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Somalia: Chronik wichtiger Ereignisse
Januar 2008
Januar 2008
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Zwei in Somalia entführte ausländische Mitarbeiterinnen der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) sind wieder frei. Ein Lösegeld sei nicht gezahlt worden, erklärte am 2. Jan. der spanische Botschafter in Kenia, Nicolas Martin Cinto, der wegen der Entführung nach Somalia gereist war. Bei den am Mittwoch vergangener Woche (26. Dez. 2007) in der Region Puntland verschleppten Frauen handelte es sich um eine spanische Ärztin und eine argentinische Krankenschwester.
In Puntland wurde erst am 16. Dezember ein französischer Kameramann entführt. Er wurde nach acht Tagen wieder freigelassen. Seine Entführer hatten 70.000 Dollar (47.500 Euro) Lösegeld gefordert, nach Polizeiangaben wurde für seine Freilassung aber kein Geld gezahlt.
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Bei einem Überfall ist am 2. Jan. ein Mitarbeiter einer somalischen Partnerorganisation von Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe in Mogadischu ums Leben gekommen. Rund 40 schwer bewaffnete Männer stürmten auf das Gelände der Hilfsorganisation DBG (Daryeel Bulsho Guud), töteten den Wachmann Mohamoud Ahmed Sheikh und plünderten anschließend die Büros. Dabei wurden von den unbekannten Tätern mehrere Computer und Bargeld erbeutet.
Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe verurteilten
den Mord: "Diese abscheuliche Tat stellt eine neue Stufe der
Verrohung in Somalia da. Erstmals sind unsere Mitarbeiter, deren
Neutralität bislang von allen Seiten respektiert wurde, Opfer eines
gezielten Überfalls geworden. Unser Mitgefühl und unsere volle
Unterstützung gilt den Angehörigen unseres getöteten Mitarbeiters",
heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.
In den Lagern in und um Mogadischu stellen die Mitarbeiter der
Hilfsorganisation DBG die Basisversorgung für mehrere zehntausend
Flüchtlinge sicher, indem Lebensmittel und Trinkwasser verteilt sowie
sanitäre Anlagen bereitgestellt werden. Es wird vermutet, dass
insgesamt mindestens 1,5 Millionen Menschen in Somalia vor der Gewalt
auf der Flucht sind. 600.000 dieser Menschen halten sich im Großraum
Mogadischu auf.
Die Hilfsorganisation DBG wird seit 1996 von Caritas
international, der Diakonie Katastrophenhilfe und deren
Schwesterorganisation "Brot für die Welt" unterstützt. Durch strikte
Neutralität hat die Organisation in und außerhalb Somalias den Ruf
eines zuverlässigen, unabhängigen Partners erworben. Schwerpunkte der
Tätigkeit sind ein umfassender Beitrag zur Grundversorgung und zur
wirtschaftlichen Stabilisierung im Großraum Mogadischu und im Gebiet
des Shebelle-Flusses. (ots, 3. Jan.)
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In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am 5. Januar zwei libysche Diplomaten vorübergehend entführt worden. Die beiden Männer wurden nach Angaben libyscher Regierungsvertreter am Vormittag während einer Einkaufstour von bewaffneten Männern in ihre Gewalt gebracht. Am Nachmittag kamen sie wieder auf freien Fuß, wie ein Kollege der Verschleppten sowie ein Augenzeuge sagten. Der Vorfall ereignete sich im Viertel Bakara, wo die von Äthiopien unterstützten somalischen Regierungstruppen Jagd auf Islamisten machen. Den Angaben zufolge befanden sich die Diplomaten nach ihrer Freilassung in Sicherheit in ihrem Büro, das sich in ihrer Residenz befindet. Sie seien von ihren Entführern ohne Bedingungen freigelassen worden, sagte ein Botschaftsvertreter. Lösegeld sei nicht gezahlt worden.
Libyen und der Sudan sind die einzigen Länder, die seit dem Sturz des somalischen Machthabers Mohamed Siad Barre zumindest zeitweilig eine diplomatische Vertretung in Mogadischu haben. Seit dem Sturz Barres 1991 ist Somalia ohne funktionierende staatliche Strukturen.
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Überfälle durch Piraten haben im vergangenen Jahr auf den Weltmeeren deulich zugenommen. Die Anzahl der Übergriffe sei 2007 um zehn Prozent gestiegen, teilte das International Maritime Bureau (IMB) im malaysischen Kuala Lumpur mit. Grund für den ersten Anstieg der Piraten-Überfälle seit vier Jahren ist demnach die zunehmend schlechte Sicherheitslage in Nigeria und Somalia. Das IMB zählte im vergangenen Jahr 263 Überfälle, 24 mehr als 2006. Die Angriffe werden demnach immer gewälttätiger: 2007 seien von den Freibeutern 35 Prozent mehr Schusswaffen als im Vorjahr eingesetzt worden.
Die Vorfälle zeigten, dass Piraten inzwischen besser bewaffnet seien und nicht zögerten, die Besatzung der gekaperten Schiffe zu verletzen, teilte das IMB mit. Demnach wurden 18 Schiffe ausgeraubt, fünf Seemänner getötet, 292 als Geiseln genommen und 63 Besatzungsmitglieder entführt. Fünf Menschen seien noch immer vermisst. "Im Moment sind wir besonders besorgt über die Situation in Nigeria und Somalia", sagte der Chef der IMB-Abteilung zur Beobachtung der Piraterie, Noel Choong, der Nachrichtenagentur AFP. Demnach stiegen die Piraten-Überfälle in nigerianischen Gewässern von zwölf im Jahr 2006 auf 42 im vergangenen Jahr. Allein im Hafen der Millionenstadt Lagos wurden 25 Schiffe angegriffen. In Somalia zählten die Beobachter eine Zunahme von zehn auf 31 Vorfälle. (AFP, 9. Januar 2008)
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