seite fortsetzen, zumal der Waffenfabrikant Rufino Unceta ein Franco-Anhänger war.(19)
  3. Die dritte These lautet, Ziele des Angriffs seien das Parlamentsgebäude und der Eichenbaum gewesen. Aber auch sie wurden beim Angriff nicht getroffen. Eine Zerstörung der baskischen Nationalsymbole hätte den militärischen Widerstand im Baskenland anfachen können, das damals zu einem Großteil schon von den faschistischen Truppen besetzt war.
  4. Möglicherweise war der Luftangriff eine Vergeltungsaktion für die Lynchjustiz der zivilen Bevölkerung an abgeschossenen Piloten der Legion Condor.(30) Allerdings war in Guernica und seiner näheren Umgebung nie ein deutscher Flieger abgeschossen worden.
  5. Von britischer Seite wurde die Ansicht vertreten, mit dem Angriff sei ein Konzept zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung erprobt worden.(31) Die wäre die praktische Umsetzung der Strategie des "Totalen Krieges", die 1935 von ex-General Erich Ludendorff entworfen worden war.
Für die letzte Vermutung spricht der umfassende Munitionseinsatz und die Dauer des Angriffs sowie das Verhalten der Piloten, die im Tiefflug Frauen und Kinder gezielt erschossen. Außerdem erfolgte am 30. April 1937 ein ähnlicher Angriff gegen die Gemeinde Gálcadano: "Gegen 4 Uhr 30 nachmittags überflogen 24 Bombardierungsflugzeuge, begleitet von sechs Jagdflugzeugen, die zwölf Kilometer von Bilbao entfernte Ortschaft Gálcadano und warfen auf sie rund dreihundert Bomben ab, darunter einige Brandbomben. Die Jagdflugzeuge stießen bis auf vierzig Meter Höhe herunter und beschossen die auf die Felder fliehende Zivilbevölkerung mit Maschinengewehren. 25 Häuser und mehrere in der Umgebung gelegene Fichtenhaine wurden durch Feuer zerstört. In Gálcadano und Umgebung wurden zahlreiche Brandbomben mit der Aufschrift "Berlin-Rheinsdorf 1936. Heil Hitler!" gefunden."(32)

"Wenn sich so etwas in einem größeren Maßstab wiederhole, so würde das eine schreckliche Zukunft für Europa bedeuten," berichtete das NSDAP-Kampfblatt "Völkischer Beobachter" sinngemäß über die Ausführungen des britischen Außenministers Anthony Eden zu Guernica im Londoner Parlament am 6. Mai 1937.(33) Den britischen Militärs wurde schlagartig klar, wie verwundbar ihre eigenen Städte waren. In Deutschland erließ der Reichsluftfahrtminister Hermann Göring am 7. Mai 1937 drei Verordnungen zur Durchführung des neuen Luftschutzgesetzes, insbesondere zum Bau von Luftschutzbunkern.(34)

Kriegspropaganda

Im spanischen Bürgerkrieg beteiligten sich zahlreiche Intellektuelle aus dem Ausland, darunter waren mehrere Schriftsteller - wie Ernest Hemingway, George Orwell, Simone Weil - und Journalisten, die ihre Frontberichte an ausländische Zeitungen übermittelten. Andererseits waren oft keine zuverlässigen Berichte erhältlich, weil die Kommunikationsverbindungen nur dünn gesät oder durch die Kriegshandlungen zerstört waren. Dies führte dazu, daß der Propaganda in diesem Krieg eine bis dahin unbekannte Rolle zukam.

Die faschistische Putschregierung wies jede Verantwortung von sich, so daß nie geklärt werden konnte, ob auch spanische Piloten beim Angriff auf Guernica beteiligt gewesen waren. Wenige Stunden nach dem Angriff behauptete General Queipo de Llano in einer Rundfunkansprache, die roten Truppen hätten bei ihrem Rückzug die Stadt mit Dynamit in die Luft gejagt.(35) Dabei wurde der Umstand, daß unter dem Trümmerschutt zunächst nur wenige Bombentrichter auszumachen waren, zur Desinformation ausgeschlachtet, als hätten die Einwohner ihre eigene Stadt mutwillig in Brand gesteckt und sich gegenseitig umgebracht. Einige Tage später bestritt das Hauptquartier der faschistischen Truppen erneut jede Beteiligung an der Bombardierung von Guernica. Die Stadt sei "kein militärisches Ziel",(36) vielmehr wurde versichert, "daß der schnelle Vormarsch der Nationalisten an der Baskenfront am Dienstag und Mittwoch ohne Luftwaffe und ohne Artillerie durchgeführt worden sei. Regen und Nebel hätten den Einsatz dieser Waffen verunmöglicht." Dies stimmte, zumal der Angriff auf Guernica am Montag bei klarer Sicht erfolgt war.(37) Auch die Gegenseite verbreitete Falschmeldungen. So erklärte eine Delegation der autonomen baskischen Provinzregierung, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs weit entfernt in Barcelona aufhielt, die Eiche und das Parlamentsgebäude seien vernichtet worden.(38)

