Globalisierung, Armut und Reichtum, 03.01.2003 (Friedensratschlag)
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Der Abgrund zwischen Reich und Arm und die Globalisierung / The Rich-Poor Gap and Globalisation

Von / By Niranjan D. Chatterjee

Die deutsche Fassung des Aufsatzes "The Rich-Poor Gap and Globalisation", kürzlich erschienen bei Independent Media Centre, Ontario; www.ontario.indymedia.org (article id: 13793), ist vom Autor leicht gekürzt worden. Die Übersetzung aller Originalzitate ist wortgetreu, der Rest ist frei übertragen. Übersetzung: Gudrun und Niranjan D. Chatterjee.

Zusammenfassung

Die Kluft zwischen Armen und Reichen ist die Konsequenz einer 1948 fomulierten, damals geheimen, aussenpolitischen Zielvorgabe der USA und des Bretton Woods Welt-Handelssystems, das 1944 von der UN eingeführt, jedoch später modifiziert wurde, um den Reichen zu dienen. Die westlichen Nationen profitierten zunächst davon; nun aber holt der Mangel auch sie langsam ein. Nur die Zivilgesellschaft kann Gerechtigkeit einfordern. Wird sie es tun?

Liste der Akronyme
  • BWT, Bretton Woods Trio;
  • GATT, General Agreement on Tariffs and Trade;
  • GDP, Bruttosozialprodukt;
  • IFG, International Forum on Globalisation;
  • IMF, Internationales Währungsfond;
  • NG, Neoliberale Globalisierung;
  • NRF, NATO Response Force;
  • PPS 23, Policy Planning Study 23;
  • SAP, Strukturanpassungsprogramm des IMF;
  • TNCs, Transnationale Konzerne;
  • WB, Weltbank;
  • WHS, Welt-Handelssystem;
  • WMD, Massenvernichtungswaffen;
  • WTO, Welthandelsorganisation;
  • WW II, Der zweite Weltkrieg

Einführung

In seiner Dankesrede zur Verleihung des Friedens-Nobelpreises am 10.12.2002 sagte Präsident Carter: "Am Beginn dieses Jahrtausends ist... die grösste Herausforderung, der sich die Welt gegenüber sieht, ... der wachsende Abgrund zwischen den reichsten und den ärmsten Völkern der Erde."(0) Um die Tiefe dieses Abgrundes sichtbar zu machen, hier einige Fakten: 1998 betrug das Pro-Kopf-Jaheseinkommen der Reichen, die 15% der Weltbevölkerung ausmachen, $ 25.510. Dagegen mussten 60% der Armen mit $ 520 jährlich auskommen (1). Begraben ist die Hoffnung, dass das Ende des Kolonialismus die menschliche Gesellschaft humaner machen und den Lebensstandard der Völker heben würde, die jahrhundertelang unterjocht waren. Die ehemaligen Kolonialmächte und die transnationalen Konzerne (TNCs) beuten die Armen erneut aus. Zu den 100 grössten globalen Ökonomien zählen 51 TNCs und 49 Länder (2). Selbst in die reichen Länder, die einen Wohlstand auf breiter Basis erreicht hatten, kehrt die Armut seit den 80er Jahren zurück. Dafür sind einige ganz wenige Reiche mega-reich geworden: die 497 Milliardäre der Welt haben mehr Geld als das Einkommen der ärmsten Hälfte der Menschheit (3). Dieser eklatante Abstand, der grösste der Geschichte, hat die Welt in Aufruhr, Terror und Krieg gestürzt.

Zur Vorgeschichte

Ein Grossteil dieser Katastrophe ist bedingt durch das Bretton Woods Welt-Handelssystem (WHS), das die UN 1944 einführte, und die amerikanische Aussenpolitik, die 1948 fomuliert und seiher Schritt für Schritt durchgesetzt wurde. Sie führten nach dem zweiten Weltkrieg (WW II) in den 50er Jahren zum Wiederaufstieg Westeuropas, zu einer Zeit, als auch die amerikanische Wirtschaft boomte (4). Nun aber haben sich diese beiden zu Triebkräften der globalen Ausbeutung der Armen entwickelt. Dieser Neokolonialismus legt, wie ehemals der Kolonialismus, das Hauptgewicht auf das Kapital und degradiert die Menschen zur Nebensache. Ende der 50er Jahre kamen auch Westeuropa, Japan, Kanada und Australien auf den Geschmack dieses schnellen Geldes. Seither haben auch sie die globale Ausbeutung betrieben, wobei tonagebend die G7 Länder sind. Verantwortlich dafür sind nicht die Bevölkerungen dieser Ländern, sondern diejenigen, die diese Politik betreiben.

Mit dem Umbau des WHS der geregelten Umtauschkurse und des Kapitalverkehrs zum totalen Markt mit restriktionslosem globalem Kapitalfluss um die Mitte der 70er Jahre fing die Ära der neoliberalen Globalisierung (NG), auch "Corporate" oder "Economic" Globalisation genannt, an. Gleichzeitig vertiefte sich die Kluft zwischen Reichen und Armen. Zur Erinnerung: 1820, als der europäische Kolonialismus bereits 300 Jahre im Gange war, stand die Kluft - ausgedrückt als Einkommensverhältnis Reich:Arm - bei 3:1; um 1950, als die Kolonien abbröckelten, betrug sie bereits 35:1. 1973, noch vor Beginn der NG, stand das Verhältnis bei 44:1, um im Jahre 1992, nach knapp 20 Jahren der NG, auf 72:1 anzuschwellen. (3)

Es ist das Ziel dieses Aufsatzes, die Gründe dieser Entwicklung zu beleuchten und zu berichten, was die Zivilgesellschaft, von der Öffentlichkeit kaum beachtet, an Lösungsmöglichkeiten vorschlägt, um den Menschen sowohl in den armen wie in den reichen Ländern Gerechtigkeit zu verschaffen.

Instrumente der Unterdrückung

Am 20. Juli 1944 ging die Bretton Woods Konferenz der UN, an der 45 Nationen teilnahmen, zu Ende. Es war die Absicht der Konferenz, globale Instanzen zu schaffen, die den Wohlstand fördern und so zum Frieden beitragen würden. Es sind dies der Internationale Währungsfond (IMF), ein Vorgänger der jetzigen Weltbank (WB), und des GATT (General Agreement on Tariffs and Trade), aus dem 1996 die Welthandelsorganization (WTO) entstand. Betont wurde in der Abschlusserklärung, dass alle Staaten sich an die Spielregeln zu halten hätten, denen sie zugestimmt hatten. "Wenn ... eine kleine Gruppe von Nationen versucht, ... für sich Handelsvorteile zu erreichen, entstehen ... Schäden für die übrigen nationalen Wirtschaften" (10). Kaum hatten die westlichen Nationen das Wirtschaftstief der Nachkriegsjahre überwunden, begannen sie, genau jene Vorteile für sich zu erwirken. Der IMF verkam zu einem Instrument der Durchsetzung von NG, und die WTO verschärft diese Tendenz noch weiter. Das Bretton Woods Trio (BWT), bestehend aus IMF, WB und WTO, hat kein demokratisches Mandat; ausschlaggebend sind die reichen Nationen, die armen sind praktisch machtlos (11,12).

Noch abenteuerlicher ist die oben erwähnte aussenpolitische Zielvorgabe der USA von 1948. Autor des damals geheimgehaltenen Dokuments des State Department "Policy Planning Study 23" (PPS 23) war George Kennan. Das Dokument ist auch heute nicht leicht zugänglich. Noam Chomsky hat es in seinem Buch "What Uncle Sam Really Wants" (13) auszugsweise wiedergegeben. Ich zitieren daraus: "wir haben etwa 50% des Weltvermögens, jedoch nur 6,3% der Bevölkerung. In dieser Situation werden wir unweigerlich die Zielscheibe von Neid und Ressentiment sein. Unsere wirkliche Aufgabe für die nächste Zeit wird sein, Beziehungen zu schaffen, die uns erlauben, diese Relation der Ungleichheit aufrecht zu erhalten. Um dies zu erreichen, werden wir uns alle Sentimentalität und Träumerei versagen müssen, und unsere Aufmerksamkeit muss stets auf unser unmittelbares nationales Interesse konzentriert bleiben. Wir sollten aufhören, über vage und ... unrealistische Vorstellungen wie Menschenrechte, Erhöhung des Lebensstandards und Demokratisierung zu reden. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem wir im Umgang mit Anderen unsere Macht stets werden herauskehren müssen. Je weniger wir dann von derartigen idealistischen Slogans behindert sind, desto besser."

Um die Öffentlichkeit über die wahren Absichten des PPS 23 zu täuschen und sich dennoch ihre Unterstützung zu sichern, werden von den USA gerade jene idealistischen Slogans laut verkündet. Sie sagen genau das Gegenteil von dem, was sie meinen. Und die Politiker wie die Mainstream-Medien plappern sie nach.

Die US-Aussenpolitik verfolgte vier weitere Ziele (13): (i) Die Industrigesellschaften des Westens und Japans nach dem WW II wieder aufzubauen und ihnen die Ideologie des totalen Marktes aufzuprägen, nach der die Wirtschaft dominiert, die Arbeiterschaft gespalten ist und die Last des Wiederaufbaus allein auf den Schultern der Arbeiterschaft liegt; (ii) die "Grand Area" den Erfordernissen der US-Wirtschaft unterzuordnen; (iii) den Kommunismus zu bekämpfen; und (iv) die amerikanischen TNCs zu befördern.

