Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

Grundinformationen zu Geschichte, Wirtschaft und politischem System

Kurzinformation:

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) liegen auf der Arabischen Halbinsel und grenzen an Katar, Saudi-Arabien und an den Oman. Flächenmäßig sind die VAE etwa so groß wie Österreich (abzüglich dem Bundesland Salzburg). Die VAE wurden am 2. Dezember 1971 gegründet, was das Abkommen mit Großbritannien beendete und die einzelnen Emirate zu einer Föderation zusammenfügte. Administrativ sind die Vereinigten Arabischen Emirate in die Regionen Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain, Ra's al-Chaima und Fudschaira aufgeteilt. Politisch gehört die Föderation der Arabischen Liga an. Als eines der weltweit größten Erdöl exportierenden Länder ist sie außerdem ständiges Mitglied der OPEC.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/VAE)

Die sieben Emirate der VAE

Name Fläche (km²)Einwohner
Abu Dhabi 67.340 1.200.000
Umm al-Qaiwain 777 39.000
Fudschaira 1.165 83.000
Ra's al-Chaima 1.684 153.000
Schardscha 2.590 435.000
Dubai 3.885 737.000
Adschman 259 133.000
VAE insgesamt77.7002.780.000


Geografisches:

Die Vereinigten Arabischen grenzen im Norden an den Persischen Golf und im Osten an den Golf von Oman. Die sieben Emirate bestehen überwiegend aus trockener Sandwüste; im Osten erstreckt sich das felsige Hajar-Gebirge. Als bedeutende Oasen sind im Emirat Abu Dhabi die Stadt Al Ain und die Liwa-Oase zu nennen. Große Mengen von Grund- und Oberflächenwasser können aus dem Hajar-Gebirge gewonnen werden. Flussbetten, die sogenannten Wadis, durchziehen das Land. Die höchsten Erhebungen (bis 1500 m) befinden sich ebenfalls im Hajar-Gebirge, während sich der Großteil des Landes nur bis zu 100 m über Normalnull erhebt.

Zur Geschichte: 1747 ließen sich die Beduinen der Qawasim und Banu Yas an der südlichen Golfküste nieder und begannen mit der Piraterie gegen die Handelsschifffahrt im Persischen Golf. Wegen der Piraterie erhielt das Land früher den Namen Piratenküste. Zentren waren dabei die Häfen Schardscha und Ra's al-Chaima, die auch zwei heutigen Emiraten ihre Namen gegeben haben. Um 1780 war die Macht der Qawasim so stark gewachsen, dass sie große Teile der persischen Südküste beherrschten und mit ihrer Flotte den Handel Omans bedrohten. Zwar kam es zu Gegenangriffen Omans, doch erst als dieses sich mit Britannien verbündete, wurden die Scheichtümer zwischen 1806 und 1820 unterworfen und die Piraterie eingedämmt. Die Scheichtümer kamen damit unter britisches Protektorat. Dadurch konnte Oman seine Gebietsansprüche nicht durchsetzen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich Abu Dhabi (gegründet 1761) und Dubai (gegründet 1833) zu Zentren der Perlenfischerei und zu wichtigen Handelsplätzen. Dieser Wirtschaftszweig brach allerdings um 1930 fast völlig zusammen, als Japan Zuchtperlen auf den Markt brachte. Erst mit den Erdölfunden um 1960 begann wieder eine verstärkte wirtschaftliche Entwicklung. Am 2. Dezember 1970 entließ Großbritannien die Emirate als Vereinigte Arabische Emirate in die Unabhängigkeit, wobei dem Emirat Abu Dhabi die Führungsrolle zukam. 1981 wurde mit Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Kuwait und Oman der Golf-Kooperationsrat gegründet.




Der Golf-Kooperationsrat

Ziel der Organisation ist die Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedern zu fördern, wozu 1982 der freie Warenverkehr eingeführt wurde. Für 2005 wurde eine Zollunion beschlossen, bis 2010 ist eine gemeinsame Währung geplant.
Die Mitglieder sind zu gegenseitigem Beistand im Verteidigungsfall verpflichtet. Der GCC unterhält eine gemeinsame Verteidigungstruppe, die allerdings nur 5000 Mann umfasst. Daher musste der GCC eng mit den USA kooperieren, um gegen den vom den USA aufgerüsteten Irak und den Iran geschützt zu sein.
Der Sitz der Organisation ist in Riad. Als oberstes Gremium der Organisation tagt zweimal jährlich der Oberste Rat, in dem die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten vertreten sind. Unterschiedliche politische Ziele und eine Reihe trennender Fragen behinderten die Integrationsbemühungen.
Für die Europäische Union ist die GCC-Region von strategischer Bedeutung. Der GCC ist der wichtigste Handelspartner der Union in der arabischen Welt. Auf ihn entfielen etwa die Hälfte des gesamten Handels mit den arabischen Staaten und etwa 4 % der Gesamtausfuhr der EU in Drittländer.