Als in der Nacht nach dem Angriff die ersten Meldungen über die Zerstörung von Guernica in Berlin eintrafen, wollte Reichskriegsminister Generalfeldmarschall Werner von Blomberg vom Oberkommando der Legion Condor wissen, wer für den Angriff verantwortlich sei. "Keine Deutschen!" wurde ihm wahrheitswidrig erklärt.(39) Dabei hatte Generalmajor Sperrle in seinem Funkspruch Nr. 203 am Abend des 26. April nach Berlin gemeldet: "Sämtliche fliegende Verbände der Legion Condor in mehrmaligem Einsatz Angriff auf zurückgehenden Gegner auf Straßen nördlich Monte Oiz und auf Brücke und Straßen ostwärts Guernica."(40) Zufällig waren Korrespondenten der britischen Tageszeitungen Times und Daily Express in der Nähe von Guernica, die sofort zum Ort des Geschehens eilten, um ihre Berichte über den Luftangriff anzufertigen. Der Times-Artikel wurde am 28. April veröffentlicht und provozierte sofort ein weltweites Medienecho.(41) Ein militärisch unbedarfter Reuters-Korrespondent trug anfangs zur Verwirrung bei, in dem er aus einem Angriff mit dem Flugzeugtyp Ju 52 eine Attacke von zweiundfünfzig Junkers-Flugzeugen machte.(42)

In Deutschland war der Einsatz der Legion Condor zunächst als "Geheime Reichssache" apostrophiert gewesen. Mit der Zunahme der Gefallenen, mußte diese Geheimhaltungspraxis aufgegeben werden. In der Folgezeit ereiferten sich über vierzig NS-Schriftsteller (Werner Beumelburg und Heinz Bongartz alias Jürgen Thorwald etc.) mit heroischen Erzählungen über den Spanieneinsatz. Als Reaktion auf die britische Berichterstattung fertigte die deutsche Seite eigene Propagandaberichte an, die jede Verwicklung in den Luftangriff abstritten. In einem Wochenschau-Bericht hieß es: "Das sind die Ruinen der altspanischen Stadt Guernica wenige Stunden nachdem die bolschewistischen Mordbrenner von den nationalen Truppen vertrieben worden waren. Die jüdische Lügenpresse behauptete, deutsche Flugzeuge hätten die Stadt bombardiert. Jedoch mußte die internationale Weltpresse diese Meldung sehr bald als Pressemanöver der Bolschewisten brandmarken, welche selbst die gesamte Stadt beim Verlassen Haus für Haus niedergebrannt hatten."(43) Als der deutsche Botschafter in Großbritannien, Joachim von Ribbentrop, unvorsichtigerweise vorschlug, eine internationale Untersuchungskommission könne ja nach Guernica fahren, um vor Ort nach der wahren Täterschaft zu suchen, wurde die Legion Condor sofort aktiv. Der bei dem Angriff beteiligte Oberleutnant Karl von Knauer berichtete später: "Es wurden von der Legion Condor Feuerwerker nach G. beordert, die sämtliche Reste von Schwanzflossen der Bomben, Blindgänger etc. entfernten. Danach erhielt Botschafter Ribbentrop die Nachricht, daß jederzeit eine Kommission nach G. kommen könne."(44)

Neben Schriftstellern nahmen sich auch die Maler Oskar Kokoschka und Pablo Picasso des Themas an. Der spanische Maler Pablo Picasso, der vor den Faschisten nach Frankreich geflohen war, erhielt von der offiziell noch amtierenden Regierung den Auftrag, für den spanischen Pavillon der Pariser Weltausstellung 1937 ein Gemälde zu schaffen. Picasso hatte schon mit Vorarbeiten zu einem Gemälde begonnen, als eine Woche später der Luftangriff auf Guernica erfolgte. Unter dem Eindruck der aktuellen Berichterstattung änderte er sein Konzept und schuf mit "Guernica" ein surrealistisches Anti-Kriegsgemälde.(45) Picasso, der nie mehr nach Spanien zurückkehrte, hatte verfügt, daß das Werk erst nach der Demokratisierung Spaniens in seinem Heimatland ausgestellt werden sollte. Am 11. September 1981 wurde das riesige Bild von New York nach Madrid überführt, wo es unter Polizeischutz im Museo Nacional Reina Sofia präsentiert wurde.(46) Nachdem das Gemälde jahrelang dazu beigetragen hatte, daß der Luftangriff auf Guernica nicht in Vergessenheit geriet, ist das Bild heute möglicherweise bekannter als das historische Ereignis, auf das es sich bezieht.