Der Wiederaufbau des kriegszerstörten Westeuropa hatte hohe Priorität. Das US-Planungsteam hatte recht früh erkannt, dass die Bedrohung in Europa weniger vom sowjetischen Kommunismus als von dem radikaldemokratischen Ideal herrührte. Um dies zu bekämpfen, initiierten die USA den Marschall-Plan. Westeuropa erhielt $ 12 Md an Krediten und Zuwendungen; Westdeutschland durfte ab 1949 auch daran teilhaben. Um 1950 erreichten in Westeuropa Landwirtschaft, Industrie und Aussenhandel etwa das Vorkriegsniveau. Am 4. April 1949 wurde von den USA, Kanada und 10 europäischen Staaten die NATO gegründet. Präsident Truman sah darin einen "Schutzschild gegen Aggression - ein Bollwerk, das uns erlaubt, voranzukommen mit unserem eigentlichen Anliegen ... ein erfüllteres und zufriedeneres Leben für alle unsere Bürger zu erreichen." (15) Zwei Generationen danach zählen die Deutschen - das Hauptbollwerk gegen Aggression -- zu den eifrigsten Unterstützern der US-Aussenpolitik.

Das Konzept der Grand Area wurde vom State Department und dem Council on Foreign Relations noch während des WW II entwickelt. Die Grand Area sollte die beiden Amerikas, Westeuropa, den Fernen Osten, das ehemalige British Empire, den ölreichen Mittleren Osten und die restliche Dritte Welt - praktisch die ganze Welt -- umfassen. Jeder Region wurde eine spezifische Aufgabe zugeteilt. In dieser Weltordung sollten die Industrienationen von den "great workshops", Deutschland und Japan, nunmehr unter amerikanischer Aufsicht, angeführt werden. Die Dritte Welt sollte als Lieferant von Rohstoffen und als Markt für westliche Exporte dienen. Sie sollte zu Gunsten des Wiederaufbaus Westeuropas und Japans ausgebeutet werden. Dem US-Militär fiel die Aufgabe zu, das grosse Areal der Grand Area zu sichern, falls nötig, durch Drohung mit Atomwaffen.

Was wurde in dem Kommunismus gesehen, den die USA und die NATO bekämpfen wollten? Eigentlich ging es ihnen um die Bekämpfung der Vorstellung, die Regierungen seien für die Wohlfahrt der Bürger verantwortlich. Alle, die dies forderten, wurden als Kommunisten betrachtet. Sofern die "kommunistischen" Länder ihrer dienenden Rolle gegenüber den westlichen Staaten nicht nachkamen, wurden sie als Verräter angesehen und mussten bekämpft werden, falls nötig, auch mit repressiven Massnahmen.

Die Förderung ihrer TNCs ist ein zentrales Anliegen der US-Aussenpolitik. Die Regierung beschafft staatliche Mittel für Forschung und Entwicklung. Kommt dabei etwas Brauchbares heraus, wird dies von der Privatwirtschaft vermarktet; das ist der Inbegriff des "freien Unternehmertums". Die übrigen westlichen TNCs kamen später als Trittbrettfahrer auf diese Fährte. Hervorzuheben ist, dass die US-Aussenpolitik vom State Department und dem Council on Foreign Relations, durch den die Wirtschaft die Politik beeinflusst, gemeinsam geplant wird. Kein Wunder, dass das Kapital vor den Menschen rangiert.

Bis 1989 war die Sicherung der Grand Area sowie die Eindämmung des Kommunismus die Aufgabe des US-Militärs und der NATO. Kurz nach dem Fall der Berliner Mauer bat die US-Regierung den Kongress um die Bewilligung eines riesigen Budgets für das Pentagon. Begründet wurde dies wie folgt: Es sei vorauszusehen, dass in der neuen Ära die US-Militärmacht das globale Gleichgewicht untermauern müsse. Ein Bedarf dafür würde sich allerdings weniger in der ehemaligen Sowjetunion als in der Dritten Welt ergeben, wo neue Vorgehensweisen nötig sein würden (16). Sechs Jahre später lenkten die "Schurkenstaaten" Irak, Libyen und Nord-Korea die Aufmerksamkeit des Strategischen Stabes der USA auf sich, nicht mehr die Sowjetunion. Die Schurkenstaaten werden seit Kurzem sogar mit "Mininukes" bedroht (17).

Die Aggressivität des US-Militärs hat in der Ära George W. Bush einen Quantensprung erfahren. Nach dem 11.September haben die USA, unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung in Afghanistan, zahlreiche Militärstützpunkte im ölreichen Zentralasien etabliert (18). Nun steht das Öl des Irak auf ihrer Wunschliste (19). Im Namen der Terrorbekämpfung erwägt die Bush-Regierung gar, vorbeugend zuzuschlagen (20). Damit sie die Rohstoffe der Welt ungehindert für sich beanspruchen können, haben sie ab 1.Oktober 2002 die Welt in US-Kommandobereiche unterteilt (7,8).

Nun soll auch die NATO "out of area" Arbeit leisten. Ein US-Plannungspapier erklärt, weshalb: " Um die Amerikaner und den American way of life zu schützen, müssen die USA weltweit führen. Sie profitieren, wenn die Nationen gemeinsam Aggression und Terror bekämpfen, Konflikte lösen, Demokratie und Menschenrechte fördern, Märkte öffnen und Finanzstabilität erwirken, Lebensstandard erhöhen, die Umwelt schützen..." (21). Wieder Heuchelei. Die Europäer sollen im Rahmen der NATO Reponse Force (NRF) ihre Armeen in Schnelleingreiftruppen umbauen, "wenn sie am gemeinsamen westlichen Interesse im Mittleren Osten teilhaben wollen" (22). Die Engländer sind schon bereit. Auch Deutschland beeilt sich zu gehorchen (23). Warum lässt die NATO nichts heraus über die eigentlichen Aufgaben der NRF oder der neuen NATO? John Laughland von der British Helsinki-Menschenrechtsgruppe sagt dazu: "Die neue NATO ist sowohl ein Mittel, von den neuen NATO-Mitgliedern zugunsten der US-Waffenproduzenten Tribut einzutreiben als auch ein Instrument, um die Anderen dazu zu bringen, die US-Interessen weltweit zu schützen, einschliesslich des Zuflusses basaler Rohstoffe wie Öl. Kurz gesagt: Es ist ein Betrug" (24). Nicht einmal die EU will darauf verzichten; ihre Schnelleingreiftruppe von der Stärke 60.000 wird 2003 einsatzbereit sein (25). Verletzung des Völkerrechts? Na und?

Methoden der Unterdrückung

Die Ausbeutung der Armen ist eine mehrgleisige Methode. Jeweils ein Beispiel soll genügen. George Kennan sah in den Drittweltländern Rohstofflieferanten und Konsumenten westlicher Industriegüter. Die Entwicklungsländer wollten aber ihre Wirtschaft an eigenen Bedüfnissen ausrichten; daraus wurde nichts.

Betrachten wir den Fall Indiens, eines Lanes, das kurz nach dem WW II unabhängig wurde. Indiens Rohstoffreserven waren beträchtlich, sein Ölvorkommen vernachlässigenswert. Da das Hauptinteresse der USA dem Erdöl gilt, wurde Indien in Ruhe gelassen, nicht aber seine Wirtschaft. Als Waffe dienten diesmal Zwang und die Entwicklungsideologie (26). Bereits 1947 war eine Landreform in Gang gekommen; es gab keine Hungersnot mehr (27). Trotzdem erzwang die Ford Stiftung die Umstellung der Landwirschaft. Die traditionelle indische Landwirtschaft wurde ersetzt durch die amerikanische Monokultur, abhängig von Kunstdünger und Pestiziden. Diese mussten finanziert werden; so hielt die westliche Finanzhilfe Einzug in Indien. Das Land geriet in Abhängigkeit, nicht nur wegen der Kredite für Pestizide, Düngemittel und Saatgut; zwecks Bewässerung mussten auch tausende von grossen Staudämmen gebaut werden. Finanziert wurden sie mit Hilfe von Krediten der Weltbank, zu durchaus akzeptablen Konditionen. Doch musste das Land als Gegengabe westliches Knowhow und Maschinen für die Dämme kaufen. Am Ende bezahlte Indien weit mehr als es erhalten hatte. Heute muss man in diesen Dämmen die grösste selbstverursachte Katastrophe des Landes sehen (28). Hinzukam die Bestrebung, die ökonomischen und sozialen Grundlagen schleunigst zu reformieren, was enormen Finanzbedarf mit sich brachte. Kein armes Land kann all das finanzieren, ohne in die Schuldenfalle zu geraten. Indien musste 1990 seine unabhängige Politik aufgeben und seine ökonomische Souverinität an die WB und IMF abtreten. Darüber hinaus musste der indische Staat 47 Tonnen Gold zur "sicheren Aufbewahrung" bei der Bank of England hinterlegen. Heute muss das Land sein Jahresbudget de facto unter Aufsicht von WB und IMF plannen (29).