(Quelle: http://de.wikipedia.org)




Sprache:

Amtssprache ist Arabisch. Englisch ist als Wirtschafts- und Verkehrssprache wichtig. Hindi, Urdu und Farsi werden ebenfalls gesprochen. In Hotels wird mitunter auch Französisch oder Deutsch gesprochen.

Wirtschaft und Arbeit:

Das Haupteinkommen des Landes wird durch den Öl- und Gasexport des Emirates Abu Dhabi erbracht. Die anderen Emirate setzen auf Handel und in den letzten Jahren verstärkt auf den Tourismus. Die Stadt Dubai ist in dieser Hinsicht federführend. Die grundwasserreichen Gebiete um Al Ain (Abu Dhabi) und das Gebiet um das Hajar-Gebirge betreiben Landwirtschaft und Viehzucht und stellen den primären Sektor dar. Der industrielle Sektor ist sehr unterentwickelt. Erwähnenswert sind einige große Aluminiumschmelzen in Dubai, aufgrund der niedrigen Energiepreise im Land. Auch der IT-Sektor mit eigenen Stadtteilen für Firmenniederlassungen ist in Dubai am weitesten entwickelt.

Alle Firmen (ausgenommen in Freihandelszonen) müssen mindenstens zu 51% einem Einheimischen gehören. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass nur Emirater in Führungspositionen sitzen. Außerdem leitet die Regierung eine Kampagne, die zum Ziel hat, in allen staatlichen Stellen, wie z.B. bei der Post, Polizei, Verwaltung, in Banken oder beim Militär eine bestimmte Quote von einheimischen Arbeitnehmern sicherzustellen. Diese Kampagne läuft unter dem Namen "Emiratisierung".

Die Bekämpfung von gefälschten Markenprodukten wird in den einzelnen Emiraten sehr unterschiedlich verfolgt. Sie reicht von regelmäßigen Razzien in den Verkaufsläden und der Verhängung von Haftstrafen gegen die Händler in Dubai bis zum offenen Verkauf in den staatlichen Kaufhäusern Cooperative Society in Abu Dhabi. Hierbei ist besonders Dubai bemüht, internationalen Unternehmen zu zeigen, dass es den Schutz des geistigen Eigentums ernst nimmt.

In den VAE fallen keine Steuern an. Die Kosten der Verwaltungsbehörden werden mit Gebühren finanziert und auf Alkohol muss eine Abgabe in Höhe von 30% gezahlt werden. Es ist geplant, dass 2005 eine Mehrwertsteuer eingeführt wird. Sie gilt vorerst nur für "schädliche" Güter wie Tabak und Alkohol. Weitere Pläne sind, diese in den nächsten Jahren nach internationalem Vorbild auf alle Endverbrauchsgüter auszuweiten. Gesetze über Einkommens- oder Unternehmenssteuer existieren schon seit Jahrzehnten, aber die Höhe der Steuer ist mit 0% festgelegt, was faktisch einer Nichtbesteuerung entspricht. Die Bundesrepublik Deutschland hat 1996 mit den VAE ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Es ist das einzige dieser Art, welches Deutschland mit einer Steueroase besitzt.

Grundstücke können von Ausländern nicht erworben werden. Nur das Emirat Dubai gestattet die Pacht von Grundstücken und Eigentumswohnungen nach englischem Muster über 99 Jahre. Durch die Pacht erwirbt der Eigentümer eine uneingeschränkte Aufenthaltserlaubnis während der Dauer der Laufzeit. Dies zieht insbesondere Pakistaner und Inder an, die sich damit einen Zweitwohnsitz erwerben.