Abzug aus Spanien

Die deutsche Kriegsbeteiligung war für den Sieg der spanischen Faschisten von entscheidender Bedeutung. Am 26. Mai 1938 kehrte ein Großteil der Verbände der Legion Condor nach Deutschland zurück. Am 6. Juni 1939 nahmen Adolf Hitler und Reichsluftfahrtminister Hermann Göring die Siegesparade der heimkehrenden Truppe ab, die durch das Brandenburger Tor defilierte. Der Bürgerkrieg in Spanien war der erste und letzte Krieg, den die Nazis "gewannen". Insgesamt waren 15.000 bis 16.000 Soldaten an der "Operation Feuerzauber" beteiligt, von denen 226 ums Leben kamen. Ein Teil der Flugzeuge blieb in Spanien zur Ausrüstung der dortigen Luftstreitkräfte zurück. Bei ihrem Einsatz hatte die Legion Condor 386 Feindflugzeuge zerstört und rund 21.000 Tonnen Bomben abgeworfen. 232 Maschinen gingen verloren, darunter 156 Exemplare durch Unfälle.(47) General von Reichenau erklärte dazu: "Zwei Jahre Kriegserfahrungen sind nützlicher gewesen als zehn Jahre Ausbildung in Friedenszeiten."(48) Im Jahre 1939 gab die Legion Condor einen umfassenden Erlebnisbericht heraus, der pünktlich zum Beginn des Zweiten Weltkrieges ein Bestseller wurde.(49) Im Zweiten Weltkrieg revanchierte sich General Franco für die deutsche Militärhilfe, und entsandte die "División Azul" an die deutsche Ostfront.

Die Soldaten der Legion Condor machten bei der Reichsluftwaffe und später bei der Bundeswehr Karriere: Oberleutnant Hannes Trautloft, Major Adolf Galland und Oberst Erwin Jaenecke konnten innerhalb weniger Jahre zur Generalität aufsteigen. Nach dem Krieg wurde Heinz Trettner am 1. April 1964 Generalinspekteur der Bundeswehr. Als die Adenauer-Regierung den Soldaten am 1. August 1967 das Recht einräumte, sich in der Gewerkschaft ÖTV zu engagieren, trat Trettner unter Protest zurück.(50) Leutnant Hans Asmus stieg in der Bundesluftwaffe zum Generalmajor auf. Ein Geschwader der Bundesluftwaffe wurde auf den Namen "Boelke" getauft, ein anderes nach Flugkapitän Mölders benannt. In der DDR wiederum wurden mindestens 13 der 5.000 deutschen "Spanienkämpfer" General in der Kasernierten Volkspolizei bzw. der Nationalen Volksarmee, vier Veteranen wurden gar Minister: Friedrich Dickel (1963-1989 Inneres), Heinz Hoffmann (1960-1985 Verteidigung), Wilhelm Zaisser (1950-1953 Staatssicherheit) und Erich Mielke (1957-1989 Staatssicherheit).(51) Von den noch lebenden deutschen Mitgliedern der Internationalen Brigaden haben sich 15 Veteranen in einer Arbeitsgemeinschaft der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) zusammengeschlossen.(52)

Vergangenheitsbewältigung in Spanien

Der Zweite Weltkrieg gab den überlebenden Einwohnern die Chance zur militärischen Vergeltung. Aus ca. 200 Freiwilligen wurde im August 1944 ein "Batallón Guernica" aufgestellt, das am 14. April 1945 bei den Gefechten im französischen Pointe-de-Grave zum Einsatz kam. Sämtliche Spuren des Luftangriffs wurden mit dem Wiederaufbau der Stadt - 1939 bis 1950 - beseitigt. Dazu wurden zeitweise bis zu 18.000 Gefangene des Bürgerkrieges eingesetzt.(53) Nur dem aufmerksamen Besucher mag auffallen, daß es in Guernica kaum wirklich alte Häuser gibt, daß lediglich einige Neubauten durch die Anlage von Torbögen und Säulen auf "alt" getrimmt wurden. Die Legion Condor war Bündnispartner der siegreichen Faschisten, daher blieb der Luftangriff auf Guernica während der Franco-Diktatur ein Tabu-Thema. Erst im Jahre 1970 wurde vom Franco-Regime erstmals eingestanden, daß es in Guernica tatsächlich einen Luftangriff gegeben hatte.(54) Noch 1974, als die beiden britischen Journalisten Gordon Thomas und Max Morgan Witts die Stadt aufsuchten, um für ein Buch über den Luftangriff zu recherchieren, wurde ihnen mit der Polizei gedroht. Der damalige Bürgermeister Gervasio Guezuraga erklärte ihnen: "Für jemanden, der sich mit der Vergangenheit von Guernica beschäftigt, hat die Stadt überhaupt nichts von Interesse zu bieten. Auch ist es sinnlos, darüber zu sprechen, was damals hier mit irgend jemandem geschah."(55)