Das Schicksal anderer Entwicklungsländer war ähnlich. Dennoch wuchs ihre Wirtschaft bis in die 70er jährlich um 5-6%. Weitere Probleme enstanden, als sich diese Länder bei den Internationalen Banken weitere Kredite beschafften. Während der Ölkrise stieg das Zinsniveau von anfänglich 6,6% im Jahre 1976 bis auf 17,5% im Jahre 1981. Um die exorbitanten Zinsen zu bezahlen, mussten sie die Tilgung des Grundkapitals aussetzen und gerieten in die Schuldenfalle. Laut WB zahlte die Dritte Welt 1999 für jeden Dollar Schulden 13 mal soviel zurück (3). Ist ein armes Land in die Schuldenfalle geraten, muss es sich dem Diktat von IMF und WB beugen. Von nun an kann es weitere Kredite nur noch vom IMF erhalten, sofern es sich dem Strukturanpassungsprogram (SAP) des IMF unterwirft. Das SAP verweigert dem Schuldner das Recht, eigene fiskalische und monetäre Massnahmen zu ergreifen; dies ist das genaue Gegenteil der Abmachung der Bretton Woods Konferenz von 1944 (6). Der IMF hat seit den 80er Jahren 150 Ländern der Dritten Welt das SAP aufoktroyiert (29). Die Ideologie des "freien Marktes" des BWT ist in Wahrheit eine Handelsschranke. Während Güter aus reichen Ländern die Märkte der Dritten Welt überschwemmen, werden jene aus den armen Ländern im Westen hoch versteuert. Das Ende vom Liede ist, dass die Armen um $ 100 Md pro Jahr verprellt werden (32).

Die zweite Methode der Unterdrückung besteht darin, einen demokratisch gewählten Staatschef durch das repressive Regime eines US-Klienten zu ersetzen. Dies geschah im Iran, in Guatemala, Kongo, Südvietnam, der Dominikanischen Republik, Chile, Nicaragua, Grenada und Panama (33). Beispiel Chile: Ein vom CIA angezettelter Putsch ersetze 1973 den demokratisch gewählten Präsidenten Allende durch General Pinochet. Sogleich verfügte dieser eine Preisanhebung für Brot von 11 auf 34 Escudos, während die Löhne eingefroren wurden. Binnen eines Jahres stieg der Brotpreis um das 36-fache, und 85% der Chilenen gerieten unter die Armutsgrenze. Zwei Jahre später diente Chile als Blaupause für eine weitere "marktliberale Reform", diesmal in Argentinien. Derartige ökonomische Manipulationen sind Vorläufer des SAP, das inzwischen fester Bestandteil der Politik von IMF und WB ist (29). Am Ende des Jahres 2002 ist Argentinien wieder, ganz "offiziell", fest im Griff des IMF.

Führt ein solches "weiches" Vorgehen nicht zum Erfolg, lässt ein Land sich nicht "erziehen", ist die eiserne Faust stets zur Stelle. In der Zeitspanne 1945-1999 haben die USA gegen 19 Länder in Asien, Afrika, Osteuropa, Zentral- und Südamerika Kriege geführt (34). Die Kriege brachten den Menschen nur Hegemonie. Nun drohen die USA - im Komplott mit den angloamerikanische Öl- und Waffen-Giganten - Zentralasien und dem Mittleren Osten mit Krieg, um an deren riesige Ölressourcen zu gelangen und die russischen und europäischen Ölmultis von dort zu vertreiben (29). Im Gefolge des Afghanistan-Krieges konnten die USA in ganz Zentralasien Militärbasen errichten (18). Nun ist Irak an der Reihe. Unter dem Vorwand, seine Massenvernichtungswaffen (WMD) zu vernichten, damit die eigenen Freunde und Alliierten (sprich Israel) geschützt sind, wollen die USA und England unbedingt den Irak angreifen. Dies geschieht, obwohl manche G7-Staaten dem nicht zustimmen (35). Es sind eher die USA, die für die "gesamte Menschheit" eine Gefahr darstellen, schreibt Gary Leupp (36). Um ihr Ziel zu erreichen, wendet die US-Administration "Brüskierung und Bestechung an, um den UN-Sicherheitsrat und den US-Kongress zur Zustimmung zu bringen", sagen Robert Jensen und Rahul Mahajan (37) und fügen hinzu, es sei ein Versuch gemacht worden, Russland und Frankreich auf die Seite der USA zu bewegen mit dem Angebot, dass sie nach dem Irak-Krieg einen kleinen Teil der Ölkonzessionen erhalten würden. Haben die USA etwa das Vorrecht, WMDs zu horten und für einen Präemptivschlag Mininukes zu entwickeln? Nicht dass England unschuldig wäre, es hat schon 1922 im Irak Giftgas eingesetzt (38).

Die Unterdrückung kann auch durch einen spekulativen Angriff auf die nationale Währung erreicht werden. Beispiel Südkorea. Der Japanische Kolonialismus in Korea, 1910 begonnen, wurde 1945 durch das US-Klientenregime von Syngman Rhee ersetzt. Seine Wirtschaft durfte es unter der Führung der "Chaebols", der grossen Industriekonglomerate, selbst gestalten. Die Südkoreanischen Chaebols mauserten sich in den 90er Jahren zu Rivalen der G7-Industrien. Daraufhin starteten die weltgrössten Banken und Finanzdienstleister einen anhaltenden Angriff auf die südkoreanische Währung. Die Zentralbank des Landes konnte sich nicht wehren; Milliarden von Dollar ihrer Reserve gingen auf die Spekulanten über (6). Michel Chossudovsky berichtet (39): "In diesem Kontext (des spekulativen Angriffs) trugen sie (die Spekulanten) zur Destabilisierung der nationalen Währung bei, und die Dollar-Schulden des Landes stiegen. Sie tauchten dann als Kreditgeber auf, um die Zinsen zu kassieren. Sodann wurden sie als Berater bei dem von WB und IMF eingeleiteten Konkursverfahren eingesetzt, dessen Begünstigte sie selbst waren. Im Gefolge der IMF-Mediation 1997 machten in Südkorea täglich 200 Firmen Konkurs, es wurden täglich 4000 Arbeitnehmer gefeuert. Die Chaebols fielen auseinander und wurden gezwungen, mit westlichen Firmen "strategische Allianzen" einzugehen. Die darauffolgende Abwertung der Währung machte es den westlichen Partnern leicht, südkoreanische High-Tech-Fabriken mit berühmten Markennamen und gut ausgebildeten Arbeitern billig einzukaufen." Die Destabilisierung der Währung führte zu einem abrupten Rückgang des Lebensstandards. Die Erfolgsgeschichte Südkorea endete mit seinem Ausverkauf und seiner Rekolonisierung. In letzter Zeit erholte sich seine Wirtschaft, dank der Schwäche der japanischen (40).

Der heutige Zustand der Welt zeigt klar, wie George Kennans Traum wahr wurde. Die USA haben die "Relation der Ungleichheit" aufrecht erhalten und "kehren im Umgang mit Anderen ihre Macht heraus". Es ist heute einfacher für die USA, andere zu unterjochen. 1944, kurz bevor Kennan die "PPS 23" schrieb, mussten die USA 44% des Bruttosozialprodukts (GDP) aufbieten, Deutschland im WW II zu besiegen. Seither ist das amerikanische GDP auf $ 10 Bn angewachsen. Der bevorstehende Krieg gegen den Irak würde etwa $ 80-100 Md kosten, 1% des GDP, ist also für die USA erschwinglich (41).

Auswirkungen der Unterdrückung

Der makro-ökonomische Ansatz von IMF, WB und WTO nimmt den armen Nationen das Recht, ihre Wirtschaft selbst zu gestalten. Er macht aus ihren Ökonomien ein Reservoir billiger Arbeitskräfte und Rohmaterialien. Er höhlt alle Staatsaufgaben aus, zerstört die Produktion für den Binnenmarkt und zwingt die nationalen Unternehmen in den Konkurs. Das SAP schafft die Mindestlohnabsprachen ab und fördert den Abbau des Sozialstaates; es erzwingt die Deregulierung der Währung und führt zu Zinsanstieg. Die Deregulierung des Handels und die von der WTO verbürgten Urheberrechte erleichtern den TNCs den Zugang zu den lokalen Märkten und erlauben ihnen, die Landwirtschaft, sowie die privaten und staatlichen Dienstleistungen zu beherrschen. Da die Entwicklungsländer Nettoimporteure von Technologien sind, bedingen die Urheberrechte einen "substantiellen Finanztransfer von den Entwicklungsländern zu den entwickelten Ländern" (42). Die Multilaterale Investionsvereinbarung der OECD stellt eine Gefahr für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für kommunale Initiativen dar, sie schwächt die Gesellschaften zugunsten der TNCs. Kein Wunder, dass die weltweite Arbeitslosigkeit etwa 30% beträgt. Der reale Lohn in der Dritten Welt beträgt ein Siebzigstel des US-Lohnes und die Armut ist allgegenwärtig (6). Um dem reichen Einzelhändler die günstigste Ware zu bieten, werden die Armen gezwungen, Waren für den Export in die reichen Länder zu produzieren, zugleich aber mit anderen Armen zu konkurrien. Jene Einzelhändler verkaufen diese Ware zu weit höheren Preisen und erzielen riesige Profite. Ein paar Beispiele: Kaffee wird im Westen zu Presien verkauft, die zwanzigmal höher sind als das, was die Erzeuger erhalten; Chinesische Frauen, die Turnschuhe produzieren, verdienen $ 16 für eine 70-Studen-Arbeitswoche; die Textilexporteure der Dritten Welt erhalten nur 2.7% des westlichen Marktpreises (29). Die Handelsbedingungen begünstigen die Reichen: Die Armen müssen ihre Märkte öffnen, die Reichen betreiben Protektionismus. Oxfam wirft den Reichen vor, die Bretton Woods Handelsregel für ihre Zwecke zu verbiegen, was die Armen jährlich $ 100 Md kostet. Importe aus den armen Ländern werden viermal so hoch versteuert wie die aus den reichen Ländern; die Reichen subventionieren ihre Bauern täglich mit $ 1 Md, um mit ihren Erzeugnissen die Märkte der Armen zu überschwemmen und so "den Armen den besten Weg aus der Armut abzuschneiden" (43). Der Zugriff der TNCs auf die Diensleistungen und "Allmende" macht das Leben der Armen unerträglich, viele müssen selbst für das Trinkwasser für sie unerschwingliche Preise bezahlen. Die EU plant, als Preis dafür dass sie die eigenen Subventionen der Landwirtschaft abbaut, die vollständige Privatisierung der Staatsmonopole der Handelspartner (44). In den armen Ländern haben die Preise der Grundnahrungsmittel fast das westliche Niveau erreicht; das führt dazu, dass in Nationen, die Hungersnöte hinter sich gelassen hatten, diese wieder Einzug halten (45): Die Menschen hungern, nicht weil Lebensmittel fehlen, sondern weil sie sie nicht mehr bezahlen können. Millionen verlassen ihre Dörfer und finden sich in Shantytowns wieder. Wer eben kann, versucht in den Westen zu gelangen, nur um von dort abgewiesen zu werden. In den letzten 35 Jahren stieg die internationale Migration von 76 auf 150 Millionen, und die NG wird weitere Menschen auf die Flucht treiben (46).