Probleme ergeben sich durch den unterentwickelten Rechtsschutz der Arbeitnehmer. Die Gründung von Gewerkschaften ist verboten und Streiks sind strafbar. Bei Arbeitgeberwechsel oder Kündigung eines Arbeitsverhältnisses muss eine Bescheinigung (Non-Objection Certificate) vom Arbeitgeber ausgestellt werden, welcher keine Bedenken sieht, dass sich der Mitarbeiter eine neue Beschäftigungsstelle sucht. Sollte dieses nicht ausgestellt werden, wobei der Arbeitgeber seine Entscheidung nicht begründen muss, folgt ein sechsmonatiges Arbeits- und teilweise auch Einreiseverbot in die VAE. Dieses starke Arbeitgeberrecht ermöglicht Erpressungen über Lohnfragen und Urlaubsansprüche am Ende des Arbeitsverhältnisses.

Durch den schwachen Schutz des Arbeitnehmers kommt es regelmäßig im niedrig entlohnten Bausektor bei den geringverdienenden Arbeitern zu Unregelmäßigkeiten in den Lohnzahlungen. Diesen Arbeitern bleibt allerdings nichts anderes übrig als ohne Lohn weiterzuarbeiten, da diese sonst ohne Arbeit, die im Vergleich zu ihrem Ursprungsland gut bezahlt wird, ihre Familien in ihren Heimatländern nicht mehr versorgen könnten.

Arbeitnehmern steht ein Beschwerderecht bei Problemen mit dem Arbeitgeber bei den lokalen Arbeitsministerien zu. Doch durch die in der arabischen Mentalität verankerte Bürokratie dauern Entscheidungen teilweise sehr lange.

(Quelle: http://de.wikipedia.org)




Daten zur Wirtschaft:
  • Währung: 1 Dirham (Dh) = 100 Fils; 3,68 Dh = 1 US-Dollar; 4,2 Dh = 1 Euro
  • Bruttosozialprodukt (BSP): 48,7 Mrd. US-Dollar (1998)
  • Bruttosozialprodukt je Einwohner (2001): über 9.206 US-Dollar
  • Anteile der drei Wirtschaftssektoren am BIP (Bruttoinlandsprodukt, 1998: 47,2 Mrd. US-Dollar):
    • Landwirtschaft: 3,4 %
    • Industrie: 48,1 %
    • Dienstleistungen: 48,5 %
    Verteilung der Erwerbstätigen auf die drei Wirtschaftsbereiche:
    • Landwirtschaft: 7,9 %
    • Industrie: 33.4 %
    • Dienstleistungen: 58,7 %
    Import: 35,9 Mrd. US-Dollar
    Güter: Maschinen, elektrotechnische Ausrüstungen: 25 %; Transportmittel: 14 %; Textilien: 14 %; Nahrungsmittel: 12 %; unedle Metalle und Metallwaren: 9 %;
    Wichtigste Importländer: Japan, USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, (Süd-)Korea, VR China, Iran, Italien, Indien.
  • Export: 45,7 Mrd. US-Dollar
    Güter: Rohöl: 41 %; Reexporte: 29 %; Nicht-Ölprodukte: 25 %; Flüssiggas: 7 %
    Wichtigste Länder: Japan (31 %), Süd-Korea (10 %), Indien (5 %), Oman (4 %), USA (3 %), Pakistan (3 %), Singapur (3 %), Thailand (3 %), Deutschland (3 %).
Quelle: Der Fischer-Weltalmanach 2004, S. 869




Politisches System: In den VAE gibt es weder politischen Parteien noch Wahlen durch die Bevölkerung. Die Macht liegt jeweils bei einem der sieben Scheichs - auch bekannt als Emir (deswegen wird eine Region, die ein Emir regiert, Emirat genannt). Jedes Emirat (welches nach seiner jeweiligen Hauptstadt benannt ist) bestimmt seinen eigenen Premierminister. In Abu Dhabi ist nach dem Tod des vorherigen Präsidenten H. H. Sheich Zaid bin Sultan al-Nahayan am 2. November 2004 (seit 1971 Staatsoberhaupt, zuletzt wiedergewählt 1991) sein Sohn Chalifa bin Said al-Nahjan Premierminister. Er wurde am 3. November 2004 zum Präsidenten gewählt. Er tritt damit die Nachfolge seines verstorbenen Vaters an. Der Vizepräsident und Premierminister ist Sheikh Maktoum bin Rashid al Maktoum, gleichzeitig auch Emir von Dubai. Er war am 2. November 2004 übergangsweise Präsident der VAE bis zur Wahl von Chalifa bin Said al-Nahjan als neuen Präsidenten.