König Juan Carlos I forderte alle Spanier auf, die Vergangenheit ruhen zu lassen, um gesellschaftliche Spannungen zu vermeiden. Gemäß dieser Vertuschungspolitik der "convivencia pacífica" wurde im Oktober 1977 ein Amnestiegesetz verabschiedet.(56) Zugleich bekam mit der Demokratisierung die "Vergangenheitsbewältigung" eine Chance. Der deutsche Historiker Michael Kasper, der heute in Guernica lebt, berichtete: "Nach dem Tod des Diktators Franco Ende 1975 konnten die Einwohner von Guernica erstmals den Jahrestag der Bombardierung ihrer Stadt in Freiheit begehen. (..) In Guernica existierte das, was die Friedensforscher "Versöhnungshorizont" nennen, d.h. der ehrliche Wille zur Versöhnung mit dem ehemaligen Gegner. Insofern ist es keine bloße Fremdenverkehrswerbung, daß sich Guernica heute als Stadt der Kultur und des Friedens darstellt."(57) So wurde in Guernica-Lumo (die Schreibweise im baskischen Euskera lautet Gernika-Lumo) zum fünfzigsten Jahrestag des Luftangriffs 1987 ein Friedensforschungsinstitut (Gernika Gogoratuz - Centro de Investigación por la Paz) gegründet, das sich insbesondere der Friedenspädagogik widmet.(58) Zwei Kriegsdienstverweigerer aus Deutschland leisten hier ihren Zivildienst. Im Jahre 1998 folgte ein kleines Friedensmuseum (Museo de la Paz de Guernica bzw. Gernikako Bekearen Museoa), das die wenigen Ausstellungsstücke präsentiert, die über Jahrzehnte von Privatpersonen bewahrt wurden. Das Museum erhielt 2003 ein Dokumentationszentrum (Centro de Documentación sobre el Bombardeo de Guernica bzw. Gernikako Bonbardeaketari buruzko Dokumentazio Zentrua), das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Veröffentlichungen und Dokumente zum spanischen Bürgerkrieg und dem Luftangriff zu sammeln.(59) Dabei ist man auf internationale Hilfe angewiesen, zumal spanische Militärarchive - aus politischen Gründen - Akten weiterhin geheimgehalten. Weil in Spanien die "Demokratie" von den Faschisten selbst eingeführt wurde, die sich damit ihre lukrativen Posten im Staatsdienst sicherten, könnte man fragen, ob die alten autoritären Strukturen unterschwellig fortbestehen.(60)

In bezug auf die Aussöhnung mit Deutschland war die Politik der baskischen Vertreter von vornherein durch zwei Prämissen bestimmt: Man stellt keine (finanziellen) Forderungen,(61) erlaubt aber andererseits nicht, daß sich Deutschland aus seiner historischen Verantwortung "freikauft". Dennoch wurde in der deutschen Presse behauptet, die Gemeindevertreter aus dem Baskenland wären nur gekommen, um Hilfsgelder zu schnorren.(62) Der CDU-Bundestagsabgeordnete Heinrich Pohlmeier aus Paderborn äußerte 1987 sogar den Verdacht, hinter den baskischen Versöhnungspolitikern verberge sich womöglich die Terroristengruppe ETA.(63)

Versöhnung Made in Germany

Nach dem Spanieneinsatz entwickelten sich die politischen Beziehungen anders als erwartet. Im Jahr 1940 bezeichnete Adolf Hitler seinen spanischen Gesinnungsgenossen Francisco Franco treffend als "klerikales Schwein".(64) Bei den Nürnberger Prozessen kam auch der Luftangriff auf Guernica zur Verhandlung. Zwar wurde Reichsluftmarschall Hermann Göring wegen seiner zahllosen Verbrechen hingerichtet; hingegen wurde der zum Generalfeldmarschall aufgestiegene Hugo Sperrle freigesprochen und im Juni 1949 in einem Entnazifizierungsverfahren der Alliierten als "nicht belastet" eingestuft.(65) In Spanien hatten Deutsche auf beiden Seiten gekämpft. In diesem Sinne war der spanische Bürgerkrieg auch ein Bürgerkrieg unter Deutschen gewesen. In der Bundesrepublik, dem Land der Täter, war der Überfall auf Guernica jahrzehntelang nicht Teil einer kollektiven Schuld, sondern des kollektiven Vergessens. Dies fiel durch die Verdrängungskumpanei der Regierungen in Bonn und Madrid um so leichter. Zur gesellschaftlichen Problematik der deutschen Vergangenheitsbewältigung erklärte der Historiker Michael Kasper: "Die überraschende Solidarität der bundesrepublikanischen Gesellschaft mit den Schuldigen an Völkermord und Krieg und die Dynamik ihrer sozialen Reintegration können als ein Beweis für die enorme Identifikationskraft des Nationalsozialismus angesehen werden. (..) Die Politik der Rehabilitierung der einstigen Nationalsozialisten war die Folge eines kollektiven Wunsches der Mehrheit der Deutschen und trug wesentlich dazu bei, daß der profunde Unrechtscharakter des NS-Regimes in Vergessenheit geriet. Letztendlich handelte es sich nicht um die Resozialisierung einer bestimmten Zahl von Verbrechern, sondern um die moralische Rehabilitierung von Millionen."(66)