Am Ende bleibt festzuhalten: Weltweit müssen 1,3 Milliarden Menschen von weniger als $ 1 und 3 Miliarden von weniger als $ 2 pro Tag leben; 1,3 Milliarden haben kein sauberes Wasser, 2 Milliarden keine Elektrizität und 3 Milliarden keine sanitären Anlagen. Am Anfang des 21. Jahrhunderts sind fast 1 Milliarde Analphabeten. Weniger als 1% des jährlichen Waffenverkaufs würde ausreichen, jedes Kind zur Schule zu schicken, doch dies geschieht nicht (3). Dennoch behaupten UNDP und die WB, dass das Wirtschaftswachtum am Ende des 20. Jahrhunderts zur Abnahme der globalen Armut geführt habe. Ihre beschönigende Aussage basiert auf ihrer willkürlichen Definition der Armutsgrenze bei einem Einkommen von $ 1 pro Tag. Die reichen Nationen hingegen legen für sich einen anderen Massstab an, obwohl die Lebensmittelpreise weltweit fast gleichgezogen haben. Beispiel: Das US-Bureau of Census bezeichnete 1996 ein Einkommen von $ 11 pro Tag als Armutsschwelle. Lässt man die unterschiedlichen Definitionen (UNDP/WB versus USA) zugleich gelten, würde sich ergeben, dass es in den USA mehr Armut gäbe als in Mexiko (47). Obwohl der Zusammenhang zwischen Armut, Grundausbildung und Bevölkerungsexplosion durchaus bekannt ist, wird die dringenede Notwendigkeit der Armutsbekämpfung in diesen Zusammenhang kaum einbezogen. Das kürzlich von der UNFPA propagierte Program zur Familienplannung (48) wird nicht greifen, solange die Armut nicht angegangen wird. Zur Erinnerung: In Europa hielten Bevölkerungswachtum und Migration so lange an, bis im 20.Jahrhundert die Massenarmut beseitigt war.

Die Politik der Unterdrückung der Armen durch das BWT wurde niemals auf die westlichen Nationen angewandt; Doch haben sie sich seit der Reagan-Thatcher Ära, mehr noch in den 90ern, drakonischen Massnahmen, die an das SAP erinnern, unterzogen. Vergessen sind die europaischen Wohlfahrtstaaten, die einst beneidet wurden. Die meisten haben die Arbeitslosenunterstützung abgebaut, die staatliche Altersversorgung weitgehend privatisiert und die sozialen Errungenschaften zurückgefahren. Der Industrieabbau, die Restrukturierung der Unternehmen und die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer haben Arbeitslosigkeit und oft Armut nach sich gezogen. Das hohe Niveau der Arbeitslosigkeit, sowohl im Westen wie in der Dritten Welt, hilft den TNCs, das Lohnniveau zu drücken. Das Kapital ist stets hinter noch billigeren Arbeitskräften her. Diese "neue" Weltwirtschaftsordnung baut Barrieren zwischen Nationen, sozialen Schichten und ethnischen Gruppen auf. Sie sät Konflikte zwischen Weissen und Schwarzen, Jungen und Alten, Beschäftigten, Teilbeschäftigten und Arbeitslosen. Die beschriebene Restrukturierung hat in einigen westlichen Städten -- häufiger in Amerika als in Europa -- gebietweise ein Fluidum von Dritter Welt mit sich gebracht.

Innerstaatlich gesehen lässt sich sagen, dass in der reichsten Industrienation die tiefste Kluft zwischen Armen und Reichen besteht (3), die übrigen reichen Nationen liegen nicht weit zurück; der Umsatz der obersten 200 TNCs beträgt 27,5% des Weltwirtschaftvolumens, sie beschäftigen aber nur 0,78% der Arbeitskräfte der Welt (2). Im Westen gibt es 35 Millionen Arbeitslose, viele weitere Millionen haben Jobs, die nicht einmal das Lebensminimum bringen. Mit der Zunahme der "working poor" (gering Verdienenden) wächst die Ungleicheit der Löhne, und die Langzeitsarbeitslosen sehen sich der Gefahr ausgesetzt, ganz und gar vom Arbeitsmarkt verdrängt zu werden (49). Mit dem Wachstum des Dienstleistungssektors wächst der Bedarf an besser Ausgebildeten. Kein Wunder, dass in der EU die gut ausgebildeten Frauen die meisten Arbeitsplätze schaffen, aber 54% der weniger gut ausgebildeten Frauen weiterhin arbeitslos bleiben (50).

Die weltweit zunehmende Armut wird notwendigerweise zu einem erheblichen Rückgang der Nachfrage führen. Haben sich die Planer der Wirtschaftspolitik jemals überlegt, wie die globale Wirtschaft florieren soll, wenn das Reservoir der Konsumenten austrocknet?

Ansätze für Problemlösungen

Wie können wir die Armut bekämpfen, gerechtere Verhältnisse schaffen und die NG humanisieren, so dass alle Partner in der Weltwirtschaft die gleichen Chancen haben? Diese Fragen müssen wir individuell bzw. kollektiv angehen.

Wir müssen lernen, die Sprache der TNCs, der Regierungen und der Medien, zu durchschauen. Sie sind die Machtbasis in den reichen wie in den armen Ländern; sie sehen die Öffentlichkeit gern passiv und still. Dies erreichen sie, indem sie ihre Politik in einer Sprache präsentieren, die das Gegenteil meint von dem, was sie sagt. Die Reicheren nicken meist dazu und halten still, solange sie ihren Vorteil sehen. Eigentlich braucht man kein "Experte" sein, um zu verstehen, was hinter der Propaganda steht. Oft genügt es, sich die Originaldokumente anzusehen, die meist im Internet verfügbar sind. Es ist äusserts wichtig zu verstehen, warum die Armen - in der Dritten Welt wie im Westen - arm sind und was sie arm hält. Dieses Wissen dürfte unsere Einstellung ihnen gegenüber verändern. Je mehr Einblicke wir gewinnen, desto einfacher wird es für uns sein, konstruktive Massnahmen zu ergreifen.

Optionen für individuelle Arbeit könnten beispielsweise darin bestehen (13), (a) den politisch Verantwortlichen das Leben schwerer zu machen, indem wir Fragen stellen, demonstrieren, Briefe schreiben; (b) einen wachsenden Druck auf sie ausüben -- selbst diktatorische Regime fallen manchmal in sich zusammen --; (c) im Vorfeld der Wahl die Abgeordneten für unsere Ziele anzugehen. Für was wir uns auch entscheiden, es wird stets wichtig sein, unser Wirken in die kollektiven Bemühungen einzuordnen.

Kollektive Aktivitäten spriessen derzeit überall: Einige sind von lokaler, andere von globaler Bedeutung. Zwei Beispiele: Das World Social Forum Porto Allegre, Brasilien, ist eine internationale Arena, um soziale und ökonomische Projekte vorzustellen und Ergebnisse auszutauschen, Projekte, die Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklungen durchzusetzen suchen (51). Das International Forum on Globalisation (IFG), San Francisco, betont Alternativen zur NG. Sein Ziel ist, die Herrschaft der TNCs abzubauen, um eine demokratische Kontrolle über die ökonomische, soziale und ökologische Zukunft im 21. Jahrhundert zu erlangen (52). Es hat gerade ein dreijähriges Projekt abgeschlossen und das Ergebnis unter dem Titel "Alternatives to Economic Globalisation" (53, 54) publiziert. Die nächsten drei Jahre sollen einem Prozess der Dialoge und Konsensbildung dienen. Erst danach soll der endgültige Bericht formuliert werden. Die IFG bittet alle Interessenten um aktive Teilnahme an diesem Prozess. Sie mögen sich an die Projekt-Direktorin Antonia Juhasz wenden. E-Mail-Adresse: ajuhasz@ifg.org.