Das „Parlament“ (Nationalversammlung) ist bekannt als Federal National Council (FNC), welches am 13. Februar 1972 gegründet wurde. Das FNC berät das Kabinett und den obersten Gemeinderat, kann sie aber nicht überstimmen. Das Parlament besteht aus 40 Mitgliedern, welche proportional von jedem Emirat hinzugezogen werden. Jeder Emir wählt die Mitglieder von seinem Emirat selbst aus.
Das FNC hat die Möglichkeit, alle Gesetzgebungen einzusehen und zu ändern. Weiterhin kann es Minister zusammenrufen und die Arbeit ihrer Ministerien durchsehen und kritisieren.

Außenpolitik

Die VAE waren ein Gründungsmitglied des Gulf Cooperation Council (GCC, siehe weiter oben). Das GCC wurde bei einem Gipfeltreffen in Abu Dhabi 1981 gegründet. Die Mitglieder des GCC sind Saudi Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar, Oman und auch die VAE. Außerdem ist das Land Mitglied bei dem Bündnis Arabischer Staaten, der Islamischen Konferenz Organisation, der UNO sowie den meisten anderen UNO-Institutionen.

In den 1970er Jahren wurde die Grenze zwischen Saudi Arabien und den VAE verbindlich festgelegt. Allerdings wurde der genaue Grenzverlauf nie veröffentlicht, sodass nur die beiden Regierungen, den genauen Verlauf wissen.

Auswärtiges Amt: Die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten

(Amtliche Darstellung): Seit 1972 bestehen diplomatische Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Deutschland ist privilegierter Partner; Bundeskanzler Schröder und der amtierende Ministerpräsident der VAE haben im April 2004 eine strategische Partnerschaft vereinbart. Die Beziehungen sind freundschaftlich.

Der Schwerpunkt der Beziehungen liegt auf wirtschaftlichem Gebiet. Die Handelsbeziehungen sind lebhaft und vielfältig.
Deutschland exportierte im Jahre 2003 Waren im Wert von rd. 3,23 Mrd. Euro in die VAE, vor allem Kraftfahrzeuge (27%), elektrotechnische Erzeugnisse (25%) und Maschinen (20%). Die Importe beliefen sich im gleichen Jahr, da Deutschland kein Öl aus den VAE bezieht, lediglich auf 240 Mio. Euro, in erster Linie Textilien, Rückwaren und Ersatzlieferungen.
In den VAE operieren etwa 400 deutsche Firmen, davon etwa 100 in Abu Dhabi und ca. 300 in Dubai und den nördlichen Emiraten. Die deutschen Kaufmannschaften haben sich in den German Business Councils Dubai und Abu Dhabi zusammengeschlossen.
Zwischen Deutschland und den VAE sind ein Luftverkehrs-, ein Doppelbesteuerungs- und ein Abkommen über die Förderung und den Schutz von Investitionen in Kraft.
Mit dem Büro des Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Dubai (Zweigstelle in Abu Dhabi), einem Korrespondenten der BfAI (Bundesagentur für Außenwirtschaft) in Dubai sowie der Deutschen Botschaft Abu Dhabi und dem Deutschen Generalkonsulat Dubai sind alle drei "Säulen" der Außenwirtschaftsförderung vertreten. Generalkonsulat Dubai, Delegiertenbüro und BfAI-Korrespondent sitzen unter einem Dach.

Deutschland fördert seit Jahren die archäologischen Ausgrabungen im Emirat Ras al-Khaima und hat die Restaurationswerkstatt des dortigen Museums eingerichtet.
In Abu Dhabi und Sharjah/Dubai gibt es Deutsche Schulen, die bis zur 10. Klasse führen. Die Schule in Abu Dhabi hat 108, die in Dubai/Sharjah derzeit rd. 150 Schüler und 40 Kindergartenkinder.

Quelle: Homepage des Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges-amt.de (Letzter Zugriff: 11. März 2005)


Das islamische Recht, die Scharia

In den VAE existieren die Todesstrafe sowie für Moslems Stockschläge (außer Dubai). Als Gesetzesgrundlage gilt die Schari'a (islamisches Recht).

Verboten sind Pornographie, jüdische Propaganda, Schriften und Medien, die unvereinbar mit den religiösen, kulturellen, politischen und moralischen Werten der VAE sind, Alkohol (nur in Schardscha), Trunkenheit und Drogen.

Bei Tod eines Einheimischen, verursacht oder begünstigt durch eine andere Person, muss als Ausgleich das sog. Blutgeld gezahlt werden, begrenzt durch emiratische Gerichte auf 100.000 AED pro Person. Falls die Summe nicht aufgebracht werden kann, erfolgt Inhaftierung bis zur vollständigen Bezahlung durch Angehörige oder Bekannte.

