Britische Forscher warnen vor Uranmunition / British scientists are warning off depleted uranium

Bericht einer Kommission der Royal Society (Akademie der Wissenschaften) / The Royal Society on the health effects of depleted uranium munitions

Spiegel-online brachte am 12. März 2002 folgenden Bericht über ein altes Thema: Die Gesundheitsgefährdung durch Uran haltige Munition, wie sie im Golfkrieg und im Jugoslawienkrieg u.a. von den USA eingesetzt wurde. Wir dokumentieren die entsprechende Information und geben danach eine englische Zusammenfassung der beiden Berichte, die von der britischen Royal Society im vergangenen Jahr und vor wenigen Tagen veröffentlicht wurden. Weitere Informationen auf der Website der Royal Society: www.royalsoc.ac.uk/

Der Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran birgt britischen Forschern zufolge beträchtliche Langzeitrisiken für Mensch und Umwelt. Soldaten und Zivilisten, die größere Mengen des Schwermetalls mit verseuchtem Staub einatmen oder mit kontaminiertem Wasser zu sich nehmen, könnten Nierenschäden erleiden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den die britische Akademie der Wissenschaften am Dienstag auf ihrer Webseite veröffentlicht hat.

Die umstrittene Uranmunition wurde im Golfkrieg und auf dem Balkan abgefeuert, um gepanzerte Fahrzeuge zu durchschlagen. Die Kommission der Royal Society geht zwar davon aus, dass die Mehrheit der Soldaten keinen genügend hohen Uran-Konzentrationen ausgesetzt war, um eine Schwermetallvergiftung herbeizuführen. "Unter gewissen Umständen kann die Belastung jedoch hoch sein", erklärt Brian Spratt, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe.

In diesem Fall, so Spratt, "besteht die Gefahr einer Schwermetallvergiftung, die bei wenigen Soldaten langfristig zu Nierenschäden führen kann". Auf ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, hatte die Kommission bereits im ersten Teil ihres Reports hingewiesen, der im Mai 2001 erschienen war. Betroffen könnten etwa Soldaten sein, deren Fahrzeug von einem derart gehärteten Projektil getroffen wurde oder die kontaminierte Fahrzeuge gesäubert haben.

Verseuchte Böden in ehemaligen Kampfgebieten stellen zudem eine Gefahr zum Beispiel für spielende Kinder dar, so die Wissenschaftler. Aus im Boden verrostenden Munitionsresten könnte überdies Uran in die Wasserversorgung gelangen. Die Arbeitsgruppe empfiehlt daher regelmäßige Analysen von Wasser und Milch in den betroffenen Gebieten sowie eine Entsorgung schwer kontaminierter Böden.

Um die Risiken der Schwermetallgeschosse war eine heftige Diskussion entbrannt, nachdem sich in mehreren Ländern Soldaten gemeldet hatten, die ihre Krebserkrankungen auf die Uranmunition zurückführten. Die Nato hatte dies unter Berufung auf wissenschaftliche Studien zurückgewiesen. Auch von der EU-Kommission eingesetzte Forscher fanden keine Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Munition und der Krebserkrankung von Soldaten in Bosnien und im Kosovo.

Quelle: Spiegel-online, 12. März 2002


The health hazards of depleted uranium: part I and part II

The Part I report, published in May 2001,
considered the increased risks of radiation-induced cancer from exposures to DU on the battlefield.

The main conclusions of the report are that:
  • Except in extreme circumstances any extra risks of developing fatal cancers as a result of radiation from internal exposure to DU arising from battlefield conditions are likely to be so small that they would not be detectable above the general risk of dying from cancer over a normal lifetime.
  • For a very small fraction of soldiers, under the most unfavourable conditions, the lifetime risk of death from lung cancer is unlikely to exceed twice in the general population.
  • Any extra risks of death from leukaemia, or other cancers, as a result of exposure to DU are estimated to be substantially lower than the risks of death from lung cancer.
Nevertheless there are still uncertainties that need to be resolved in the estimates of DU intakes that could occur in different situations, and the resulting radiological risks, especially where exposures are high. The report makes recommendations for future research aimed particularly at a better understanding of the risks in such circumstances, and for a number of other actions that would help in assessing the hazards that may arise from the use od DU.

Part II (March 2002)

Part II deals with the risks from the chemical toxicity of uranium, non-malignant radiation effects from DU intakes, the long-term environmental consequences of the deployment of DU munitions and responses to Part I.

The main conclusions of the Part II report are:
  • The risks to the kidney and other organs and tissues from the use of DU in munitions are very low for most soldiers on the battlefield and for those living in the conflict area.
  • In extreme conditions and under worst-case assumptions, soldiers who receive large intakes of DU could suffer adverse effects on the kidney and lung.
  • Environmental contamination will be very variable but in most cases the associated health risks due to DU wil, be very low. In some worst-case scenarios high local levels of uranium could occur in food or water that could have adverse effects on the kidney.
Source: http://www.royalsoc.ac.uk/


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