Was sagt der IFG-Bericht "Alternatives to Economic Globalisation"? Die menschliche Gesellschaft ist an einem Scheideweg angekommen. Wieweit sie eine friedliche, gerechte und nachhatige Zukunft haben wird, hängt davon ab, ob sich das neoliberale oder das demokratische Modell durchsetzt. Die Menschen, die auf der Demokratie fussen, gehen auf die Strasse. Die Mainstream-Medien haben sie als eine chaotische und TNC-feindliche Horde abgestempelt, die keine Alternativen zur NG anzubieten hätte. Die in den letzten zwei Jahrzehnten erschienenen Publikationen der verschiedensten Gruppen und Organisationen der Zivilgesellschaft zeugen aber gerade vom Gegenteil. Die zahlreichen, auf Konsens beruhenden, Stellungnahmen zeigen sets Alternativen auf; sie machen deutlich, welche Ziele die menschliche Gesellschaft anstreben kann und muss. Es sind dies:
  • (a) Weg von Regierungen, die den TNCs dienen, hin zu solchen, die sich den Menschen und der Gesellschaft verpflichtet wissen.
  • (b) Die NG schwächt die Gemeinschaften und die lokalen Ökonomien; wir brauchen Regeln und Strukturen, die das Lokale betonen unter Beachtung des Subsidiaritätsprinzips.
  • (c) Die Ökonomien müssen ökologisch nachhaltig sein.
  • (d) Die natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser, Land, Luft, Wald und Fischgründe (die "Allmende"), stellen ein kollektives Geburtsrecht der Menschen dar. Sie sind unveräusserlich. Ebensowenig dürfen die von der Gesamtgesellschaft hervorgebrachten Dienste an Gesundheit, Bildung, Sozialsystem usw. privatisiert werden.
  • (e) Die Regierungen müssen gemäss der UN-Charta für Menschenrechte, Nahrung, Kleidung, Behausung, Gesundheits- und Arbeitslosenfürsorge als Grundrechte Aller anerkennen, und es nicht bei den politischen und bürgerlichen Rechten bewenden lassen.
  • (f) Das Recht, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, ist die Grundlage menschlicher Würde. Dies bedeutet, die TNCs müssen aufhören, die Arbeitnehmer gegeneinander auszuspielen, um das Lohnniveau zu drücken; ebensowenig dürfen sie die Bauern und Fischer ihrer Existenz berauben.
  • (g) Defizite in der Nahrungsmittel-Sicherheit verunsichern die Menschen. Der Agrobusiness muss dem Rechnung tragen.
  • (h) Die immer weiter klaffende Kluft zwischen Reichen und Armen innerhalb und zwischen Gesellschaften muss abgebaut werden. Um dem näher zu kommen, müssen die ungerechten Schulden der armen Länder erlassen werden und die Institutionen, die die Weltwirtschaft lenken, müssen Fairness zum Prinzip ihres Handelns erheben.
  • (i) Die kulturelle, biologische, soziale und ökonomische Vielfalt ist von zentraler Bedeutung für ein Leben in Würde; sie darf nicht durch die NG unterminiert werden.
  • (j) Jede unternehmerische Aktivität muss sich dem Vorsichtsprinzip unterwerfen. Alle, die etwas Neues auf dem Markt bringen wollen, müssen dessen Unschädlichkeit nachweisen, selbst wenn die wissenschaftlichen Beweise zeitraubend sind.
Wenn wir nicht noch mehr Chaos und Ungerechtigkeit wollen, müssen wir die NG zu zügeln. Der IFG-Bericht zeigt auf, dass die Schwierigkeit z.T. daher rührt, dass zwei miteinander unvereinbare globale Instanzen -- das BWT und die UN -- nebeneinander existieren. Der Bericht schlägt als Abhilfe vor:
  • (A) die Überwachung der Weltwirtschaft sollte vereinheitlicht werden unter einer reformierte UN;
  • (B) gewisse UN-Behörden müssen gestärkt werden indem Einfluss der TNCs aufgehoben wird;
  • (C) das BWT muss abgeschafft oder geschwächt werden;
  • (D) neue Instanzen müssen gegründet werden, die das BWT ersetzen.
Die neuen globalen Instanzen, die unter (D) vorgeschlagen werden, sollten die folgenden umfassen:
  1. ein internationales Insolvenzgericht für den Schuldenerlass für die "einkommenschwachen Länder";
  2. eine internationale Finanzorganisation unter UN-Mandat, die globale Finanzstabilität aufrechterhalten soll;
  3. Regionale Monetäre Fonds, die zuständig sein sollen für Notfall-Kredite für Auslandswährungen.
  4. Die WTO muss durch eine von drei im IFG-Bericht näher spezifizierten Alternativen ersetzt werden.
  5. Unter UN-Mandat muss eine Organisation gegründet werden, die die Verantwortlichkeiten der TNCs überwacht.
Natürlich ist der Weg vom Erreichen eines Konsens bis zu seiner praktischen Umsetzung weit. In Zeiten der engen Verflechtungen zwischen TNCs und Regierungen in den meisten Ländern wird dies viel Stehvermögen und Opferbereitschaft seitens der Zivilgesellschaft erfordern. Wird sie es schaffen? Ich möchte mit einem Zitat von Noam Chomsky (13) schliessen: "Wir wissen nicht, ob ein ehrlicher und engagierter Einsatz genügen wird, derartige Probleme zu lösen oder auch nur abzumildern. Wir können aber einer Katastrophe gewiss sein, wenn wir uns nicht anstrengen."

Literaturverzeichnis
  • 0) President Carter's Nobel Lecture: The Complete Text.www.cartercenter.org
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The Rich-Poor Gap and Globalisation

By Niranjan D. Chatterjee

Summary

The global rich-poor gap is the logical consequence of a US foreign policy launched in 1948 and the Bretton Woods trade system adopted by the UN in 1944 but modifed later to serve the rich. The Western nations profited by them for awhile. Now poverty is invading them as well. The civil society must face the challenge of fighting poverty and reclaiming justice. Will it?

„At the beginning of this new millenium ... the greatest challenge that the world faces ... is the growing chasm between the richest and the poorest people on earth.“ President Carter, Nobel Lecture 2002 (0)

Introduction

In 1998, the rich nations, just 15% of the world’s population, enjoyed an average per head annual income of $ 25,510, while 60% had to eke out a living with $ 520 or less (1). Hopes had been dashed that decolonisation would humanize the face of mankind and raise the living standards of the people exploited for centuries. In collusion with Western Trans-National Corporations (TNCs), the colonising powers of yore are oppressing the poor anew. Based on a comparison of corporate sales and country GDPs, the largest 100 economies of the world now include 51 TNCs and 49 countries (2). Since the ’80s poverty is invading the rich nations also, although they had wiped it out earlier. Simultaneously, a very few rich have grown mega-rich. In 2001, the world’s 497 billionaires had amassed a wealth greater than the combined income of the poorest half of humanity (3). Such a wealth-gap -- the largest ever in history – has plunged the world in turmoil, terror and war.

The Timeline

Much of that calamity can be linked to the Bretton Woods system of world trade adopted by the UN in 1944 and a US foreign policy spelled out and stepwise implemented since 1948. They had been instrumental in the recovery of Western Europe after the Second World War (WW II) and its reemergence as an economic power in the ’50s, when the US economy was also booming (4). Since then, those devises have morphed into instruments of exploitation of the poor across the globe. This is the era of neocolonialism in which the colonial doctrine of putting priority on capital and treating people as incidental reemerged. In the late ’50 s, Western Europe, Japan, Canada and Australia started to get on the gravy train. Ever since, they have played a major role in global exploitation, with the G7 nations calling the shots. Not their citizenry but their policy makers are accountable for the plight of the poor.

The dismantling of the Bretton Woods system of regulated exchange rates and controls on capital flow, under which war-torn Europe had rebounded, started in the mid-‘70s, and with it, an increasing exploitation of the poor. This marks the onset of corporate globalisation (CG), also called neoliberal or economic globalisation. CG’s basic dogma is to give free rein to the market with a minimum of State intervention and zero restriction on capital flow.

How the rich-poor gap evolved since the beginning of the European colonialism at the turn of the 15/16th century is best indicated as rich:poor „distance“ (3). In 1820, when colonialism was long underway, it was 3:1. By 1950, when the colonies were crumbling, it had jumped to 35:1. Colonialism left the downtrodden dirt-poor, humiliated and demoralised, their industries and civilisations in shambles.

Why did this gap shoot up since 1820? To grasp this recall that the industrialisation of Europe began in Britain in the second half of the 18th century. Its seed capital had been extorted from India in 1757 by the East India Company in the wake of the War of Plassey. By the 19th century, raw materials for British factories were pouring in from India, and Britain had opened up a market for its industrial products by displacing Indian goods (5). European colonialism, on the whole, worked along the same line, explaining the phenomenal rise in the rich:poor gulf between 1820 to 1950.

In 1973, shortly before neocolonialism gave way to CG, the wealth gap had risen to 44:1. And in 1992, less than two decades into CG, it had ballooned to 72:1. Says Michel Chossudovsky (6): „The late 20th Century will go down in World history as a period of global impoverishment marked by the collapse of productive systems in the developing World, the demise of national institutions and the disintegration of health and educational programmes.“

What is in store for us down the road? The role of States in caring for their citizens will plummet. The military’s role in supporting Western TNCs will skyrocket. To make sure that the US gets the largest hunk of the booty, its military has sidelined NATO and taken the command over the entire world as of October 2002 (7, 8).

