Friedensbewegung: Friedenspolitischer Ratschlag, 30.10.2002 (Friedensratschlag)
Dieser Internet-Auftritt kann nach dem Tod des Webmasters, Peter Strutynski, bis auf Weiteres nicht aktualisiert werden. Er steht jedoch weiterhin als Archiv mit Beiträgen aus den Jahren 1996 – 2015 zur Verfügung.

Wege aus Krieg und Gewalt

Bundesweiter und internationaler Friedensratschlag 7./8. Dezember 2002 in Kassel - Programm und Einladung

Soziale Gerechtigkeit - statt neoliberaler Globalisierung
Gleichberechtigte Kooperation - statt weltweitem Vormachtstreben
Gerechter Frieden - statt permanentem Krieg


Der diesjährige "Friedenspolitische Ratschlag" fällt in eine Phase zugespitzter weltpolitischer Auseinandersetzungen. Seit Monaten bereiten die USA in aller Öffentlichkeit einen neuen Krieg gegen den Irak vor, einen Krieg, der nach Meinung vieler Experten verlustreicher, grausamer und folgenreicher sein würde als die voraus gegangenen Kriege gegen Jugoslawien (1999) und gegen Afghanistan (2001 bis heute). Es ist wohl nur mit der einzigartigen ökonomischen, politischen und militärischen Stellung der USA in der Welt zu erklären, dass die US-Regierung diesen Krieg gegen den Rat (fast) aller ihrer Verbündeten, gegen die Überzeugung (fast) aller Staaten der Welt und gegen den Willen der großen Mehrheit der Menschen in aller Welt zu führen entschlossen ist.

Die Vereinten Nationen und mit ihr die Menschheit scheinen an einem Wendepunkt ihrer Geschichte angekommen zu sein. Kofi Annan hat in seiner Rede zur Eröffnung der letzten Generalversammlung der VN auf die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts aufmerksam gemacht: Die Welt muss sich entsprechend dem Völkerrecht und der Charta der VN zu einem multilateralen System gleichberechtigter Staaten entwickeln. Damit wird jedem Unilateralismus, wie er von den USA zur Zeit gepflegt wird, eine Absage erteilt. Eine der wichtigsten Aufgaben für die Staatengemeinschaft muss demnach sein, das gegenwärtige Machtgefälle zwischen USA und UNO wieder zugunsten der UNO zu verschieben. Andernfalls droht ein Rückfall in Zeiten, wo nicht die Stärke des (Völker-)Rechts, sondern das Recht des Stärkeren gegolten hat. Wie bei den vorhergehenden "Ratschlägen" bietet das diesjährige Programm eine breite Palette friedenspolitisch interessanter und aktueller Themen. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, Ad-hoc-Arbeitsgruppen zu installieren.

9. Friedenspolitischer Ratschlag
Samstag/Sonntag, 7./8. Dez. 2002


Tagungsort:
Universität Kassel, Standort Wilhelmshöher Allee 73

Programm


Freitagabend (6.12.): Treffen der Gäste aus dem Ausland


* * * * * * * * * * Samstag, 7. Dezember * * * * * * * * * *


11-12 Uhr: Anmeldung
12 Uhr: Eröffnung (Dr. Peter Strutynski, Uni Kassel)
13 Uhr: Plenumsvorträge
  • Friedensmacht Europa? Welchen Beitrag leistet dazu der Europäische Konvent?
    Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann (MdEP)
  • Die Welt aus den Fugen? Eine neue Welt-(un)ordnung von USA Gnaden
    Prof. Dr. Werner Ruf (Uni Kassel)
  • Gerechter Friede und Gewaltfreiheit - Ein neues Paradigma christlicher Friedensarbeit?
    Dr. Reinhard J. Voß (Generalsekretär pax christi)
15.30-18.00 Parallele Foren und Gesprächskreise
  1. Afghanistan-Krieg: Eine Erfolgsstory?
    Dr. Matin Baraki (Dozent Uni Marburg und Kassel)
  2. Anglo-amerikanischer Krieg gegen Irak: Worum geht es wirklich?
    Clemens Ronnefeldt (Versöhnungsbund, dt. Zweig); Jürgen Wagner (IMI e.V. Tübingen)
  3. Bundeswehr: "Armee im Einsatz"
    Tobias Pflüger (IMI e.V. Tübingen)
  4. EU-Osterweiterung und NATO: Immer größer und immer schwächer?
    Gerhard Piper, BITS Berlin
  5. "Terror der Schwachen" - "Terror der Starken" Konsequenzen der Definition
    Prof. Dr. Ernst Woit, Dresden
  6. Braucht der Westen das Feindbild "Islam" und wer produziert es?
    Claudia Haydt, Tübingen; Dr. Gazi Caglar, Hannover
  7. Vom gerechten Krieg zum gerechten Frieden oder: Wie friedensfähig sind die Kirchen?
    Dr. Hans-Christoph Stoodt, Frankfurt a.M., Pater Gregor Böckermann, Uwe Reinecke (Göttingen)
  8. Der "gerechte Krieg" als Legitimationsideologie
    Prof. Dr. Andreas Buro
  9. Wege aus der Gewalt: Die Welt von Atomwaffen befreien - aber wie?
    Lothar Liebsch ("Darmstädter Signal"), Reiner Braun (NaturwissenschaftlerInnen-Initiative)
  10. Zusätzlich:
    Beratung über die nächsten Schritte der Friedensbewegung gegen den drohenden Irak-Krieg

18.00-19.00 Pause, Abendessen

19.15 - 20 Uhr: Satirisches Programm
Mit Texten von Tucholsky, Kästner, Wedekind u.a.