Erst ab Mitte der siebziger Jahre erschienen in der BRD die ersten Bücher, die die historischen Fakten des Luftangriff auf Guernica darstellten. Seitdem versucht eine Phalanx aus Neonazis, CDU/CSU-Politikern, Bundeswehroffizieren und Burschenschaftlern die Ereignisse von Guernica herunterzuspielen: Noch 1985 beteuerte Oberst Walter Holinka, Geschwaderkommandeur auf dem Fliegerhorst Wunstorf: "Das in Wunstorf stationierte Kampfgeschwader Boelcke war nicht maßgeblich an der Legion Condor beteiligt."(67) Auch Generalmajor Jürgen Schreiber wehrte sich 1992 gegen das "Guernica-Geschwätz". Der 26. April sei kein Markttag gewesen, daher hätten sich nicht soviele Personen in der Stadt aufgehalten und demgemäß wäre die Zahl der Todesopfer nicht so groß.(68) Und Generalleutnant Franz Uhle-Wettler verbreitete, daß der Angriff "nachweislich nur eindeutig militärischen Zielen" galt.(69) Für Oberst Erwin Jaenecke war die Bombardierung von Guernica zunächst einfach "ein voller Erfolg der Luftwaffe".(70) Nachdem Kritik an dem Luftangriff aufgekommen war, korrigierte er seine Meinung nur ein bißchen: Weder die deutschen Faschisten noch die spanischen Antifaschisten waren für die Zerstörung von Guernica verantwortlich, sondern die Italiener. Sie hätten ihre Bomben nicht auf die Brücke, sondern irrtümlich auf die Innenstadt abgeworfen.(71)

Der CSU-Politiker Erich Riedl, Mitglied des Bundestages und des Aufsichtsrates von Messerschmitt-Bölkow-Blom, machte in einer Parlamentsdebatte am 28. September 1995 "ungünstige Windverhältnisse", "Sichtbehinderung" und "unzureichende Zieltechnik" für die Zerstörung von Guernica verantwortlich.(72) Diese Politik des Ableugnens war so vorherrschend, daß ausgerechnet diejenigen, die die historischen Fakten darlegten, sich dem Vorwurf ausgesetzt sahen, sie würden die geschichtlichen Tatsachen verfälschen.(73) Dabei übersah man in Deutschland geflissentlich, daß in Guernica mehrere tausend Augenzeugen des Luftangriffs genau wußten, wer verantwortlich war.(74) Wer eine Kleinstadt von 6.000 Einwohnern mit mindestens drei Dutzend Spreng- und mehreren Splitterbomben, fast 3.000 Brandbomben und Tausenden Granaten aus den Bordkanonen und MGs der Flugzeuge beschossen hatte, konnte anschließend nicht glaubhaft versichern, man wäre überrascht, daß es Zerstörungen gab.

Einen ersten Versuch zur Aussöhnung zwischen Guernika und Deutschland unternahm der spanische Jesuitenpater Jesús Arana Urkiola, als er 1979 die Gründung der "Comisión Guernica" initiierte. Jahrelang bat er vergeblich um eine Geste der Versöhnung von Seiten der Bundesregierung.(75) Wie der deutsche Botschafter in Spanien, Lothar Lahn, am 22. Oktober 1981 erklärte, sei "das Thema Vergangenheitsbewältigung als abgeschlossen zu betrachten".(76) Schließlich wurde Aranas Bemühen von den beiden Repräsentanten der deutschen Friedensbewegung Petra Kelly und ex-General Gert Bastian aufgegriffen. Während die Kohl-Regierung zu den Gedenkfeiern anläßlich des 50. Jahrestags der Bombardierung im April 1987 lediglich den Stellvertreter des deutschen Konsuls in Bilbao entsandte, reisten Kelly und Bastian persönlich nach Guernica, um vor Ort einen Kranz niederzulegen. Nach langen Anfangsschwierigkeiten wurde am 29. April 1989 zwischen Guernica und Pforzheim, das am 23. Februar 1945 durch einen Bombenangriff fast völlig zerstört worden war, eine Städtepartnerschaft (span. hermanamiento) ins Leben gerufen. Seitdem gibt es zwischen beiden Partnerstädten zahlreiche wechselseitige Besuche und verschiedene Austauschprogramme. Sichtbare Spuren haben die Deutschen nicht hinterlassen. Lediglich in der Stadtbücherei fallen ein paar Bücher über die "Goldstadt" Pforzheim und den Schwarzwald auf, die hier so gar nicht hinpassen. Und gegenüber dem Tourismusbüro erinnert eine Tafel daran, daß ein Wanderverein aus Pforzheim mit deutscher Gründlichkeit einige Wege um Guernica mit Markierungen ausgezeichnet hat, an die sich wohl kein Spanier je halten wird.