In essence, CG is about the G7 nations imposing their corporate culture on others. It is about grabbing world’s resources and exploiting the poor to the hilt, earmarking who is to survive and who to perish. Behind the smoke screen of the „war on terror“, that process is gathering momentum, eroding our privacy, civil liberty, freedom and democracy, wreaking havoc to the environment and other societies. War for oil, water and other resources will surge in near future. Are we headed for a terminal war? To defend ourselves we must challenge illegitimate claims to authority and power.

In this overview I’ll assemble some informations on these developments. I’ll focus on the G7 policies and their stepwise implementation and modification to suit the needs of the rich – in poor and rich countries alike. I’ll show how they bring about pauperization of the world, how a minority is profiting by them. I’ll address the issue of rolling back those policies by nonviolent and democratic means available to the civil society. It must take on the job. Due to lack of space, I’ll skip related topics like environmental damage and societal degradation caused by CG.

The Instruments of Oppression

The Bretton Woods trade system and the US foreign policy, both instituted in the ’40s, soon morphed into instruments of oppression of the poor. To ram them through, the iron fist always came handy.

The UN Monetary and Financial Conference in Bretton Woods, New Hampshire, took place as the WW II was nearing its end. Its goal was to create institutions for promoting a world united in peace through prosperity. In his address on July 22, 1944, Henry Morgenthau said (9): „I am satisfied to announce that the Conference ... has completed sucessfully the task before it. ... We came to work out methods which would do away with the economic evils – the competitive currency devaluation and destructive impediments to trade – which preceded the present war. We have suceeded in that effort.“ The 45 nations attending the conference agreed to create the International Monetary Fund (IMF), the International Bank for Reconstruction and Development, now the World Bank (WB), and the General Agreement on Tariffs and Trade (GATT). The IMF’s mandate was to regulate an international monetary system based on convertible currencies to facilitate trade, leaving the sovereign governments in charge of their own monetary and fiscal policies. The International Bank for Reconstruction and Development was to provide financial aid to the war-devastated countries and to the nations whose „potentialities have not yet been developed.“ An International Trade Organisation could not be agreed upon then. The 1996 Uruguay Round of GATT finally created the World Trade Organisation (WTO). The Bretton Woods recipe for international trade, cited in its Summary of Agreements, required the members to play by the rules agreed upon by all. It states: „When ... small groups of nations attempt ... to gain trade advantages, the result is instability ... and damage to national economies“ (10).

The Bretton Woods Agencies stopped delivering just after the war-torn Western nations became power centres. The latter began to violate the Bretton Woods rules; the WB and IMF degenerated to tools pushing CG and inequity. The WTO is worsening that. Indeed, the Bretton Woods Triad (IMF, WB, WTO) lacks a democratic mandate and lets a privileged few have a say, the others, mostly developing nations, must go along with their decision (11, 12).

The key to the US foreign policy is the Policy Planning Study 23 (PPS 23) written by George Kennan for the State Department in 1948. The verbatim reproduction of PPS 23 -- then a top secret document – is taken from Noam Chomsky’s „What Uncle Sam Really Wants“ (13). In it, Kennan writes: „we have about 50% of the world’s wealth, but only 6.3% of its population. ... In this situation we cannot fail to be the object of envy and resentment. Our real task in the coming period is to devise a pattern of relationships which will permit us to maintain this position of disparity ... To do so, we will have to dispense with all sentimentality and day-dreaming; and our attention will have to be concentrated everywhere on our immediate national objective... We should cease to talk about vague and ... unreal objectives such as human rights, the raising of the living standards, and democratization. The day is not far off when we are going to have to deal in straight power concepts. The less we are hampered by idealistic slogans, the better.“

To mislead the public about the true intention of PPS 23, yet drum up support for it, the US trumpets precisely those „idealistic slogans“. The politicians and much of the mainstream media parrot them.

The US foreign policy had four other goals: (i) reconstructing Western industrial societies and Japan after WW II and imposing on them the right-wing order in which business is dominant, labour is split, and the burden of reconstruction rests on the shoulders of the working poor; (ii) subordinating the „Grand Area“ to the needs of the US economy; (iii) fighting Communism; and (iv) advancing the US-based TNCs (13).

Reconstruction of war-torn Western Europe and Japan had high priority. The US planners recognised early on that the threat in Europe was not really Soviet Communism, but Europe’s radical democratic ideals (13). To counter that, the US initiated the Marshall Plan under which Europe, outside the Soviet bloc, was given $12 bn in loans and grants. West Germany was allowed to participate in it beginning 1949. Around 1950, Europe had regained its prewar production levels in agriculture, industry and foreign trade (14). On April 4, 1949, the US, Canada and ten allied European nations launched the NATO. President Truman declared that NATO „would create a shield against aggression – a bulwark which will permit us to get on with the real business of ... achieving a fuller and happier life for all of our citizens“ (15). Two generations later and half a century on the Germans, the prime NATO bulwark against the Soviets and their East German brethren, continue to support that US foreign policy.

The concept of the Grand Area was developed by the State Department and the Council on Foreign Relations during the WW II. It comprises the Americas, Western Europe, Far East, the former British Empire, the oil-rich Middle East, the rest of the Third World, practically the whole world. Each part of the Grand Area was assigned a specific function. In this world order, the industrial nations were to be guided by the „great workshops“, Japan and Germany, now under US supervision. The Third World’s major function was to supply raw materials and serve as a market for export. It was to be exploited for the reconstruction of Western Europe and Japan. The US military was to secure the far-flung domain of the Grand Area, if necessary, by the threat of nuclear devices.

What was Communism about that the US and the NATO wanted to battle? Says Chomsky (13) „In 1950, Kennan observed that a major concern of the US foreign policy must be ‚the protection of ... raw materials‘. We must therefore combat a dangerous heresy ... ‚the idea that the government has direct responsibility for the welfare of the people‘. The US planners call that idea Communism, whatever the actual political views of the people advocating it. ... This point is also made clear in the public record. For example a high-level study group in 1955 stated that the essential threat of the Communist powers is their refusal to fulfill their service role, i.e. ‚to complement the industrial economies of the West‘. Kennan went on to explain the means we have to use against our enemies who fall prey to this heresy: ‚The final answer might be an unpleasant one, but ... we should not hesitate before police repression by the local government. This is not shameful since the Communists are essentially traitors. ... It is better to have a strong regime in power than a liberal government if it is indulgent and relaxed and penetrated by Communists‘.“ So much for Communism.

Advancing TNCs is central to the US foreign policy. The US government organizes public subsidy for its high-technology industry. If research and development produces anything marketable, the private sector sells it. This is the very essence of „free enterprise“. The TNCs based in other Western countries later jumped on to this bandwagon. Note that US foreign policy is planned by the State Department and the Council on Foreign relations, a major channel by which business leaders influence foreign policy. Clearly, capital has priority over people.

Until 1989 the US military’s job was to secure the Grand Area and thwart Communism in cooperation with the NATO. Shortly after the Berlin Wall fell, the US government requested that the Congress grant Pentagon a huge budget, explaining that „In a new era, we foresee that our military power will remain an essential underpinning of the global balance, but ... the more likely demands for the use of military forces may not involve the Soviet Union and may be in the Third World, where new capabilities and approaches may be required“ (16). Six years on, the US Strategic Command shifted its deterrent strategy from the defunct Soviet Union to the rouge states like Iraq, Libya and North Korea. Now it is considering development of mininukes for first strike against the Third World and despotic states (17).

The US military’s aggressiveness has undergone a quantum leap under George W. Bush. In the wake of „9-11“, the US -- under the pretext of waging war on terrorism in Afghanistan -- sprinkled oil-rich Central Asia with military bases (18). Next on its wishlist is Iraq’s oil (19). To deter terror, the Bush government is contemplating preemptive strike (20). To make sure that grabbing the world’s resources can go uninhibited, the US military has taken over global command on October 1, 2002 (7). Might is right, period.

Following the US, the NATO is expanding its role for „out of area“ jobs. A US foreign policy Paper explains the background of the new NATO. It states: „America must lead in the world to protect our people at home and our way of life. Americans benefit when nations come together to deter aggression and terrorism, to resolve conflicts, to prevent the spread of dangerous weapons, to promote democracy and human rights, to open markets and create financial stability, to raise living standards, to protect the environment...“(21). More of doublespeak, the old war horse. The Europeans must restructure their armies for rapid-reaction capabilities within the framework of a NATO Response Force (NRF), if they are to participate in „shared Western interests beyond Europe, especially in the Middle East“ (22). The Brits are ready. Germany is scurrying to obey (23). Why is NATO so tongue-tied about the mission of the NRF and the new NATO? Says John Laughland of the British Helsinki Human Rights Group: „ ... the new Nato is both a mechanism for extracting Danegeld from new member states for the benefit of the US arms industry, and also ... an instrument for getting others to protect US interests around the world, including the supply of primary resources such as oil. It is, in short, a racket“ (24). Nor is the EU standing down. Its 60,000-strong rapid-reaction force will be operational in 2003 (25). Violation of International Law? So what?

Methods of Oppression

Exploitation of the poor is a multi-pronged approach. One example for each will do. George Kennan envisioned the developing countries as source of raw materials and as consumers of industrial products from the West. But the poor wanted to shape their economies for their own benefit. That was not to be.

