FRIEDENSVORLESUNGEN an der Uni Kassel, 20.11.2007 (Friedensratschlag)
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FRIEDENSVORLESUNGEN an der Uni Kassel: Frieden durch Krieg?

Gibt es ein Recht auf militärische Intervention? Das Programm

Auch im Wintersemester 2007/08 gibt es wieder eine Friedensvorlesungsreihe an der Universität Kassel, veranstaltet von der AG Friedensforschung im Fachbereich 5: Gesellschaftswissenschaften.
Hier geht es zu einer pdf-Version des Vorlesungsprogramms: Frieden durch Krieg?



Worum geht es?

US-Präsident George W. Bush wird nicht müde zu betonen, dass sich Amerika (er spricht immer von Amerika, wenn er die USA meint) seit dem 11. September 2001 im Krieg befinde. Zwei größere Kriege, den gegen Afghanistan und den gegen Irak, hat er im Rahmen seines Antiterrorkriegs bereits vom Zaun gebrochen, gegen andere Kriege – z.B. den israelischen Krieg gegen Libanon im Sommer 2006 – hatte er nichts einzuwenden. Militärintervention und Krieg werden zu Mitteln der Politik erklärt, geht es doch um so hehre Ziele wie den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, die Verteidigung der Freiheit und den Kampf gegen Tyrannei sowie um den Export von Demokratie und Menschenrechten.

Die NATO, die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland beteiligen sich in unterschiedlicher Weise an dem globalen Krieg mit je eigenen Truppen. Dabei wird stillschweigend davon ausgegangen, dass all dies im Einklang mit dem Völkerrecht oder – im Falle Deutschlands – mit dem Grundgesetz geschieht. Weiter wird behauptet, dass die Interventionen erfolgreich sind, indem sie den betroffenen Staaten Möglichkeiten demokratischer und freiheitlicher Entwicklung eröffnen. Dagegen sind erhebliche Zweifel angebracht. Aufgabe einer kritischen Friedensforschung ist es, nicht nur die Prinzipien des modernen Völkerrechts (insbesondere das zwingende Gewaltverbot) gegen ihre Erosion zu verteidigen, sondern die Öffentlichkeit auch mit den tatsächlichen Wirkungen der neuen Kriege zu konfrontieren. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellen sich alte Fragen neu: Können Kriege Frieden schaffen? Gibt es neuerdings wieder ein Recht auf Krieg (ius ad bellum)? Mit solchen und anderen Fragen beschäftigen sich die schon zur guten Tradition gewordenen "Friedensvorlesungen" an der Uni Kassel im Wintersemester 2007/2008.

Die Friedensvorlesungen der AG Friedensforschung richten sich nicht nur an Studierende und andere Mitglieder der Universität, sondern auch an die außeruniversitäre Öffentlichkeit.

PROGRAMM

Frieden durch Krieg?
Gibt es ein Recht auf militärische Intervention?

Uni-Vorlesungsreihe im Wintersemester 2007/08
Jeweils Montag, 18.15 – 19.45 Uhr


Ort:
Uni Kassel, Standort am Holländischen Platz;
Hörsaal 0117 (Kurt-Wolter-Str. 3)

Montag, 26. November 2007
Militärinterventionen auf dem Prüfstand – Empirische Befunde gegen den Mainstream der Politik
Dr. Peter Strutynski, Uni Kassel

Montag, 3. Dezember 2007
Die Irakisierung Afghanistans: Zu den Folgen des "Kriegs gegen den Terror"
Dr. Dr. Michael Pohly, Institut für Iranistik, Berlin

Montag, 10. Dezember 2007
"Festung Europa" – Die militärische Sicherung der EU-Außengrenzen
Dr. Ernesto Kiza, Freiburg

Montag, 17. Dezember 2007
Völkerrecht und Krieg – Gibt es ein Recht auf "humanitäre Intervention"
Prof. Dr. Norman Paech, Hamburg, MdB

Montag, 7. Januar 2008
Krieg, Bürgerkrieg und Gender im Irak
Prof. Dr. Renate Kreile, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Privatdozentin für Politikwissenschaft an der Uni Tübingen

Montag, 14. Januar 2008
Somalia: Paradebeispiel für das Scheitern der internationalen Gemeinschaft
PD Dr. Brigitte Fahrenhorst, Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, TU Berlin

Montag, 21. Januar 2008
Friedensstrategien für den Nahen Osten
Susanne Fischer, Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung


Montag, 28. Januar 2008
Vom "Recht" auf "humanitären Krieg" zum Recht auf Frieden. Der Libanon als internationales Fallbeispiel
Marcel Baumann, Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung, Uni Freiburg




Pro Vorlesung wird von den Teilnehmer/innen ein Unkostenbeitrag von EUR 2,- erhoben (ermäßigt 1 EUR). Studierende haben freien Eintritt



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