Die christlich-liberale Bundesregierung verweigerte sich dem Versuch einer Aussöhnung. Mitte der achtziger Jahren bot Hans-Dietrich Genschers Außenministerium lediglich einen Zuschuß von 10.000 DM (!) für den Wiederaufbau einer Kirche an.(77) Noch am 24. April 1997 lehnte der deutsche Bundestag es ab, für die Zerstörung von Guernica ein Schuldeingeständnis abzulegen. In dieser Situation wurde an den Bundespräsidenten die Bitte herangetragen, zur Verständigung beizutragen. Aus Anlaß des sechzigsten Jahrestages der Bombardierung richtete Roman Herzog am 27. April 1997 ein Grußwort an die Einwohner von Guernica: "Ich möchte mich der Vergangenheit stellen und mich zur schuldhaften Verstrickung deutscher Flieger ausdrücklich bekennen. An Sie als Überlebende des Angriffs, als Zeugen des erlittenen Grauens richte ich meine Botschaft des Gedenkens, des Mitgefühls und der Trauer. (..) Ihnen, die die Wunden der Vergangenheit noch in sich tragen, biete ich meine Hand mit der Bitte um Versöhnung."(78)

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen bewilligte der Kanzler und Historiker Dr. Kohl schließlich drei Millionen DM als Zuschuß zum Bau einer Sporthalle, der in den Jahren 1997 bis 1999 ausgezahlt wurde. Dies ist bis heute die einzige "Wiedergutmachung" von Seiten der deutschen Bundesregierung: Eine Sportanlage für die Zerstörung einer ganzen Stadt! Aus der "Geste des Friedens und der Versöhnung" wurde eine "Geste der Peinlichkeit", wie eine Berliner Friedensinitiative feststellte.(79) Die Grünen bildeten da nur scheinbar eine Ausnahme: Aus Anlaß des sechzigsten Jahrestages der Bombardierung schenkten sie der Stadt ein Foto von Petra Kelly.(80)