20.30 Uhr: Politisches Nachtgebet in der Kreuzkirche (Luisenstraße)
Mit Dr. Reinhard Voß, Dr. Cornelius Bundschuh, Pfarrer Harald Fischer und Pfr. Dr. Ruth Gütter


Ab 20.30 Uhr Small Talk im DGB-Haus (Spohrstr. 6)


* * * * * * * * * * Sonntag, 8. Dezember * * * * * * * * * *


9.00 Uhr: Plenumsvortrag
Alternativen zur neoliberalen Globalisierung
Prof. Dr. Jörg Huffschmid, Uni Bremen

10.00-11.45 Uhr Parallele Foren und Arbeitsgruppen
  1. Änderung:Die Arbeitsgruppe mit Fritz Vilmar muss leider entfallen.
  2. Globalisierungskritik und "nachhaltige" Entwicklung von unten
    Dr. Ulrich Brand, Uni Kassel, BUKO-Bundeskoordination Internationalismus
  3. Wege aus der Gewalt: Nachhaltige Entwicklung nach Johannesburg
    Reiner Braun, Naturwissenschaftler f. d. Frieden
  4. Wege aus der Gewalt im Nahen Osten
    Eilat Benda, Israel (New Profile und Ta'ayush)
  5. Arbeit mit kriegstraumatisierten Frauen als Weg aus der Spirale von Gewalt und Gegengewalt
    Dr. Gisela Penteker, IPPNW
  6. Friedliche Konfliktbearbeitung und Bürger-beteiligung - Erziehung zum Frieden
    Bernhard Nolz, Siegen, Pädagogen f.d. Frieden, Träger des Aachener Friedenspreises
  7. Plädoyer für einen sozialistischen Pazifismus
    Prof. Dr. Knut Krusewitz, Friedenswerkstatt Rhön
  8. Die Rolle der Medien in Frieden und Krieg
    Elvira Claßen (Medienwissenschaftlerin)
  9. Stand und Perspektiven der gewerkschaftlichen Friedensarbeit
    Anne Rieger (IG Metall), Sybille Stamm (Ver.di), Stefan Körzell (DGB-Hessen-Thüringen), Sabine Leidig (DGB Mittelbaden)
12.00 - 13.45 Abschlussveranstaltung

"Zivile Prävention statt Präventivkrieg" - Den Frieden denken und machen
Uri Avnery, Israel,
Sybille Stamm (Vorsitzende ver.di Baden-Württ.),
Kurt Haymann, München (Attac)
u.a.

13.45 Uhr: Schlusswort 14 Uhr: Ende des Ratschlags

Veranstalter:
AG Friedensforschung an der Uni Kassel
in Zusammenarbeit mit dem Bundesausschuss Friedensratschlag;
verantw.: Prof. Dr. Werner Ruf und Dr.Peter Strutynski
Informationen: P. Strutynski, Uni, FB 10, Nora-Platiel-Str. 5, 34109 Kassel; Tel. 0561/804-2314, FAX 0561/804-3738
E-mail: strutype@uni-kassel.de

Hinweise

Anmeldung: E-mail: strutype@uni-kassel.de

Tagungsbeitrag:
25,00 EUR bzw. 10,00 EUR (ermäßigt)
Beim Tagungsbüro zu entrichten.
Abendessen am Samstag (7.12) ist im Tagungsbeitrag enthalten

Unterkunft:
Wir bemühen uns auf Wunsch um Privatquartiere (bitte im e-mail angeben) und empfehlen eine frühzeitige Reservierung in der Jugendherberge Kassel, Schenkendorfstr. 18, 0561/776455, 776933, FAX 776832
Auch Hotelreservierungen bitte selbst vornehmen:
  • Hotel KÖ 78 Garni: Kölnische Str. 78
    Tel. 0561/71614, FAX 17982
  • Hotel am Rathaus: Wilhelmstr. 29
    Tel. 0561/97885-0, FAX 97885-30
  • Hotel Alt Wehlheiden: Kohlenstr. 15
    Tel. 0561/24268, FAX 24231
  • City-Hotel, Wilhelmshöher Allee 38
    Tel. 0561/7281-0, FAX 7281-199
  • IBIS-Hotel: (Heinrich-Hertz-Straße 3
    0561/5894-0 (empfehlenswert für Motorisierte)
Weitere Informationen: Tourist-Information Kassel, Tel. 0561/34054

Spenden:
Kasseler Forum für den Frieden e.V.
Kt. Nr.: 065508, Kasseler Sparkasse (BLZ 520 503 53)
(Spenden sind steuerlich absetzbar)




Buchempfehlung:
Frieden im Schatten von Terror und Krieg, hrsg. von Ralph-M. Luedtke und Peter Strutynski,
Kassel: Jenior-Verlag 2002, 15 EUR
(Für Ratschlags-Teilnehmer/innen: 10 EUR)





Zur Seite "Friedensratschlag"

Zurück zur Homepage