Consider India, among the first to gain independence after the WW II. India’s reserve of raw materials was large but its oil reserve was negligible. Oil being of prime interest to the US, India wasn’t targeted for its raw materials but its economy was, the weapon of choice being coercion and the ideology of development (26). Land reform was underway in 1947 and famines forgotten (27). In 1951 the Ford Foundation introduced in India the American brand of agriculture. Soon mechanized monoculture dependent on chemical fertilizers and pesticides replaced crop rotation, organic manure and traditional agriculture. This transformation required funding; thus Western aids made inroad in India. India didn’t simply become dependent on pesticides, fertilizers and credits, but also on building thousands of huge dams for irrigation. The funds for the dams were loaned by WB at reasonable interest rates. But it also made India buy Western expertise and equipments. India ended up paying far more than it received. These dams are now perceived as man-made disasters for India (28). Add to this the urge to jump-start other economic and social infrastructures and it will be readily apparent why no poor nation can afford those loans without getting mired in debt. In 1990 India relinquished the policy of self-reliance and surrendered its monetary sovereignty to the WB and IMF. It was ordered to deposit 47 tons of gold to the Bank of England for „safe-keeping“. The Indian government must now plans its budget under the supervision of the WB and IMF ((29), pp.169-170).

The fates of most developing nations had been similar. Yet their GDP rose by 5-6% into the ’70s (30). More problems arose as they started asking international commercial banks for credits. When the oil crisis of the ’70s unfolded, the interest rates jumped from 6.6% in 1976 to 17.5% in 1981 (31). To pay the exorbitant interests they often defaulted on the principal. That triggered a debt crisis. The WB says that in 1999 the Third World spent $ 13 in debt repayment for every dollar it received in grants (3). If a poor nation defaults on debt repayment, it comes under the custody of the IMF and WB. As of now it must negotiate with them all future loans and to be granted one it must comply with IMF’s Structural Adjustment Programme (SAP). The SAP denies the debtor the right to its own fiscal and economic policy, the very opposite of the Bretton Woods principle set up in 1944 (6). The IMF has subjected 150 Third World countries to SAP since the ’80s (29). The ideology of „free market“ professed by the Bretton Woods Triad in reality helps set up trade barriers. While goods from rich countries swamp Third World markets, those from poor countries face steep tariffs in rich countries. At the end of the day, the rich rob the poor $ 100 bn a year (32).

A second method of subjugation is proxying an elected leader by a repressive client regime. This has been done in Iran, Guatemala, Congo, South Vietnam, The Dominican Republic, Chile, Nicaragua, Grenada and Panama (33). Consider Chile. In 1973 a CIA-engineered coup toppled democratic Chile’s President Allende to establish a dictatorship under General Pinochet. To begin with, Pinochet ordered the price of bread raised from 11 to 34 Escudos and the wages frozen. Within a year, the bread price jumped to 36 times its former level and 85% of Chile’s population dropped below the poverty line. Two years on Chile served as a blueprint for another „market liberal“ reform, now in Argentina. Such economic manipulation, a precursor of SAP, is now official policy of the IMF and WB ((29), pp.17-18), and Argentina is now „officially“ under siege of the IMF.

If „soft“ approaches fail, if a nation doesn’t lend itself to be „educated“, the iron fist always delivers. Between 1945-1999 the US waged wars against 19 countries in Asia, Africa, East Europe, Central and South America (34). Meant to deter Communism and defend the Grand Area, war brought poverty and hegemony to millions. Once again the US, in collusion with Angloamerican oil and weapons giants, is threatening war to grab the huge oil resources of Central Asia and the Middle East, ousting Russian and European oil companies ((29), pp.389-399). The Afghanistan war helped establish many US army bases across Central Asia (18). Now Iraq is on the front burner. Under the pretext of demolishing Iraq’s weapons of mass destruction (WMD) to protect friends and allies (meaning Israel), US and UK are hellbent on invading Iraq. Ironically, this is happening although major G7 powers are opposing it (35). It is the US who poses the real threat to „the whole human race“ (36). To achieve its goal, the US is „using bullying and bribery to bring the UN Security Council and Congress to heel“, say Robert Jensen and Rahul Mahajan (37), adding that the US is trying to buy off France and Russia with promises of a small share of postwar oil concessions. Does the US have a prerogative to stockpile WMD and develop new nukes for preemptive strike? Not that Britain hasn’t known sin; it used poison gas against Iraq in 1922 (38).

Speculative assault on national currencies is the fourth type of oppressive measure. Consider South Korea. Japanese colonial rule in Korea, begun in 1910, was replaced in 1945 by the US client-regime of Syngman Rhee. The nation was allowed to develop its own economic policy under the ‚Chaebols‘, huge industry conglomerates. The South Korean Chaebols soon became industrial giants and started to rival the G7 nations in the ’90s. That prompted a sustained attack on the South Korean currency by speculators -- World’s largest banks and brokerage houses. The South Korean Central Bank couldn’t fend off their attack. Billions of dollars of its reserves were appropriated by the currency speculators (6). Says Michel Chossudovsky (39): „In the present context they contribute (through their speculative assaults) to destabilising national currencies thereby boosting the volume of dollar dominated debts. They then reappear as creditors with a view to collecting these debts. Finally, they are called in as policy advisers or consultants in the IMF-World Bank sponsored bankruptcy programmes of which they are the beneficieries“. In the aftermath of IMF’s 1997 mediation, 200 firms went bust and 4,000 workers were fired daily. The Chaebols broke up and were forced to undergo „strategic alliances“ with Western firms. The ensuing devaluation of the currency prompted the latter to buy South Korean high-tech factories with well-known brand names, outlets and trained -- now cheap -- labour forces (39). The destabilisation of national currency led to an abrupt decline in South Korea’s standard of living. The success story South Korea ended in its sell out and recolonisation. Its economy is rallying again thanks to the slipping clout of Japan (40).

The current state of the world shows how George Kennan’s dream came true. The US has maintained its „position of disparity“ and is dealing with others „in straight power concepts“. It is now easier for the US to subjugate others. In 1944, shortly before Kennan wrote PPS 23, the US had to spend 44% of its GDP to subdue Germany in WWII. Since then its GDP has ballooned to $ 10 tn. The war against Iraq will cost about $ 80 bn, barely 1% of the GDP, making it „affordable“ for the US (41).

The Impacts of Oppression

The macro-economic policy enforced by the IMF, WB and WTO denies poor nations the right to build their economies. It transforms them to a reserve for cheap labour and natural resources. It undermines the State apparatus, destroys productions for local markets and pushes national enterprises into bankruptcy. The SAP eliminates minimum wage legislations and cuts back on social programmes; it enforces currency deregulation and raises interest rates. The trade deregulation imposed by the WTO’s intellectual property right (IPR) helps TNCs penetrate local markets and control agriculture, service economy, State utilities, and the commons. Since the developing nations are large net importers of technology, IPR also leads to a „substantial net transfer from developing to developed countries“ (42). The OECD’s Multilateral Agreement on Investment poses a threat to job creation, affirmative actions and community-based initiatives and disempowers the national societies in favour of the TNCs. No wonder, the global unemployment rate is now hovering around 30%. The real wages in the Third World is seventy times lower that in the US and poverty is rampant (6). The poor nations are forced to produce goods for export to the rich countries and to compete with each other to provide cheaper resources to the retailers, who greatly profit by selling them at much higher prices. Examples: Coffee sells in the West at twenty times the price the poor receive; Chinese women manufacturing sneakers for TNCs are paid $ 16 for a 70 hour workweek; Third World exporting textiles receives a paltry 2.7% of their market price in the rich countries ((29), p.98-101). The terms of trade favour the rich. The poor have to „open up“ their markets, while the rich continue to practice protectionism. Oxfam accuses the rich of rigging Bretton Woods’s rules of trade, costing the poor $ 100 bn a year. Imports from poor countries are taxed four times higher than those from rich countries; rich nations subsidize their farmers $ 1 bn per day to enable them to dump their produce in the Third World, blocking the „poor’s best escape route from poverty“ (43). TNCs outreach on utilities and commons makes life miserable for the poor; many pay a price for drinking water way beyond their means. The EU is about to demand privatisation of the public monopolies as a price for dismantling its agricultural subsidies (44). The price of staple food has reached Western level in the Third World, causing famines in nations who had earlier wiped it out (45). People go hungry not because of lack of food; they can’t afford it. Millions are fleeing their villages to move to shantytowns. Those having resources try to migrate to Western countries, only to be repelled. In the last 35 years, international migration rose from 76 to 150 millions worldwide, and CG will further raise it (46).

The bottom line: Across the world 1.3 billion people live on less than $ 1 and 3 billion on under $ 2 per day; 1.3 billion lack clean water, 2 billion lack electricity and 3 billion have no sanitary facilities. Nearly a billion entered the 21st century as illiterates. Less than 1% of annual global weapons sale suffices to put every child into school, but that isn’t happening (3). Yet, the UNDP and the WB are asserting that economic growth in the late 20th century has led to reduction of world poverty. This is based on their arbitrary definition of the poverty line at $ 1 a day per capita income. Curiously, that yardstick is not applied to the rich nations although the food prices are similar throughout the world. The rich nations have their own criteria; for example, the US Bureau of Census drew its 1996 poverty threshold at a per head income of $ 11 a day. By that count poverty in Mexico is lower than in the US (47). Although the link between poverty, education and population explosion is well known, the poor remain in the state they are in. The UNFPA drive for family planning (48) will prove to be a quick fix unless the rich-poor gap is closed. Let’s recall how Europe’s population explosion and mass migration raged until poverty was eradicated in the 20th century.