Fußnoten
  1. Dirk Eckert, Der Luftkrieg gegen die Städte, 4.3.2003, http://heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/14301/1.html
  2. Tausende Pastoren hatten während des Bürgerkrieges auf beiden Seiten "gekämpft" und waren dafür ermordet worden. Nach dem Sieg der Faschisten verbrüderte sich der Vatikan mit den Franco-Faschisten. Im Jahre 1945 wurde der Katholizismus quasi zur Staatsreligion gekürt. Erst durch das sogenannte Protestantenstatut1967 wurde auch den Anhängern der evangelischen Kirche erlaubt, ihren Glauben - im privaten Rahmen - auszuüben.
  3. N.N., Schwarze Sonne über Spanien - Anti-Terror-Krieg. Die Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg, o.D., http://reformline.de/legion.html
  4. Später nannte sich ein Tochterunternehmen der Lufthansa "Condor Flugdienst GmbH" und flog deutsche Touristen zu spanischen Urlaubsorten, die früher von der Legion Condor bombardiert worden waren.
  5. An der Ausbeutung der Bodenschätze in Spanien und Spanisch-Marokko waren u.a. die Konzerne Haniel, Metallgesellschaft und Röchling beteiligt. Siehe: Hubert Brieden / Heidi Dettinger / Marion Hirschfeld, "Ein voller Erfolg der Luftwaffe" - Die Vernichtung Guernicas und deutsche Traditionspflege, Nördlingen, 1997, S.39.
  6. Dorothy Woodman (alias Albert Schreiner), Hitler treibt zum Krieg, Paris, 1934, (Reprint-Ausgabe Berlin, 1979), S. 359ff.
  7. Zit. n.: Hubert Brieden, a.a.O., S.36.
  8. Die Minenbombe SC 250 wurde von Rheinmetall in Düsseldorf hergestellt.
  9. Roger James Bender, Legion Condor, San Jose, USA, 1992, S. 247.
  10. N.N., Schwarze Sonne über Spanien, a.a.O.
  11. Wolfgang Fleischer, Deutsche Abwurfmunition bis 1945, Stuttgart, 2003, S. 29.
  12. Unceta stellte erst 2002 ihre Waffenproduktion ein.
  13. María Jesús Cava Mesa, Memoria colectiva de bombardeo de Gernika, Guernica, 1996, S.112.
  14. Wolfgang Wippermann, Gernika und die Deutschen, Rede zur Einweihung des Guernica-Platzes in Berlin am 27.11.1998, www.geocities.com/gernika_kultur/gerunddeuts.htm
  15. Hubert Brieden,a.a.O., S. 69f.
  16. Mark Kurlansky, Die Basken - Eine kleine Weltgeschichte, München, 2000, S. 251f.
  17. Gordon Watts / Max Morgan Witts, Der Tag an dem Guerncia starb, Bergisch Gladbach, 1979, S. 274.
  18. Hubert Brieden, a.a.O., S. 72.
  19. Klaus A. Maier, Guernica 26.4.1937, herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Freiburg, 1975, S. 157.
  20. N.N., Ohne Titel, Neue Zürcher Zeitung, 28.4.1937, Mittagsausgabe, S. 2.
  21. Jochen Arp (u.a.), Der tragische Tod Guernicas, Junge Freiheit, 2.5.1997.
  22. Günter Pritzke, Die barbarischen faschistischen Terrorangriffe auf Madrid, Durango und Guernica, in: Militärakademie "Friedrich Engels"; Interbrigadisten, Berlin, 1966, S. 272.
  23. Roger James Bender, a.a.O., S. 45.
  24. Gernikazarra, Bilder des Wiederaufbaus, Gernika, 1989, S. 7.
  25. Tatsächlich wurde schon am 31. März 1937 die Stadt Durango von der deutschen Luftwaffe zerstört, aber diese Bombardierung erregte nicht soviel Aufmerksamkeit und geriet in Vergessenheit. Siehe: Günter Pritzke, a.a.O., S. 272.
  26. Bericht der Times, zit.n.: N.N., Die Zerstörung von Guernica, Neue Zürcher Zeitung, 28.4.1937, Abendausgabe, S. 2. Steer erhielt anschließend Morddrohungen von Seiten der faschistischen Truppen.
  27. María Jesús Cava Mesa, Memoria colectiva de bombardeo de Gernika, Guernica, 1996, S. 251. Der Fragebogen ist in dem Buch abgedruckt (S. 289-291).
  28. Klaus A. Maier, a.a.O., S. 55f. Die Brücke wurde später modernisiert und eine zweite Verbindung knapp 100 Meter weiter südlich zusätzlich errichtet.
  29. Auch die Wehrmacht erhielt 24.000 Astra-Pistolen aus Guernica.
  30. Antonio Asensio, La Legion Condor - Breve historia de las fuerzas alemanas en la Guerra Civil Espanola, 1999, www.avsim.com/latino/europa/Noviembre99/condor/LaLegionCondor.html
  31. Klaus A. Maier, a.a.O., S.8.
  32. N.N., Übersicht Spanien, o. D., http://felix.2.2y.net/deutsch/spanien/spanien13.html
  33. N.N., Ausweichende Erklärungen Edens zum Fall Guernica, Völkischer Beobachter, 7.5.1937, S. 2.
  34. N.N., Die Durchführung des Luftschutzgesetzes, Völkischer Beobachter, 9.5.1937, S. 2.
  35. Roger James Bender, a.a.O., S. 45.
  36. N.N., Ohne Titel, Neue Zürcher Zeitung, 28.4.1937, Mittagsausgabe, S. 1.
  37. N.N., Ohne Titel, Neue Zürcher Zeitung, 29.4.1937, Mittagsausgabe, S. 1.
  38. N.N., Ohne Titel, Neue Zürcher Zeitung, 28.4.1937, Abendausgabe, S. 2.
  39. Roger James Bender, a.a.O., S. 44.