Bei Unfällen mit Personenschaden eines Emiratis erfolgt in der Regel eine Inhaftierung des Unfallgegners bis zur vollständigen Genesung des Verletzten. Verletzungen, verursacht durch Erste-Hilfe-Maßnahmen nach Unfällen, werden voll dem Helfer mit den daraus resultierenden Konsequenzen angelastet.

Bei Fahrzeugunfällen muss selbst bei Bagatellschäden die Verkehrspolizei gerufen werden, um einen Unfallbericht aufzunehmen. Die Fahrzeuge dürfen nach der Kollision nicht mehr bewegt werden, was an Hauptstraßen meist lange Staus zur Folge hat. Durch dieses Gesetz soll die Fahrerflucht verhindert werden. Fahrzeugschäden dürfen von Werkstätten ohne Unfallbericht der Polizei nicht repariert werden.

Schweinefleisch und daraus hergestellte Produkte können in einigen großen Supermärkten gekauft werden. Die Bereiche, in denen die Waren ausgestellt sind, werden mit deutlichen Warnschildern für Muslime gekennzeichnet. Speisen, die Schweinfleisch enthalten, können nur in Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels sowie in einigen Clubs bestellt werden.

Das Zusammenleben, aber auch schon das gemeinsame Übernachten in einem Zimmer von unverheirateten Partnern wird strafrechtlich verfolgt, falls es der Polizei oder anderen Behörden gemeldet wird. Für Nicht-Moslems wird keine Ausnahme gemacht.

Prostitution ist in Abu Dhabi und Dubai weit verbreitet. In der Öffentlichkeit ist das ein Tabuthema und die Medien berichten nicht darüber. Um die Prostitution einzudämmen werden regelmäßig Razzien in verdächtigen Nachtclubs durchgeführt. Darüber hinaus unterliegt für den verdächtigen Personenkreis (Frauen zw. 20-40 Jahren aus der Ex-UdSSR, VR China und Schwarzafrika) eine restriktive Quotenregelung für Visa. Diese kann allerdings umgangen werden, wenn die betroffenen Frauen nicht direkt bei der Botschaft ein Visum beantragen, sondern sich über emiratische Hotels Touristen-Visa besorgen.

Zensur

Importierte Zeitschriften müssen vor Verkauf der Zensurbehörde vorgelegt werden, die dann auf Bildern dargestellte Geschlechtsmerkmale mit einem schwarzen Filzstift zensiert. Auf CDs wird zusätzlich das christliche Kreuz geschwärzt, falls es auf dem Cover dargestellt ist.

Medien unterstellen sich einer freiwilligen Selbstzensur, sodass Verstöße gegen die Zensurgesetze seitens der Zeitungsherausgeber oder Radiosender nicht existieren. Das lokale Fernsehen ist in staatlicher Hand.

Der Internetzugang ist nur über die staatliche Telefongesellschaft Etisalat möglich. Der Zugriff von Privatpersonen auf das Internet erfolgt über einen Proxy, welcher Inhalte zensiert. Offiziell soll damit nur der Zugang zu pornographischem Material verhindert werden, tatsächlich werden aber willkürlich viele andere Seiten gesperrt, die unter Umständen die islamische Kultur verletzen. So zum Beispiel ausländische Seiten, die Glücksspiel (auch Lotto) anbieten, Kochrezepte, die über die Schweinefleischzubereitung berichten und Bekanntschaftvermittlungen, wobei jedoch die Heiratsvermittlung in den VAE legal ist und auch in den lokalen Zeitungen angeboten wird.

Im Widerspruch zum ganzen Zensuraufwand und staatlicher Kontrolle steht der ungehinderte Empfang ausländischer Sender über Satellit. Auf diesem Weg ist auch eine unzensierte, wenn auch teure Nutzung ausländischer Internet-via-Satellit-Provider möglich. Auch VPN-Firmennetzwerke unterliegen keinen staatlichen Einschränkungen, sodass diesen Firmenmitarbeitern eine unzensierte Informationsquelle zur Verfügung steht, ebenso Bildungseinrichtungen sind von der Zwangsnutzung des Proxys ausgenommen. Somit wird der Zugang zur freien Information ermöglicht und lässt den gesamten Aufwand, welchen das Informationsministerium (Zensurbehörde) betreibt, ad absurdum erscheinen.

(Quelle: http://de.wikipedia.org)

Zusammenstellung: P. Strutynski


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