The oppressive policies used by the Bretton Woods Triad against the poor were never imposed on any Western nation. Nonetheless, austerity measures, reminiscent of SAP, have been voluntarily adopted by the rich since the Reagan-Thatcher era, more so in the ’90s. The European Welfare States, once the envy of the world, are now history. They have largely dismantled unemployment benefits, privatised pension funds and social services. Downsizing, corporate restructuring and relocation of production to cheap labour havens in the Third World have caused unemployment and poverty. The high level of unemployment in developing and developed countries helps supress wages. Capital migrates from one country to another in search of cheaper labour. This new world economic order helps create divisions between nationalities, social classes and ethnic groups. It destroys social cohesion between white and black, young and old, between employed, partly employed and unemployed. Such restructuring has sometimes lead to „thirdworldisation“ of Western cities – more often in America than in Europe (6).

On balance, the wealthiest Western nation shows the widest gap between rich and poor (3), the others are not far behind; the sales of top 200 TNCs account for 27.5% of the world economic activity, yet they employ just 0.78% of the world’s workforce (2). In the West about 35 million people are jobless and many more millions cling to jobs which barely generate a living wage. As the number of working poor rises, they face widening wage inequalities and the long-term unemployed risk total expulsion from the job market (49). With the service economy taking hold brain -- not brawn -- is in demand. No wonder, high-skill women are at the leading edge of job creation, but 54% of their less-skilled sisters are out in the cold (50).

Increasing global poverty will invariably lead to plummeting demands. Did the policy makers ever wonder how business will flourish if the pool of consumers dries up?

Possible Remedies

What can we do to roll back poverty and reclaim justice? Or to humanize CG, ensuring for all a global trade on a level playing field? Such issues can be addressed individually or collectively.

On an individual level, we must be wary of the jargon used by the TNCs, the governments, and the media, colluding actively in rich and poor countries. They form the power base and shape national policies; they prefer to keep the public passive and quiescent. To achieve that, they proclaim their policies in a jargon whose operative meaning is the very opposite of its dictionary meaning. The richer among the populace tacitly agree with the government policies and remain complacent, if only to defend their own turf. We needn’t be an expert to interpret the true meaning of their propaganda. It will suffice to look up the relevant original documents, mostly accessible on the internet. It is crucial to understand why the poor – whether in the Third World or in the West -- are like what they are, and what keeps them in the state they are in. Knowledge of those facts will change our attitude; increasing insight will lead us to constructive activities, individual or collective.

Options for individual activity include (13) e.g.: (a) making life uncomfortable for the policy makers by asking questions, joining demonstrations, writing letters; (b) keeping pressure building up on them -- even dictatorial regimes do succumb; (c) exerting pressure on the representatives for our goal in the run up to elections. Regardless of which option we pick, we need to back collective efforts to succeed.

Collective activities are sprouting everywhere. Some are local, others overarching. Two important examples will do. The World Social Forum Porto Allegre, Brazil, is an international arena for the creation and exchange of social and economic projects to promote human rights, social justice and sustainable development (51). The International Forum on Globalization (IFG), San Francisco, emphasizes alternatives to CG. Its goal is to dismantle corporate rule to seize democratic control over economic, social and environmental future in the 21st century (52). It has just finished a three-year project and published „Alternatives to Economic Globalization“ (53, 54). It has earmarked the next three years for dialogue and consensus building prior to coming up with its final report. The IFG invites active participation of all interested in the project: Contact Project Director Antonia Juhasz at ajuhasz@ifg.org.

What does the IFG report say? The human society is at a crucial crossroads. How far it will have a peaceful, equitable and sustainable future depends upon which model – corporate or democratic – ultimately gains ground. Democracy-leaning people have taken to the streets all over the world. The mainstream media, however, have downplayed their demands claiming that they are a xenophobic and anti-trade crowd unable to offer any alternative to CG. The documents presented independently by the civil society in the last two decades tell a different story. Numerous consensus statements published by it show a wealth of alternatives with a striking convergence in their beliefs regarding the underlying values human societies can and should serve. These include:
  • (a) A shift from governments serving TNCs to those serving people and communities.
  • (b) CG disempowers communities and local economies; new rules and structures have to be created to favour the local, following the principle of subsidiarity.
  • (c) Economies must be ecologically sustainable.
  • (d) The shared natural heritage of the water, land, air, forest, fisheries are a collective birthright of people. They are unalienable. Also, modern common heritages created by the collective effort of societies such as basic public services relating to health, education, social security etc., should not be privatized.
  • (e) Governments must abide by the UN Human Rights Charta recognizing food, clothing, housing, medical care and unemployment benefit as core rights, not just political and civil rights.
  • (f) The right to a means of livelihood is basic to human dignity. This requires that TNCs stop pitting workers against each other to suppress wages or displacing farmers and fishers from their turfs.
  • (g) Lack of food-security and -safety make communities insecure. Global agribusinesses, accountable for them, should take note.
  • (h) Widening gap between rich and poor within and between societies must be reduced. To this end, illegitimate debts of poor countries must be cancelled and current institutions of global governance must pactice global fairness as their operating principle.
  • (i) Cultural, biological, social and economic diversity are central to a viable and dignified life – they should not be allowed to be undermined by CG.
  • (j) Any activity must abide by the precautionary principle. Those seeking to pursue a practice or market a product have the onus of proving its safety, even if scientific proof is time consuming.
Clearly, if we are to avoid further chaos and inequity in the world, we will have to rein in CG. The IFG Report argues that part of the difficulty stems from having two conflicting governing global agencies: the Bretton Woods Triad and the UN. The IFG suggests that
  • (A) global economic governance be unified under a reformed UN;
  • (B) certain UN organisations be strengthened by removing corporate influences;
  • (C) the Bretton Woods Triad be dismantled or weakened; and
  • (D) new institutions be created to replace the dismantled Bretton Woods Triad.
The new global institutions proposed under (D) should include:
  1. an International Insolvency Court to handle debt relief of „low income countries“;
  2. an International Finance Organisation (IFO) under the mandate of the UN to achieve and maintain stability in international financial relationships;
  3. Regional Monetary Funds to deal with emergency foreign-exchange loans;
  4. replace the WTO (with any of the three proposed alternatives); and
  5. create an Organisation for Corporate Accountability under the mandate of the UN.
Reaching a consensus in one thing, institutionalizing it is an altogether different affair though. Given a cozy relationship between governments and corporates in most countries, pushing these changes will demand much dedication and sacrifice by the civil society. Will it rally? Let me end echoing Noam Chomsky (13): „We don’t know that honest and dedicated effort will be enough to solve or even mitigate such problems as these. We can be quite confident, however, that the lack of such efforts will spell disaster.“

References
  • 0) President Carter’s Nobel Lecture: The Complete Text.www.cartercenter.org
  1. World Development Report, World Bank, 1999/2000, cited in (28)
  2. Corporate Power Facts and Stats. www.globalissues.org
  3. Causes of Poverty: Poverty Facts and Stats. globalissues.org
  4. Noam Chomsky: A World Without War. www.zmag.org
  5. Jawarahlal Nehru: Glimpses of World History. Oxford Univ.Press, 1983
  6. Michel Chossudovsky: Global Poverty In The Late 20th Century. www.heise.de
  7. Unified Command Plan 2002. www.defenselink.mil
  8. Otfried Nassauer: Eine neue militaerische Aufteilung der Welt. Frankfurter Rundschau, 15 July, 2002
  9. Bretton Woods Decisions. Closing Address by the Secretary of Treasury Henry Morgenthau, July 22, 1944. www.ibiblio.org
  10. United Nations Monetary and Financial Conference at Bretton Woods. Summary of Agreements. July 22, 1944. www.ibiblio.org
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  12. Thilo Bode: Scheinheilige Debatte, Frankfurter Rundschau, August 10, 2002
  13. Noam Chomsky: What Uncle Sam Really Wants. Odonian Press, Tucson, Arizona.
  14. Marshall Plan Countries. http://lcweb.loc.gov/Marshall Plan Countries.htm
  15. North Atlantic Treaty. www.archives.gov
  16. Noam Chomsky: Rogue States. www.zmag.org
  17. Charles D. Ferguson: Mini-Nuclear Weapons and the US Nuclear Posture Review. http://cns.miis.edu/Mini-Nuclear Weapons and the U_S_Nuclear Posture Review.html
  18. Eve Conant: Putin’s Priority List. Newsweek, June 24, 2002
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  24. John Laughland: The Prague racket. The Guardian, November 22, 2002
  25. Carla Power: Europe’s Mr. Fix-it. Newsweek, June 17, 2002
  26. Justin Podur: India and South Asia Primer. www.zmag.org
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  31. Jeremy Fox: Chomsky and Globalisation. Icon Books, U.K., 2001
  32. The Great Trade Robbery. Oxfam International News Release, April 11, 2002. www.oxfam.org.uk
  33. Gary Wills: Bully of the Free World, Foreign Affairs, 78, pp.50-59, 1999
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  51. Noam Chomsky: Why the World Social Forum? www.cb3rob.net
  52. Tony Clarke: The Emergence of Corporate Governance and What to Do About it. www.ifg.org
  53. John Cavanagh, Chair, Drafting Committee, International Forum on Globalization: Alternatives to Economic Globalization, Report Summary. www.ifg.org
  54. The International Forum on Globalization: Alternatives to Economic Globalization. Berrett-Koehler publishers, Inc, San Francisco, 268 p, 2002
Independent Media Centre
http://www.ontario.indymedia.org:8081



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