  40. Legion Condor, Spruch Nr. 203, Abendmeldung vom 26.4.37, Absendende Stelle Sander (Deckname für Sperrle, GP), An: Wilde, Sander Ia, Jefatura del Aire, Anker, Imker, Partner-Cadiz, Funkstelle, Siehe dazu: Klaus A. Maier, a.a.O., S. 119.
  41. N.N., Greuelpropaganda als Nachhilfe für die englische Aufrüstung, Völkischer Beobachter, 4.5.1937, S. 1.
  42. N.N., Reuter-Enten über Guernica, Völkischer Beobachter, 1.5.1937.
  43. Hubert Brieden, a.a.O., S. 75.
  44. Klaus A. Maier, a.a.O., S. 159. Ribbentrop wurde am 4. Februar 1938 Reichsaußenminister.
  45. Juan Antonio Ramírez, Guernica - La historia y el mito, en proceso, Madrid, 1999.
  46. Karl Kränzle, "Guernica" nach 44 Jahren in Spanien, Frankfurter Rundschau, 11.9.1981, S. 1.
  47. Antonio Asensio, La Legion Condor - Breve historia de als fuerzas alemanas en la Guerra Civil Espanola, 1999, www.avsim.com/latino/europa/Noviembre99/condor/LaLegionCondor.html
  48. N.N., Schwarze Sonne über Spanien, a.a.O.
  49. Legion Condor, Deutsche kämpfen in Spanien, Berlin, 1939. Der Luftangriff auf Guernica wird auf 144 Seiten nur in einem einzigen Satz (S. 18) erwähnt: "Der neue Vorstoß in Richtung Nordwest auf Guernica unter besonderem Einsatz der Luftstreitkräfte drängte die Roten um zwanzig Kilometer bis in die Höhe von Guernica zurück."
  50. Der sowjetische Geheimdienst KGB verbreitete damals die Falschmeldung, Trettner habe den Angriff auf Guernica geleitet. Tatsächlich wurde Trettner erst am 15. September 1937 zum Staffelkapitän ernannt. Siehe: Gordon Thomas / Max Morgan Witts, a.a.O., S. 319.
  51. Klaus Froh / Rüdiger Wenzke, Die Generale und Admirale der NVA, herausgegeben vom Militärischen Forschungsamt, Berlin, 2000, S. 215f; Bernd-Rainer Barth (u.a.), Wer war Wer in der DDR, Frankfurt/Main, 1995.
  52. VVN-BdA, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Tel: 030/29784174, www.vvdn-bda.de
  53. Gernikazarra, Bilder des Wiederaufbaus, Gernika, 1989, S. 7.
  54. Mark Kurlansky, Die Basken - Eine kleine Weltgeschichte, München, 2000, S. 257.
  55. Gordon Thomas / Max Morgan Witts, a.a.O. S. 8.
  56. Julia Macher, Verdrängung um der Versöhnung willen? Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, 2002, S. 116ff. Erst seit zwei, drei Jahren werden in Spanien die Massengräber mit 30.000 "Verschwundenen" aus dem Bürgerkrieg lokalisiert und geöffnet.
  57. Michael Kasper, Heilige Stadt der Basken - Gernika, in: Reiner Wandler (Hg.), Euskadi - Ein Lesebuch zu Politik, Geschichte und Kultur des Baskenlandes, Berlin, 1999, S. 114.
  58. Gernika Gogoratuz, Artekalea 1, 48300 Guerncia-Lumo, www.gernikagogoratuz.org
  59. Centro de Documentación sobre el Bombardeo de Guernica, Foru Plaza1, 48300 Guernica-Lumo, dokumentaziozentrua@gernika-lumo.net
  60. Julia Macher, a.a.O., S. 118ff.
  61. Michael Kasper, Gernika und Deutschland - Geschichte einer Versöhnung, Guernica, 1998, S. 36.
  62. Hubert Brieden, a.a.O., S. 101.
  63. Jesús Arana Urkiola, Gernika-Alemania: dificiles gestiones, Bilbao, 1992, S. 297.
  64. N.N., Schwarze Sonne über Spanien, a.a.O.
  65. N.N., Hugo Sperrle, http://balsi.de/biographsperrlehugo.htm
  66. Michael Kasper, Gernika und Deutschland, a.a.O., S. 29f.
  67. Hubert Brieden, a.a.O., S. 93.
  68. Jürgen Schreiber, Erneut "Guernica-Geschwätz", in: Gert Bastian / Petra Kelly, Guernica und die Deutschen: Documentation, Nördlingen, 1992, S. 206ff.
  69. Franz Uhle-Wettler, Der Einfluss der "political correctness" auf unser Geschichtsbild, 25.4.2002, www.swg-hamburg.de/Geschichtspolitik/Der_Einfluss_der__political_co/body_der_einfluss_der__political_co.html
  70. Hubert Brieden, a.a.O., S. 71.
  71. Klaus A. Maier, a.a.O., S. 160.
  72. Vgl. Arne Behrensen, a.a.O., S. 10. Riedl bezieht sich darauf, daß die Behelfsbomber Ju 52 mit dem schwierig zu handhabenden Bombenrichtgerät GV 219 d ausgestattet waren.
  73. Hubert Brieden, a.a.O., S. 75.
  74. Zur Zeit leben noch etwa 220 Zeitzeugen. Siehe dazu die Namensliste in: Gernika Gogoratuz, XII Jornadas Internacionales de Cultura y Paz de Gernika, Bilbao, 2003, S. 209-212.
  75. Jesús Arana Urkiola, Gernika-Alemania: dificiles gestiones, Bilbao, 1992.
  76. Michael Kasper, Gernika und Deutschland, a.a.O., S. 38.
  77. ebd., S. 43.
  78. Zit. n. Michael Kasper, Heilige Stadt der Basken, a.a.O., S. 118.
  79. Vgl. Arne Behrensen, a.a.O., S. 10.
  80. Dirk Hempel, Sechzig Jahre saubere Wehrmacht, Junge Welt, 26.4.1997, www.juso-hsg-aachen.de/rofo/Guernica.html

Der Beitrag von Gerhard Piper ist erschienen in: antimilitarismus information 7-8/2003, S. 68-83. Wir danken dem Autor für die Überlassung des Manuskripts.


Zurück zur Seite "Kriegsgeschichte"

Zur Spanien-Seite

Zurück zur Homepage